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Wolfsübergriffe im Schermbeck: Auswirkungen auf die Schafzucht

Zahlen und Fakten: Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck und die Auswirkungen auf die Schafhaltung. Erneuter Wolfsriss in Schermbeck am Freitag, 30. August.

Seit 2018 wurden im Wolfsgebiet Schermbeck 167 Schafsrisse durch Wölfe registriert.

Allein im Zeitraum vom 19. Juli bis 30. August 2024 kam es zu 16 Rissen, bei denen 37 Schafe getötet wurden. Fünf dieser Übergriffe ereigneten sich hinter den empfohlenen Herdenschutzzäunen. Der neue Riss ist der 3. Riss in Folge, 26. 7., 19.8. und 30.8.204.

Schaf-in-Schermbeck-gerissen
Der neuste Schafriss ereignete sich heute am Freitag in Schermbeck. Damit erhöht sich die Zahl der Wolfsrisse auf 16. Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf.

Zunehmenden Übergriffe von Wölfen auf Schafherden

Im nordrhein-westfälischen Wolfsgebiet Schermbeck haben die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen Übergriffe von Wölfen auf Schafherden zu erheblichen Spannungen zwischen Schäfern, Naturschutzverbänden und Politik geführt.

Betroffene Schafhalter aus dem Kreis Wesel, Christiane Rittmann, Erich Specht, Mike Dünow und Stefan Koch, hatten am Donnerstag zu einem Pressegespräch auf den Hof Specht in Gartrop-Bühl eingeladen (wir berichteten). Landespolitiker von SPD, CDU und FDP kamen auf den Hof, um über die Frage „Hat die Schafhaltung am Niederrhein noch eine Zukunft“ zu diskutieren.

Diskussion über Schafhaltung am Niederrhein mit Politikern von CDU, SPD und FDP bei Specht
Foto: Petra Bosse

Schafzucht Specht

Die Schafhaltung im Wolfsgebiet Schermbeck, Nordrhein-Westfalen, ist sowohl ökologisch wertvoll als auch wirtschaftlich bedeutsam. Die Schäferei Specht z.B. hält 130 Suffolk-Schafe und hat über 3,8 Kilometer Zäune errichtet, die mit rund 60.000 Euro gefördert wurden. Trotz dieser Bemühungen treten immer wieder Risse auf, was den Druck auf die Politik erhöht, wirksamere Maßnahmen zu ergreifen.

Schafe gerissen in den Lippeauen Gartrop-Bühl bei Specht
Schafzucht Specht bewirtschaftet 130 Schafe und hat über 3,8 Kilometer Zäune errichtet. Foto: Petra Bosse

Die Problematik der Entnahmeanträge

Bereits 2021 stellte der Schafhalter Opriel einen Entnahmeantrag für den Wolf GW954f, nachdem dieser mehrfach Schutzzäune überwunden und Schäden an Schafherden verursacht hatte. Der Antrag wurde jedoch sowohl vom Kreis Wesel als auch vom Verwaltungsgericht Düsseldorf abgelehnt. Man ging davon aus, dass alternative Schutzmaßnahmen ausreichend seien und Herdenschutzhunde eine mögliche Lösung bieten könnten.

Zweifel an der Wirksamkeit

Im Dezember 2023 wurde erneut ein Entnahmeantrag gestellt, diesmal von Umweltminister Oliver Krischer. Dieser Antrag wurde im Februar 2024 vom Oberverwaltungsgericht Münster abgelehnt, da Zweifel an der Wirksamkeit der empfohlenen Schutzmaßnahmen aufkamen. Es wurde festgestellt, dass der Wolf mehrfach die empfohlene Zaunhöhe von 120 cm überwunden hatte, was Fragen zur Wirksamkeit des „wolfsabweisenden Herdenschutzes“ aufwarf.

Gut gesicherte Schafe auf dem Hof Specht
Foto: Petra Bosse

Überarbeitung der Wolfsverordnung und Monitoring

Die Diskussion um den Schutz von Schafherden hat dazu geführt, dass die Wolfsverordnung in Nordrhein-Westfalen überarbeitet werden soll. Minister Krischer hat für Juli 2023 eine praxisnähere Regelung versprochen, um den Bedürfnissen der Schäfer besser gerecht zu werden. Ein zentrales Element dieser Novellierung ist das Monitoring der Wolfspopulation, das im Wolfsgebiet Schermbeck bisher nur unzureichend durchgeführt wurde. Fragen nach der genauen Anzahl der Wölfe und Rudel sowie nach einem möglichen Reproduktionsnachweis im Jahr 2024 sind bisher unbeantwortet.

Fragen und Kritik an Naturschutzverbänden und Politik

Schafhalter und ihre Verbände äußern zunehmend Kritik an Naturschutzorganisationen wie BUND und NABU. Insbesondere die Entscheidung des BUND, gegen den Abschuss von Wölfen zu klagen, wird von den Schäfern als Affront empfunden. Sie sehen in der Tötung ihrer Schafe durch Wölfe keinen Erfolg, sondern eine Bedrohung ihrer Existenz.

Wolfssicherer-Zaun-mit-Untergrabungsschutz
Auch dieser neue Zaun mit Untergrabungsschutz wurde problemlos vom Wolf bei einem jüngsten Riss übersprungen. Foto: Petra Bosse/Archiv

Zudem wird kritisiert, dass Fördermittel für den Bau von „wolfssicheren Zäunen“ nicht abgerufen werden. Dies stellt die Motivation der Schäfer in Frage, in solche Schutzmaßnahmen zu investieren, insbesondere wenn die Zäune den Wolf nicht effektiv abhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Folgen von Wolfsübergriffen allein vom Nutztierhalter getragen werden müssen.

Bedeutung der Schafzucht für die Region

Die Schafhaltung hat in der Region nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine ökologische Bedeutung. Schafe tragen zur Pflege von Naturschutzgebieten, Biotopen und Deichen bei. Mit dem Rückgang der Schafbestände durch Wolfsübergriffe und Krankheiten wie BTV3 kann jedoch auch die Qualität des Hochwasserschutzes leiden, da Maschinen diese Aufgabe nicht in gleicher Weise übernehmen können.

Um die Herausforderungen der Schafhaltung in Wolfsgebieten langfristig zu lösen, bedarf es einer klaren Strategie der Politik, die sowohl den Schutz der Wölfe als auch den Erhalt der Schafhaltung in Einklang bringt. Die Diskussion um die Überarbeitung des Wolfsmanagementplans und die mögliche Besenderung von Problemwölfen wie GW954f zeigt, dass ein wissenschaftlich fundierter Ansatz notwendig ist, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.

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Tragischer Unfall auf der Schermbecker Straße – Radfahrer verstirbt noch an der Unfallstelle

Tragischer Unfall in Erle: Radfahrer verstirbt noch an der Unfallstelle auf der Schermbecker Straße.

Ein tragischer Unfall ereignete sich am Freitag (30. 8.) in Erle kurz nach 18 Uhr, bei dem ein 93-jähriger Fahrradfahrer sein Leben verlor.

Radfahrer verstirbt in Erle noch an der Unfallstelle
Foto: Christian Lipfert

Laut ersten Angaben der Polizei überquerte der Mann die Schermbecker Straße aus Richtung Friedholt kommend, um weiter in den Weg Westerholten zu fahren. Dabei kollidierte er mit dem Auto einer 19-jährigen Fahrerin aus Schermbeck, die in Richtung Erle unterwegs war.

Rettungshubschrauber in Erle auf der Schermbecker Straße
Foto: Christian Lipfert

Jede Hilfe kam zu spät

Trotz des schnellen Einsatzes von Rettungswagen und Rettungshubschrauber kam für den Schwerverletzten jede Hilfe zu spät. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Während der Unfallaufnahme war die Schermbecker Straße in diesem Bereich in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.

Polizei bietet Fahrradcodieraktion in Schermbeck an

Die Fahrradcodierung ist ein effektives Mittel, um Fahrraddiebstähle zu verhindern.

Am Freitag, den 06. September 2024, führt die Polizei eine Fahrradcodieraktion durch. In der Zeit von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr können Bürger ihre Fahrräder auf dem Platz vor dem Rathaus in Schermbeck (Weseler Straße 2, zwischen Rathaus und Ehrendenkmal) kostenlos codieren lassen.

Warum eine Fahrradcodierung wichtig ist

Die Fahrradcodierung ist ein effektives Mittel, um Fahrraddiebstähle zu verhindern. Durch die individuelle Codierung kann das Fahrrad eindeutig seinem Besitzer zugeordnet werden, was Dieben den Weiterverkauf erschwert und die Wiederbeschaffung erleichtert. Die Polizei empfiehlt allen Fahrradbesitzern, diese Gelegenheit zu nutzen, um ihr Fahrrad besser vor Diebstahl zu schützen.

Wichtige Hinweise zur Codierung

Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, bittet die Polizei die Bürger, ihren Ausweis sowie die Kaufunterlagen des Fahrrads zur Codieraktion mitzubringen. Diese Unterlagen sind notwendig, um die Eigentumsverhältnisse eindeutig zu klären und die Codierung korrekt durchzuführen.

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihr Fahrrad sicherer zu machen und gleichzeitig einen Beitrag zur Kriminalitätsprävention in Ihrer Region zu leisten.

Hat die Schafzucht am Niederrhein noch Zukunft? Entnahme von Wölfin Gloria unumgänglich

Hat die Schafzucht am Niederrhein noch Zukunft? Peter Malzbender fordert schnelles Handeln: „Gloria muss geschossen werden, wenn sie der Problemwolf ist“. Diese deutliche Forderung zeigt, wie ernst die Lage für die Schafhalter in der Region ist. Die jüngsten Wolfsrisse haben die Diskussion um den Schutzstatus des Wolfes erneut angefacht und verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf.

Schafzüchter Erich Specht in Not. Foto: Petra Bosse

Hat die Schafzucht am Niederrhein noch Zukunft? Unter diesem Titel luden betroffene vom Wolf betroffene Weidetierhalter aus dem Kreis zu einem Pressegespräch auf den Hof der Familie Specht am Donnerstag (29.8.) ein.

Wie können die Schafhalter ihre Schafe schützen? Eine zentrale Frage von Stephan Steinkühler, der diesen Tag moderierte. Anwesend waren Vertreter aus Politik, Naturschutzverbänden sowie der Schafzüchter Erich Specht und sein Sohn Moritz waren vor Ort, um die drängenden Herausforderungen der Schafzucht in der Region zu diskutieren. Anlass für das Treffen waren die jüngsten Wolfsrisse, bei denen fünf Zuchtschafe getötet wurden. Seit Jahrzehnten weiden die Schafe friedlich in den Lippeauen, doch die zunehmende Präsenz von Wölfen stellt die Züchter vor existenziellen Herausforderungen.

Schutzmaßnahmen am Limit: Was kann ich noch tun?

Erich Specht, der die aktuelle Situation eindrucksvoll schilderte, berichtete, dass seit dem Auftauchen der Wölfin im Jahr 2018 umfangreiche Schutzmaßnahmen auf dem Hof ​​ergriffen wurden. „Wir haben alle Flächen und Gebäude mit Herdenschutzzäunen versehen“, erklärte Specht. Diese Maßnahme habe den Hof bereits rund 50.000 Euro gekostet, von denen nur 20.000 Euro als Materialförderung gedeckt wurden“. Bis 2023 seien, so Specht, die Kosten auf insgesamt 60.000 Euro angestiegen, mit weiteren 7.000 Euro, die allein in diesem Jahr für die Erneuerung und Pflege der Zäune angefallen seien. Diese Summe übersteigt die üblichen bisherigen Unterhaltungskosten von 3.000 bis 5.000 Euro deutlich“.

Maximum an Schutzmaßnahmen erreicht

Trotz dieser umfangreichen Vorkehrungen gelang es einem oder mehreren Wölfen, die 1,20 Meter hohen Zäune zu überwinden. „Wir haben das Maximum an Schutzmaßnahmen erreicht“, so Specht weiter. Die Frage, wie die Tiere nachts noch besser geschützt werden könnten, blieb im Raum stehen. Die Idee, noch höhere Zäune aufzustellen, sei insbesondere in Naturschutzgebieten problematisch, da dort Zäune von 1,60 bis 1,80 Metern Höhe schwer vorstellbar seien. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden wurde als keine universelle Lösung angesehen, da ihr Einsatz stark vom jeweiligen Betrieb abhing.

Peter Malzbender spricht sich dagegen aus, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Foto: Petra Bosse

Keine schnellen Lösungen in Sicht

Im Verlauf des Pressegesprächs herrscht Einigkeit darüber, dass es aktuell keine sofort umsetzbaren Maßnahmen für Erich Specht und andere betroffene Schafzüchter gebe. Der bestehende Wolfsmanagementplan in Nordrhein-Westfalen stammt aus dem Jahr 2016 und bezieht sich lediglich auf durchziehende Wölfe, während es mittlerweile feste Rudel in der Region gibt.

Seit 2016 habe es in diesem Bereich keine Weiterentwicklung gegeben, was den Anwesenden starke Kritik entgegenbrachte. Die passive Herangehensweise des Landes beim Wolfsmanagement wurde als unzureichend und dringend reformbedürftig bezeichnet.

Gloria soll „gekillt“ werden, so NABU-Kreisvorsitzender Peter Malzbender. Das schönere Wort „Entnahme“ lehnte er ab. Foto Bosse

Forderung nach Anpassung des europäischen Schutzes

Ein zentraler Konsens unter den Teilnehmern war die Forderung nach einer Anpassung des Schutzstatus des Wolfes auf europäischer Ebene. In anderen Ländern ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, Wölfe zu entnehmen, während dies in Deutschland derzeit nicht erlaubt ist. „Alle politischen Ebenen – ob Landes-, Bundes- oder europäische Ebene – müssen aktiv werden, um den Weidetierhaltern den notwendigen Schutz zu bieten“, lautete die einhellige Meinung.

Malzbender fordert: Problemwolf Gloria bei Nachweisen abschießen

Besonders kontrovers wurde die Situation um die auffällige Wölfin Gloria diskutiert. Peter Malzbender, Kreisvorsitzender des NABU Kreis Wesel, äußerte sich in einer für ihn ungewöhnlichen Deutlichkeit zugunsten der Schafzüchter.

Einigkeit bestand auch darin, dass auffällige Wölfe, wie beispielsweise die Wölfin Gloria, entnommen werden müssten, sofern der gesetzliche Rahmen dies zulässt. Zum ersten Mal stellte sich Malzbender offen auf die Seite der Schafzüchter und Weidetierhalter. Für ihn blieb die Frage jedoch offen, ob, wie Stephan Steinkühler vom Bürgerforum Gahlen Wolf betonte, tatsächlich mehrere Rudel in diesem Gebiet beheimatet seien. Was Malzbender jedoch nachdrücklich unterstützte, war die Forderung, dass das LANUV „endlich aus dem Quark kommen muss.“ „Wir brauchen ein professionelles Monitoring, das von Amts wegen erfolgen muss, damit wir überhaupt wissen, worüber wir sprechen“, so Malzbender.

Suffolk.-Schaf-von-Specht
Eins der wertvollen Suffolk.- Schafe von Specht. Foto: Petra Bosse

Schafhaltern vor Ort muss wirklich geholfen werden

Es gehe ihm darum, dass den Schafhaltern vor Ort wirklich geholfen werde. „Und ich sage das nicht, um Wasser auf die Mühlen zu gießen, sondern weil es dringend notwendig ist. Und wenn nachgewiesen wird, dass Gloria tatsächlich der Problemwolf ist, dann sage ich: ‚Weil sie ja alle darauf warten, jawohl, Gloria muss nicht entnommen werden, sondern nein, sagen wir doch, Gloria soll gekillt werden, geschossen werden, wenn denn Gloria nachgewiesen wird“, so Malzbender. Gleichzeitig fragte auch er sich, warum das LANUV so lange brauche, um die Ergebnisse der letzten Risse offenzulegen: „Sie lassen uns auch von der Seite des Naturschutzes total im Regen stehen“.

Wie hoch müssen wolfssichere zäune im Wolfsgebiet sein, um die Tiere vor Wolfsangriffen schützen zu können? Foto: Petra Bosse

Rechtliche Hürden: Was blockiert den Schutz der Weidetiere

Klaus Horstmann vom Kreis Wesel, Fachbereich Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, nahm ebenfalls Stellung zur Problematik und wies auf die rechtlichen Hindernisse hin, die den Schutz der Schafhalter erschweren. Er betonte, dass viele der ausgesprochenen Verfügungen, die auf Grundlage des Beschlusses der Umweltministerkonferenz erlassen wurden, von den Gerichten wieder einkassiert würden. Vor dem Hintergrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in einem Fall aus Österreich, das besagt, dass Wölfe nicht erschossen werden dürfen, habe man erkannt, dass es mit den üblichen rechtlichen Rahmenbedingungen nicht möglich sei, einen Wolf zur Entnahme freizugeben.

Horstmann unterstrich die Notwendigkeit, die Gesetze von oberster Ebene anschließend anzupassen, um rechtliche Grundlagen zu schaffen, die vor Gericht Bestand haben. Besonders wichtig sei dies, da bei Verfügungen häufig seitens der Verbände Klage eingereicht werde und diese Entscheidungen dann überprüft würden. Bisher waren leider alle Verfügungen, die auf dieser Grundlage erlassen wurden, gerichtlich gekippt worden.

Seit rund 50 Jahren züchtet Erich Specht erfolgreich Schafe. Foto: Petra Bosse

Nachtwache als Schutzmaßnahme?

Eine zusätzliche Schutzmaßnahme könnte die Organisation von Nachtwachen sein, um zu verhindern, dass Wölfe in der Nacht eindringen und wertvolle Tiere gefährden. Christiane Rittmann schlägt vor, dass der NABU hierbei eine Rolle übernehmen könnte: „Der NABU ist eine große Organisation im Kreis Wesel. Könnten Sie, Herr Malzbender, nicht auch in solchen Fällen mit Nachtwachen unterstützen? Nicht Sie persönlich, sondern aus Ihrem Fundus an Mitglieder heraus.“

Peter Malzbender antwortete: „Sie haben recht, wir haben 9.600 Mitglieder – mehr als alle politischen Parteien im Kreis Wesel. Wir werden diese Möglichkeit prüfen. Allerdings sind NABU-Leute normalerweise nicht gerne nachts irgendwo unterwegs. Wenn Herr Specht Unterstützung von NABU-Mitgliedern möchte, werde ich nachfragen, und es werden sich sicherlich ein oder zwei Freiwillige finden“.

Rittmann entgegnete: „Wir hätten uns gefreut, ein solches Angebot schon früher zu erhalten. Das wäre besonders in den Jahren 2018 und 2020 hilfreich gewesen, als wir hier einen Übergriff nach den anderen hatten. Trotzdem freuen wir uns über die Bereitschaft zur Unterstützung“.

Schafhalter im Kreis Wesel
v.l.: Schäfer Maike Dünow, Stephan Wolters (MdL CDU), Charlotte Quik (MdL CDU) Christiane Rittmann, Schafhalterin und vom Bürgerforum Gahlen sowie Erich Specht. Foto: Petra Bosse

Besorgniserregende Situation

Stephan Wolters, MdL (CDU), betonte, dass die aktuelle Situation sehr besorgniserregend sei: „Unsere Arbeit muss sich darauf konzentrieren, die Schafhalter zu unterstützen, damit die Weidetierhaltung auch in Zukunft bleibt“. Wir müssen den Erhaltungszustand, sprich den Schutzstatus, auf den verschiedenen gesetzgeberischen Ebenen angehen. Das bedeutet, dass der Schutzstatus auf europäischer Ebene geändert und in nationales Recht übernommen werden muss, damit wir in Nordrhein-Westfalen die notwendigen Anpassungen vornehmen können. Nur so können wir den entscheidenden Schritt weiterkommen, den wir heute dringend benötigen“.

Wie können wir unsere Schafe noch schützen? Ein zentrale Frage, die schnelle Antworten benötigt. Foto: Petra Bosse

Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene anpassen

Charlotte Quik, ebenfalls Mitglied des Landtags (CDU), ergänzte: „Trotz aller Bemühungen der Weidetierhalter ist das Konzept des Herdenschutzes gescheitert.“ Die Lösung kann nicht darin bestehen, immer höhere Zäune zu bauen. Stattdessen müssen wir den Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene anpassen und sicherstellen, dass Wolfsgebiete dort ausgewiesen werden, wo es sinnvoll ist – und nicht nur dort, wo der Wolf es für möglich hält“.

Fazit: Zukunft der Schafzucht

Die Diskussion auf dem Hof ​​der Familie Specht machte die ernsten Herausforderungen, vor denen die Schafzucht am Niederrhein steht, deutlich. Die bisherigen Schutzmaßnahmen stoßen an ihre Grenzen, während das Wolfsmanagement in Nordrhein-Westfalen hinter den Anforderungen zurückbleibt. Ein breiterer Konsens bestand darin, dass sowohl rechtliche Anpassungen als auch eine verstärkte Unterstützung der Weidetierhalter notwendig sind, um die Schafzucht in der Region langfristig zu sichern. Die Zukunft der Schafzucht am Niederrhein bleibt ungewiss, solange keine wirksamen Schutz gibt.

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Trachtenschützenfest Üfte-Overbeck 2024: Alle Termine und Highlights im Überblick

Wer wird der neue König von Üfte-Overbeck 2024? Im Jahr 2019 sicherte sich Bernd Klevermann nach einem packenden Schießwettbewerb mit dem 523. Schuss den Titel des Schützenkönigs in Üfte-Overbeck. Gemeinsam mit seiner Königin Sabrina Ribbekamp und dem Throngefolge, bestehend aus Claudia Klevermann, Matthias Temmler, Petra Temmler und Stefan Ribbekamp, regiert er seitdem die Schützengemeinschaft von Üfte-Overbeck.

Traditionelles Trachten- und Klumpenschützenfest Üfte-Overbeck 2024 Festprogramm

Die Spannung steigt in Üfte-Overbeck, denn das traditionelle Trachtenschützenfest steht vor der Tür. Vom 7. bis zum 9. September 2024 heißt es wieder: Wer wird der neue König der Trachtenschützengilde? Dieses einzigartige Fest, das alle fünf Jahre stattfindet, zieht Besucher weit über die Grenzen der kleinen Bauerschaften hinaus an. In alter Bauerntracht, mit Holzschuhen und blauen Kitteln, feiert die Gemeinschaft ihre Traditionen – und das mit einer Mischung aus rheinischem Frohsinn und westfälischer Gemütlichkeit.

Ein Fest im Zeichen der Tradition

Das Trachten- und Klumpenschützenfest beginnt am Samstag, den 7. September, um 20 Uhr mit einer großen Eröffnungsfeier im Festzelt. Dort sorgt die Tanzband Herzschlag für ausgelassene Stimmung. Aber was dieses Fest wirklich besonders macht, ist die authentische Kleidung der Teilnehmer: Verheiratete Männer tragen blaue Kittel und eine Melone, die männliche Jugend präsentiert sich in blaugestreiften Hemden, und die Frauen und Mädchen erscheinen in prächtigen Trachtenkleidern. Die traditionelle Inthronisierung des neuen Königspaares, bei der die Königin ein Gebetbuch und der König eine lange Pfeife als Symbole für Frömmigkeit und Gemütlichkeit erhalten, bildet einen der Höhepunkte des Festes.

König Bernd Klevermann und Throngemeinschaft Üfte
König Bernd Klevermann, Königin Sabrina Ribbekamp und das Throngefolge Claudia Klevermann, Matthias Temmler, Petra Temmler und Stefan Ribbekamp

Programmhighlights: Von der Parade bis zum Königsball

Das umfangreiche Programm bietet für jeden etwas. Am Sonntag, den 8. September, startet um 15 Uhr der Festumzug mit Parade, Trachtentänzen und einer Kaffeetafel im Festzelt. Abends um 20 Uhr lädt der große Klumpenball mit der Tanzband Borderline zum Tanzen ein. Auch der Montag, 9. September, beginnt feierlich mit einem Gottesdienst und der Kranzniederlegung am Ehrenmal um 9 Uhr.

Volks- und Klumpentanz Schützenfest Üfte 2024

Ab 11:30 Uhr wird es dann spannend: Wer wird neuer König? Beim traditionellen Vogelschießen an der Vogelstange entscheidet sich, wer das nächste Königspaar von Üfte-Overbeck wird. Die Krönung findet um 16 Uhr auf der Festwiese statt, gefolgt vom großen Königsball ab 20 Uhr, erneut begleitet von der Tanzband Borderline.

290 Jahre Geschichte und Tradition

Das Trachtenschützenfest Üfte-Overbeck blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1729 fand das erste dokumentierte Fest in Üfte-Overbeck statt, wobei die mündliche Überlieferung noch weiter zurückreicht. Ursprünglich ein Fest der Jugend, wurde es erst viel später auch den verheirateten Männern zugänglich gemacht.

Trachtenschützenfest Üfte-Overbeck 2024 Tänze

Trotz einer längeren Unterbrechung von 1893 bis 1929, als das Fest aufgrund eines Verbots durch die Obrigkeit nicht stattfinden durfte, hat sich die Tradition bis heute gehalten. Seit der Wiederaufnahme des Festes im Jahr 1929 wird es alle fünf Jahre gefeiert – ein Ereignis, das alle Üfte-Overbecker zusammenbringt, egal ob sie noch in der Region leben oder nicht.

Ein Fest für alle Generationen

Das Trachtenschützenfest ist mehr als nur ein Schützenfest – es ist ein Heimatfest, das die Gemeinschaft stärkt und Traditionen bewahrt. Die Teilnahmebedingungen sind streng, aber fair: Wer den Vogel abschießen möchte, muss mindestens 30 Jahre alt sein und 10 Jahre in Üfte-Overbeck wohnen, gewohnt haben, aber aktuell in Üfte-Overbeck wohnhaft sein.

Königspaar Üfte

Seien Sie dabei und feiern Sie mit!

Verpassen Sie nicht die Chance, Teil dieses besonderen Festes zu sein, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Ob bei der Parade, dem Trachtentanz oder dem großen Königsball – das Klumpenschützenfest in Üfte-Overbeck bietet für jeden ein unvergessliches Erlebnis.

Also, hollt uh kreggel, blifft gesund un laot uh gudd gaon – und sehen Sie selbst, wer der nächste König von Üfte-Overbeck wird!

Besucher aus Nah und Fern beim Trachtenschützenfest in Üfte

Alle Termine im Überblick

Damit Sie keinen der Höhepunkte des Klumpenschützenfestes in Üfte-Overbeck verpassen, hier noch einmal alle wichtigen Termine:

Samstag, 7. September 2024

  • 20 Uhr: Eröffnungsfeier mit Tanz im Festzelt
    Musik: Tanzband Herzschlag

Sonntag, 8. September 2024

  • 14:30 Uhr: Antreten auf der Festwiese
    Begrüßung durch den 1. Reckenmeister, Ehrungen, Festumzug, Parade und Trachtentänze
    Anschließend: Kaffee und Kuchen im Festzelt
  • 20 Uhr: Großer Klumpenball im Festzelt
    Musik: Tanzband Borderline

Montag, 9. September 2024

  • 09 Uhr: Gottesdienst und Kranzniederlegung am Ehrenmal
    Anschließend: Großer Festumzug zum Marienheim
  • 11.30 Uhr: Antreten an der Vogelstange zum Vogelschießen
  • 16 Uhr: Aufmarsch auf der Festwiese
    Ehrung des neuen Königspaares mit Umzug und Trachtentänzen
  • 20 Uhr: Großer Königsball im Festzelt
    Musik: Tanzband Borderline

Musikalische Begleitung beim Trachtenschützenfest Üfte-Overbeck

Das Fest wird an allen Tagen begleitet von:

  • Blaskapelle „Einklang Schermbeck“
  • Raesfelder Burgmusikanten
  • Üfter Jagdhornbläsern

Markieren Sie sich diese Termine im Kalender und seien Sie dabei, wenn die Trachtenschützengilde Üfte-Overbeck ihre Traditionen feiert!

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Steffi Neu rockt Schermbeck: Wenn Mutmacher die Herzen erobern

Steffi Neu begeistert mit Lesung. Mit Witz, Herz und einer Prise Mut brachte Steffi Neu das Schermbecker Rathaus zum Strahlen. Wer dachte, Lesungen seien langweilig, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt!

Am 28. August 2024 erlebte das Begegnungszentrum im Schermbecker Rathaus einen Ansturm, wie es ihn lange nicht gegeben hat. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen strömten so viele Besucher an die Mittelstraße, dass der Saal schon lange vor Beginn der Veranstaltung bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Ausverkauft Steffi Neu in Schermbeck

Sie alle waren gekommen, um die beliebte WDR-Radiomoderatorin Steffi Neu live zu erleben. Die Anmoderation hatte der Vorsitzende der Landhelden, Marcell Oppenberg, übernommen, und Schermbecks Gleichstellungsbeauftragte Susanne Kötter hatte sich Gedanken zum Thema Mut gemacht. Eine perfekte Überleitung zu dem Thema, das Steffi Neu mitgebracht hatte. Eines gleich vorweg: Den Schermbecker Landhelden ist es gelungen, mit dieser Veranstaltung ein echtes Highlight in unsere Gemeinde zu holen.

Steffi-Neu in Schermbeck 2024

Geschichten, die bewegen

Steffi Neu präsentierte Auszüge aus ihrem Buch „Meine Mutmacher“ und entführte das Publikum auf eine emotionale Reise durch echte Geschichten von echten Menschen, die trotz schwerer Schicksalsschläge den Weg zurück ins Leben gefunden haben. Geschichten, für die sie durch die Wohnzimmer der Republik gereist ist und ganz erstaunliche Einblicke in das Leben ihrer Gesprächspartner bekam. Einer von ihnen war Dirk, der nur Ravioli aus der Dose isst und mit 50 seinen Job geschmissen hat, um mit dem Rad um die Welt zu fahren. Beeindruckt hat sie auch Alex, der Hotelier aus dem Ahrtal, der in der Katastrophennacht im Juli 2021 spontan hilfsbedürftige Menschen aufgenommen und versorgt hat. Oder Linda, die Mutter von zwei Kindern mit Down-Syndrom ist und nur damit hadert, wenn andere Menschen zu ihr sagen: „Das könnte ich nicht!“

Krisen können überwunden werden

Geschichten wie diese stellt Steffi neu nicht nur in ihrem Buch „Meine Mutmacher“ vor, das im Frühling 2023 erschienen ist, sondern auch im gleichnamigen Podcast beim WDR2. Die 1971 in Kleve geborene und am Niederrhein aufgewachsene Moderatorin schöpfte bei der Lesung natürlich auch aus ihrem reichen Erfahrungsschatz als Journalistin und Radiomoderatorin. Ihre langjährige Karriere, die von einem Volontariat beim WDR über 1LIVE bis hin zu ihrer eigenen Sendung beim WDR2 führte, hat ihr einen scharfen Blick für die bewegenden Geschichten hinter den Menschen verliehen und die Professionalität, diese auch zu vermitteln.

Gute Stimmung und Draht zum Publikum

Trotz der sommerlichen Hitze, zur Kühlung gab es im Foyer kalte Getränke, herrschte im Saal eine großartige Stimmung. Steffi Neu gelang es, sofort einen Draht zum Publikum herzustellen. Ihre zentrale Botschaft lautete: Krisen können überwunden werden, und oft geht man sogar gestärkt aus ihnen hervor. Ein Thema, das jeden anspricht, der selbst schon einmal durch ein Tal hindurchmusste. Was wohl den meisten Menschen schon widerfahren ist.

Die Messlatte hängt hoch

Für Schermbeck war der Abend weit mehr als nur eine Lesung. Er zeigte eindrucksvoll, dass nicht nur große Städte und Metropolen ein Monopol auf hochkarätige kulturelle Ereignisse haben. Der Dank gilt den Schermbecker Landhelden, die es geschafft haben, mit Steffi Neus Lesung eine Veranstaltung von außergewöhnlicher Klasse in den Ort zu holen. Am Ende nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, um mit Steffi Neu ins Gespräch zu kommen oder sich ein Autogramm in einem Exemplar ihres Buches zu sichern, das vom Unverpackt-Team präsentiert wurde.

kWhoch2 und Pionierkraft präsentieren Solar-Energy-Sharing

In Schermbeck wurden kürzlich vielversprechende Lösungen für die Versorgung von Mietern mit nachhaltigem Strom durch den Vermieter vorgestellt. Das Unternehmen kWhoch2 und das hochgelobte, u. a. von der EU geförderte Münchner Start-up Pionierkraft präsentierten gemeinsam ihre innovativen Ansätze, die die bisherigen Hürden im Bereich Mieterstrom überwinden sollen.

Bei der Veranstaltung an der Westricher Straße 30 konnten interessierte Vermieter die neuen Konzepte kennenlernen und sich direkt mit Experten austauschen.

Austausch mit den Experten

Nick Weidemann und Dennis Kaiser von kWhoch2 erläuterten die Umsetzung vor Ort. Max Enders von Pionierkraft reiste zudem aus München an, um die innovative und ausgezeichnete Solar-Energy-Sharing-Lösung vorzustellen. Diese Technologie ermöglicht eine intelligente und bedarfsorientierte Energieverteilung in Mehrfamilienhäusern. Vermieter müssen dabei nicht als Energieversorger auftreten. Das System eignet sich zudem für kleine Mehrfamilienhäuser, vermietete Einfamilienhäuser und Gewerbeeinheiten. Es ist ab dem ersten Mieter einfach zu implementieren und profitabel.

Vermieter als Ergänzungsstromlieferant

Die Umsetzungsrate von Mieterstrom-Projekten in Deutschland ist aktuell gering. Weniger als 1 % des Potenzials wird genutzt. Bürokratische und finanzielle Hindernisse sind dabei die Hauptursachen. Pionierkraft bietet hier einen innovativen Ansatz. Vermieter können ohne großen Aufwand als Ergänzungsstromlieferanten agieren. Das Konzept ist bereits für Immobilien mit 2-10 Wohneinheiten wirtschaftlich interessant.

Ein nachhaltiger Faktor ist zudem die Kombination von Solaranlagen mit Elektromobilität und Wärmeerzeugung. Diese Verknüpfung ist dabei auch bei Eigenheimen und Gewerbeimmobilien profitabel.

Bis 2030 sollen drei von vier Neuwagen in Europa elektrisch sein. Zudem soll die Hälfte der Wärmeerzeugung in Deutschland klimaneutral erfolgen. kWhoch2 und Pionierkraft bieten eine zukunftssichere Lösung, um diese Entwicklungen zu nutzen und die Stromkosten für Mieter zu senken. Die patentierte Technologie unterstreicht die Innovationskraft der Unternehmen.

Die Veranstaltung in Schermbeck zeigte: Mieterstrom ist längst keine Theorie mehr. Mit den richtigen Technologien kann er zudem effektiv und gewinnbringend genutzt werden.

Wolfsrisse in Schermbeck: Umweltminister Krischer unter Druck? Geförderte Schutzzäune versagen

Vermehrte Wolfsrisse im Wolfsgebiet Schermbeck: Hohe Kosten, wenige Ergebnisse – Umweltminister Krischer gibt unklare Antworten

Die Häufung von Wolfsrissen im Wolfsgebiet Schermbeck – aktuell 15 Risse seit dem 19.07.2024 – hat Weidetierhalter, Landwirte und Anwohner alarmiert. Trotz erheblicher Investitionen in Schutzmaßnahmen bleiben die Ergebnisse unbefriedigend. In einer Presseanfrage an NRW-Umweltminister Oliver Krischer wollten wir genauer wissen, welche Maßnahmen das Ministerium plant, um der Situation Herr zu werden. Die Antworten blieben jedoch enttäuschend vage, während die Kosten für den Herdenschutz weiter steigen, ohne den gewünschten Erfolg zu zeigen.

Widersprüche zwischen hohen Investitionen und mangelnder Effektivität

Ein Vorfall in Schermbeck, bei dem ein vom Land finanzierter Schutzzaun im Wert von rund 30.000 Euro von einem Wolf übersprungen wurde, stellt die Wirksamkeit der bisherigen Schutzmaßnahmen ernsthaft in Frage und lässt vermuten, dass hier Steuergelder umsonst ausgegeben wurden. Trotz hoher Investitionen in Zäune zur Abwehr von Wolfsangriffen zeigen die jüngsten Ereignisse, dass diese Maßnahmen in der Praxis oft versagen. Dies wirft nicht nur Fragen nach der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen auf, sondern auch nach der Sinnhaftigkeit der bisher getätigten hohen Ausgaben.

Kostenintensive Schutzmaßnahmen ohne garantierten Erfolg

Die öffentlichen Ausgaben für den Herdenschutz in Nordrhein-Westfalen sind erheblich. Im Jahr 2022 wurden rund 430.000 Euro für Herdenschutzmaßnahmen ausgezahlt, im Jahr 2023 stieg dieser Betrag auf rund 600.000 Euro. Für das Jahr 2024 stehen sogar Fördermittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung. Diese Gelder fließen in die Errichtung von Schutzzäunen, den Einsatz von Elektrozäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Doch trotz dieser massiven Investitionen bleibt die Frage nach der Wirksamkeit offen, wie der jüngste Vorfall in Schermbeck zeigt.

Unzureichender Herdenschutz: Hohe Kosten, aber weiterhin große Schäden

Umweltminister Krischer betonte in seiner Antwort, dass unzureichend geschützte Weidetiere die Mehrzahl der Schadensfälle ausmachten. Der Vorfall in Schermbeck, bei dem ein eigentlich ausreichend geschützter Zaun überwunden wurde, lässt jedoch Zweifel an dieser Aussage aufkommen. Auf unsere Frage, wie die Landwirte ihre Tiere in Zukunft besser schützen können, gab es keine konkrete Antwort. Der Minister bat lediglich um Geduld, da der konkrete Fall noch in Bearbeitung sei. Konkrete Handlungsempfehlungen oder Überlegungen zu effektiveren Schutzmaßnahmen blieben aus.

Überprüfung und Anpassung der Förderrichtlinien: Fehlende Klarheit

Auch auf die Frage nach einer möglichen Überprüfung und Anpassung der Förderrichtlinien für Schutzmaßnahmen blieb die Antwort des Ministers diffus. Er gab zwar detaillierte Informationen über die in den letzten Jahren ausgezahlten Fördermittel, ließ aber offen, ob die bestehenden Richtlinien an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden sollen. Angesichts der hohen Investitionen ist eine solche Anpassung jedoch dringend erforderlich, um einen effektiven Wolfsschutz zu gewährleisten.

Fazit: Hohe Kosten, wenig greifbare Ergebnisse

Die finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen ist zwar beachtlich, doch die jüngsten Vorfälle im Wolfsgebiet Schermbeck lassen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit aufkommen. Umweltminister Krischer vermied es, klare Antworten auf die drängenden Fragen zu geben und konkrete Lösungsvorschläge für die betroffenen Landwirte zu unterbreiten. Stattdessen wurden bekannte Informationen zu Förderungen und Maßnahmen wiederholt, ohne auf die konkreten Herausforderungen einzugehen. „Die Landesregierungen, so auch Nordrhein-Westfalen, entwickeln das Wolfsmanagement inkl. Herdenschutzförderung permanent weiter, um Praxistauglichkeit und Rechtssicherheit entsprechend des Erfahrungs- und Informationszuwachses kontinuierlich anzupassen und zu verbessern“, so Oliver Krischer. 

Die bisher entstandenen hohen Kosten stehen in keinem Verhältnis zu den immer noch auftretenden Schäden, was den dringenden Handlungsbedarf des Ministeriums unterstreicht.

Stabilität trotz Herausforderungen: Generalversammlung der Schermbecker Energiegenossenschaft 2024

15. Generalversammlung der Schermbecker Energiegenossenschaft

Die 15. Generalversammlung der Schermbecker Energiegenossenschaft, die am 27. August 2024 im Landgasthof Triptrap in Schermbeck stattfand, zeigte eindrucksvoll, dass die Genossenschaft trotz wirtschaftlicher Herausforderungen im abgelaufenen Jahr auf einem stabilen Fundament steht.

Daher schlug der Vorstand eine Dividende von 2 % vor. In dem vollbesetzten Saal diskutierten 60 stimmberechtigte Mitglieder über die Jahresbilanz und die Zukunft der Genossenschaft.

Generalversammlung der Schermbecker Energiegenossenschaft 2024 (2)
Foto: Ralf Meier

Heribert Triptrap ist neu im Vorstand

Trotz eines Rückgangs des Gewinns im Vergleich zum Vorjahr blickte der Vorstand optimistisch in die Zukunft. Es wurde deutlich, dass man auf eine Erholung setzt und bereits neue Projekte in Planung sind, die das Wachstum der Genossenschaft in den kommenden Jahren sichern sollen.

Erfolgreiche Wiederwahl von Norbert Scholtholt in den Aufsichtsrat

Ein besonderer Moment der Versammlung war die Wiederwahl von Norbert Scholtholt, dessen Platz im Aufsichtsrat turnusmäßig auslief. Mit 59 von 60 Stimmen wurde er mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt bestätigt, was das Vertrauen der Mitglieder in seine Arbeit unterstreicht. Die eine Enthaltung stammte übrigens von ihm selbst. Dass die Führungsgremien das volle Vertrauen der Mitglieder genießen, zeigten diese, als sie beide Gremien, sowohl den Vorstand als auch den Aufsichtsrat einstimmig entlasteten.

Generalversammlung der Schermbecker Energiegenossenschaft 2024 (2)

Bereits zuvor war die Feststellung des Jahresabschlusses einstimmig erfolgt. Eine Veränderung gab es im Vorstand: Heribert Triptrap wurde bereits am 31. Juli vom Aufsichtsrat gewählt und übernahm damit den Platz von Annika Dahlhaus, die sich aufgrund ihrer bevorstehenden Mutterschaft nicht zur Wiederwahl stellte. Nach der Devise „ganz oder gar nicht“, konnte sie es sich nicht vorstellen, nur auf dem Papier im Vorstand zu stehen. Sie bleibt der Genossenschaft jedoch als Mitglied erhalten.

Heribert Triptrap neu im Vorstand der Schermbecker Energiegenossenschaft

Bei der Generalversammlung hatte Heribert Triptrap, der bei der Volksbank Schermbeck als Kreditberater arbeitet, vier Wochen nach seiner Wahl jetzt die Gelegenheit, sich den Mitgliedern vorzustellen. Seit der 49-jährige, zweifache Familienvater mit seiner damals 17-jährigen Tochter 2023 an der Abbruchkante des Braunkohlelagers Lützerath stand, wirbt er „wo immer möglich für alternative Energien.“ Nicht von ungefähr liegt ein zusätzlicher Beratungsschwerpunkt seit April 2024 im Bereich „Erneuerbare Energien“. Jetzt freut er sich auf die Arbeit mit den Mitgliedern, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand.

Heribert Triptrap
Heribert Triptrap. Foto: Ralf Meier

Neues Mitgliederportal: Zentrale Rolle für internen Austausch

Die Generalversammlung verdeutlichte, dass die Schermbecker Energiegenossenschaft gut aufgestellt ist, um den kommenden Herausforderungen zu begegnen. Die Mitglieder blicken gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen und die Umsetzung aktueller Projekte. Dabei nimmt das neue Mitgliederportal für den internen Austausch eine zentrale Rolle ein. Schon in den nächsten Wochen sollen die Log-in-Daten an die Mitglieder verschickt werden. Auch auf das Auslaufen der EEG-Förderung im Jahr 2030 ist die Schermbecker Energiegenossenschaft vorbereitet.

Annika Dahlhaus
Annika Dahlhaus

Engagement für nachhaltige Energie und Mobilität

Die Schermbecker Energiegenossenschaft Die Energiegenossenschaft Schermbeck ist eine Initiative, die sich für nachhaltige Energiegewinnung und umweltfreundliche Mobilität in der Gemeinde einsetzt. Sie betreibt seit 2010 Photovoltaik-Anlagen und hat sich 2017 an zwei Windparks in Lühlerheim und Rüste beteiligt.

Diese Projekte im Bereich erneuerbarer Energien bilden das Kerngeschäft der Genossenschaft. Darüber hinaus engagiert sie sich für nachhaltige Mobilität durch ein E-Carsharing-Programm namens „GENO eMOBIL“ und ein Lastenrad-Sharing-Angebot „ScherMyBike“.

Die Genossenschaft ermöglicht es Bürgern, sich finanziell an diesen Projekten zu beteiligen und so gemeinsam zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beizutragen. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, die Lebensumwelt in Schermbeck durch technischen Fortschritt positiv zu gestalten und eine klimafreundliche Zukunft zu fördern, indem sie Lösungen für nachhaltige Energiegewinnung und umweltfreundliche Mobilität anbietet.

Moers: Deutscher nach Schusswaffeneinsatz durch Polizei tödlich verletzt

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Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf der Moerser Kirmes – Aktueller Vorfall unterstreicht Dringlichkeit.

Erst heute berichteten wir über die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen auf der diesjährigen Moerser Kirmes. Noch am selben Tag ereignete sich ein Vorfall, der die Polizei stark beschäftigt und die Notwendigkeit dieser Maßnahmen auf tragische Weise unterstreicht. Am Dienstag, den 27. August, kam es zu einem Polizeieinsatz, der mit einem tödlichen Schusswaffengebrauch endete.

Polizeieinsatz nach Bedrohungslage in Moers

Am Dienstagnachmittag gegen 14.45 Uhr erhielt eine Streifenwagenbesatzung der Polizei einen Notruf, der sie zu einer akuten Bedrohungssituation auf der Straße Im Schommer in Moers führte.

Ein 26-jähriger Mann (Deutscher) hatte zuvor mehrere Passanten tätlich mit einem Messer angegriffen und bedroht. Die Situation eskalierte, als der Tatverdächtige mit zwei Messern bewaffnet die eintreffenden Polizeibeamten auf dem Grillparzerweg angriff.

Tödlicher Schusswaffeneinsatz – Ermittlungen laufen

Im Verlauf des Einsatzes mussten die Polizeibeamten von der Schusswaffe Gebrauch machen, was für den 26-Jährigen tödlich endete. Weitere Personen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft Kleve ordnete daraufhin die Einrichtung einer Mordkommission der Duisburger Kriminalpolizei an, um den genauen Hergang und die Hintergründe der Tat umfassend zu ermitteln.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf der Moerser Kirmes 2024: Polizei verstärkt Präsenz

Polizei im Kreis Wesel reagiert auf brutale Messerattacke: Sicherheit auf das größte Volksfest am unteren Niederrhein, der Moerser Kirmes, wird verstärkt

Nach der brutalen Messerattacke in Solingen haben Polizei und Stadt Moers umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit auf der bevorstehenden Moerser Kirmes zu gewährleisten. Mit einem deutlich erhöhten Polizeiaufgebot und erweiterten Kontrollbefugnissen reagieren die Behörden auf die aktuellen Sicherheitsbedenken und setzen alles daran, ein friedliches und sicheres Volksfest zu ermöglichen.

Erhöhte Polizeipräsenz und strategische Fahndung

Die Moerser Kirmes, das größte Volksfest am unteren Niederrhein, zieht jährlich etwa eine halbe Million Besucher in die Stadt. Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage und der in den letzten Jahren aufgetretenen Probleme mit bestimmten Jugendgruppen, hat die Kreispolizeibehörde Wesel die Einsatzkräfte für die Kirmestage deutlich aufgestockt. Landrat Ingo Brohl, in seiner Funktion als Leiter der Kreispolizeibehörde, hat zudem das Mittel der „Strategischen Fahndung“ angeordnet. Dies ermöglicht es der Polizei, rund um das Veranstaltungsgelände sogenannte „anlassunabhängige Kontrollen“ durchzuführen.

Landrat Brohl betont: „Gemeinsam mit der Stadt Moers stellen wir uns der Lage angemessen auf, um die Moerser Kirmes bestmöglich zu schützen. Die verstärkte Polizeipräsenz und die erweiterten Kontrollmöglichkeiten bieten eine solide Grundlage für ein friedliches Volksfest.“

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei intensiviert

Zusätzlich wird die Ordnungspartnerschaft zwischen der Polizei und der Stadt Moers ausgeweitet. Diese Zusammenarbeit hatte bereits im letzten Jahr zu einer spürbar stärkeren Präsenz der Sicherheitskräfte geführt und ein überwiegend friedliches Volksfest ermöglicht. Bürgermeister Christoph Fleischhauer zeigt sich zuversichtlich: „Eine absolute Sicherheit kann man bei keiner Großveranstaltung garantieren. Aber ich werde mit einem genauso guten Gefühl zur Moerser Kirmes gehen wie im letzten Jahr.“

Hinweise an die Bevölkerung und Sicherheitsvorkehrungen

Die Polizei ruft die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Personen oder Verhaltensweisen sofort zu melden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das Mitführen von Waffen auf Volksfesten gemäß Waffengesetz verboten ist. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Moerser Kirmes ein Ort des freudigen Zusammenkommens bleibt, an dem die Stadtgesellschaft unbeschwert feiern kann.

Mit diesen verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und der engen Zusammenarbeit zwischen den Behörden setzen Stadt Moers und die Kreispolizeibehörde Wesel alles daran, die Moerser Kirmes in diesem Jahr sicherer zu machen.

Sommerfest des VdK Schermbeck mit Ehrungen 2024

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Am 24. August 2024 fand das alljährliche Sommerfest des VdK Ortsverbands (OV) Schermbeck statt, dieses Mal in der gemütlichen Atmosphäre der Gaststätte Nappenfeld in Schermbeck.

Insgesamt 44 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, die durch die Ehrung langjähriger Mitglieder und die feierliche Begrüßung des 300. Mitglieds im Ortsverband einen besonderen Rahmen erhielt.

Monatliche Treffen im evangelischen Gemeindehaus

Der Vorsitzende des VdK OV Schermbeck, Gisbert Loosen, eröffnete den Abend und hieß die Gäste sowie die Ehrengäste herzlich willkommen. Besonders begrüßte er die stellvertretende Bürgermeisterin, Hildegard Franke, sowie die stellvertretende Vorsitzende des VdK Kreisverbands am Niederrhein, Erika Heckmann.

In seiner Rede betonte Loosen die Bedeutung und die Aufgaben des VdK und verwies auf die bevorstehenden Veranstaltungen, wie die Seniorenmesse am 14. September 2024, die vom Seniorenbeirat organisiert wird, und das monatliche Treffen im evangelischen Gemeindehaus, bei dem eine offene Gesprächsrunde stattfindet. Hildegard Franke übermittelte die Grüße des Bürgermeisters und wünschte nach einer kurzen Ansprache einen harmonischen Verlauf des Abends.

Ehrungen-VDK-Schermbeck2024
Foto: Elke Overbeck

Begrüßung des 300. Mitglieds

Im Anschluss übernahm Erika Heckmann die Ehrung der langjährigen Mitglieder. Sie würdigte die zehnjährige Mitgliedschaft von Helga Clarendahl, Heinrich Cornelis, Dieter Michallek, Michael Durchleuchter, Wilfried Korthauer und Ingrid Iwanowski.

Einige Mitglieder, darunter auch Hubert Grote-Schepers, der seit 25 Jahren dem VdK angehört, konnten nicht persönlich anwesend sein. Ihre Urkunden, Ehrennadeln und ein Schermbeck-Gutschein werden ihnen nachträglich zugestellt. Ein besonderes Highlight des Abends war die Begrüßung des 300. Mitglieds im OV Schermbeck.

Gisbert Loosen überreichte Jutta Wiese eine Urkunde und einen Blumengruß als Zeichen der Anerkennung. Nach den offiziellen Programmpunkten wurde das Buffet durch den Wirt und den Vorsitzenden eröffnet, und die Gäste genossen den weiteren Abend in geselliger Runde. Der OV Schermbeck zählt nun insgesamt 304 Mitglieder, was den Erfolg und die Bedeutung des Ortsverbands einmal mehr unterstreicht.

Neue Chemie in Schermbeck? CDU Schermbeck stellt ihren Kandidaten Sascha van Beek vor

Die CDU Schermbeck hat sich mit Sascha van Beek getroffen, der als Kandidat für den Bundestag im Wahlkreis Wesel I antritt.

Bei Overkämping haben sich Vorstandsmitglieder der CDU Schermbeck mit ihm über seine politischen Ziele und den bevorstehenden Wahlkampf ausgetauscht. Dabei habe man festgestellt, dass die „Chemie“ stimmt.

Der Abend war geprägt von einem intensiven Austausch über die zukünftige Ausrichtung der CDU. Marc Lindemann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schermbeck und Organisator der Veranstaltung, zeigte sich sehr zufrieden: „Die Chemie stimmt. Wir haben einen sehr erfolgreichen Abend erlebt und der Kandidat hat sich sehr gut präsentiert.“

Sascha van Beek CDU
Foto: van Beek/Presse

Entscheidung für Sascha van Beek als Kandidat

Nachdem die langjährige Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss ihren Rückzug angekündigt hatte, wurde vom Kreisvorstand eine Personalfindungskommission eingesetzt. Nach eingehender Beratung wurde einstimmig beschlossen, der Wahlkreisvertreterversammlung Sascha van Beek aus Alpen als Kandidaten für den Wahlkreis 112 (Wesel I), zu dem auch Schermbeck zählt, vorzuschlagen.

Hintergrund zu Sascha van Beek

Sascha van Beek ist 40 Jahre alt, kommt aus Alpen und arbeitet bei einem Projektentwickler für erneuerbare Energien. Seit 16 Jahren ist er Mitglied der CDU im Kreis Wesel und seit 2016 Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Alpen. Neben seiner Tätigkeit im Gemeinderat engagiert er sich in zahlreichen Vereinen ehrenamtlich und ist dadurch am gesamten Niederrhein gut vernetzt.

Politische Ziele und Themenschwerpunkte

„Ich freue mich auf die anstehende Aufgabe. Ich hatte und habe während meiner politischen Tätigkeit stets im Fokus, bestmöglich für meine Heimat Politik zu machen. Das wird auch künftig so sein“, betonte van Beek. „Die Themen, die durch die Brille des Dorfes betrachtet werden müssen, sind vielfältig. In jedem Politikbereich braucht es eine starke Stimme für den ländlichen Raum.“

Nach seiner Vorstellung haben Kathrin Felisiak und Sebastian Püthe eine Fragerunde moderiert. Dabei ging es um van Beeks politische Positionen, Themenschwerpunkte und persönlichen Hintergrund. Themen wie Migration, die Belange des ländlichen Raumes, Social Media in der politischen Kommunikation, Koalitionen nach der Bundestagswahl, Energiepolitik und mögliche CDU-Kanzlerkandidaten waren unter anderem Thema.

Ausblick auf die Bundestagswahl

Die offizielle Nominierung von Sascha van Beek als Bundestagskandidat durch eine Delegiertenversammlung ist noch vor Weihnachten vorgesehen. Der Vorsitzende des Gemeindeverbands, Ulrich Stiemer, blickt optimistisch auf die kommende Bundestagswahl: „Wir alle wissen, dass die Zeit der Ampel-Regierung abläuft. Wir werden auch hier bei uns in Schermbeck alles dransetzen, dass es bei der nächsten Wahl wieder eine CDU-geführte Bundesregierung geben wird. Mit Sascha van Beek werden wir eine starke Stimme in Berlin haben.“

Welt-Alzheimer Tag 20. September – Theaterstücks „Verinnerungen“

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Welt-Alzheimer Tag – Das Netzwerk Lokale Allianz für Menschen mit Demenz lädt alle Angehörigen, Interessierten und Multiplikatoren herzlich zur Aufführung des Figuren- und Theaterstücks „Verinnerungen“ ein.

Diese bewegende Inszenierung, gestaltet von Sonja Lenneke vom Theater „Hand im Raum“, thematisiert auf einfühlsame Weise die Herausforderungen des Lebens mit Demenz.

Das Stück erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die durch die Demenz der Mutter tiefgreifend verändert wird. Die Kombination aus Schauspiel und Puppenspiel ermöglicht eine besondere Darstellung dieser komplexen Beziehung und regt zur Auseinandersetzung mit einem oft tabuisierten Thema an.

Veranstaltungsdetails:

Datum: Freitag, 20.09.2024
Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr
Ort: Bühnenhaus Wesel, Ritterstr. 12-14, 46483 Wesel
Dauer: 60 Minuten (ohne Pause)
Eintritt: Kostenfrei

Im Anschluss an die Aufführung findet ein Publikumsgespräch statt. Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, wird um eine vorherige Anmeldung gebeten.
Anmeldungen werden telefonisch unter 0157 – 54783766 entgegengenommen.

Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz

Das Netzwerk Lokale Allianz für Menschen mit Demenz, zu dem auch der Standort Schermbeck gehört, setzt sich aktiv für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz ein. Im Rahmen des Bundesprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ wird das Netzwerk bis Ende 2024 gefördert.

Ergänzend zu dieser Veranstaltung bietet die Caritas für die Dekanate Dinslaken und Wesel regelmäßige Sprechstunden zur Demenz- und Altenberatung an. Die Beratungsstellen befinden sich an folgenden Standorten:

  • Diersfordter Straße 17, 464999 Hamminkeln
    Sprechzeiten: Mittwoch und Freitag
    Tel.: 02852 5097922
  • Franz Etzel Platz 15, 46483 Wesel
    Sprechzeiten: Dienstag
    Tel.: 0281 34178-24
  • Weseler Straße 1, 46514 Schermbeck
    Sprechzeiten: Montag und Donnerstag
    Mobil: 0160 227 6932

Diese Angebote stehen allen Betroffenen und ihren Angehörigen zur Verfügung und bieten Unterstützung sowie Hilfestellung im Umgang mit Demenz.

Polizei Wesel warnt vor neuer Betrugsmasche mit QR-Codes „Quishing“

Einführung einer neuen Betrugsmasche: Quishing statt Phishing und Smishing, Datenklau über SMS

In Wesel warnt die Polizei vor einer neuen Betrugsmasche namens „Quishing“, die nach den bereits bekannten Methoden „Phishing“ (Datenklau über E-Mails) und „Smishing“ (Datenklau über SMS) nun vermehrt auftritt. Diese Methode setzt auf gefälschte Briefe, die im Namen bekannter Kreditinstitute versendet werden.

Vorgehensweise der Betrüger

In den täuschend echt aussehenden Briefen befindet sich ein QR-Code, der die Opfer dazu verleiten soll, ihre Bankdaten preiszugeben. Die Opfer scannen mit ihrem Mobiltelefon den im Brief enthaltenen QR-Code und folgen dem darin enthaltenen Link. Dieser führt zu einer gefälschten Webseite, die der Originalseite des Kreditinstituts ähnelt. Die Opfer werden dann dazu aufgefordert, ihre Zugangsdaten einzugeben oder eine Geldüberweisung durchzuführen.

Tipps zum Schutz vor der Betrugsmasche Quishing

Die Polizei rät, QR-Codes nur dann zu scannen, wenn die Seriosität des Absenders zweifelsfrei feststeht. QR-Codes sollten mit derselben Sorgfalt behandelt werden wie E-Mails von unbekannten Absendern mit unbekannten Anhängen. Zusätzlich wird empfohlen, eine Multi-Faktor-Authentifizierung zu nutzen, um die eigenen Daten besser zu schützen.

Handlungsempfehlungen bei Betrugsfällen

Sollten Sie bereits Opfer eines solchen Betrugsversuchs geworden sein, sollten Sie umgehend die Polizei informieren. Falls es bereits zu unautorisierten Geldtransfers gekommen ist, wird geraten, sofort das Kreditinstitut zu kontaktieren und das betroffene Konto über den Sperrnotruf 116116 sperren zu lassen.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten

Weitere Informationen zum Schutz vor Betrugsmaschen wie Quishing finden Sie auf der Webseite der Polizei-Beratung unter polizei-beratung.de. Zudem steht Ihnen die Präventionsdienststelle des Kreises Wesel unter der Telefonnummer 0281/1074420 für Fragen und Beratung zur Verfügung.

Blauzungenkrankheit breitet sich im Kreis Wesel rasant aus

Im Jahr 2024 hat sich die Blauzungenkrankheit (BTV 3) im Kreis Wesel stark ausgebreitet. Bis August wurden 63 Rinderhaltungen, 42 Schafhaltungen, eine Ziegenhaltung und ein Alpaka-Betrieb von der Krankheit betroffen.

Im Oktober 2023 wurde der erste Fall der Blauzungenkrankheit in Deutschland bei Schafen im Kreis Kleve festgestellt. Wie der Kreis Wesel mitteilt, trat der erste Fall im Dezember 2023 bei einer Kuh in Hamminkeln auf. Seitdem hat sich die Krankheit, die vor allem Haus- und Wildwiederkäuer befällt, rasant ausgebreitet.

Übertragung und Ausbreitung der Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung, die vor allem Rinder und Schafe befällt. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich. Der derzeit in Westeuropa vorherrschende Virustyp 3 (BTV 3) wird von bestimmten blutsaugenden Gnitzen übertragen. Die Ausbreitung der Krankheit folgte dem biologischen Rhythmus der Gnitzen, zunächst langsam im Frühjahr 2024, dann schnell ab Juli. Mittlerweile sind bundesweit über 3.500 Fälle bestätigt. Im Kreis Wesel sind über 100 Betriebe betroffen und es wird vermutet, dass die Zahl der infizierten Tiere weiter ansteigt.

Klinische Erscheinungen und wirtschaftliche Folgen

Die Symptome der Blauzungenkrankheit seien sehr unterschiedlich. Sie reichen von leichten Befindlichkeitsstörungen bis zu schweren, oft tödlichen Verläufen. Offiziell werden nur die betroffenen Betriebe erfasst, nicht aber die genaue Zahl der erkrankten oder verendeten Tiere. Viele Tierhalter berichten von großem Leid bei ihren Tieren und einer hohen Belastung durch die Pflege der Erkrankten. Die wirtschaftlichen Schäden durch Leistungseinbußen, Behandlungskosten und Todesfälle seien enorm und werden nicht staatlich entschädigt, so der Kreis.

Impfungen als Schutzmaßnahme – etwa 39.780 Tiere geimpft

Seit einigen Wochen stehen drei Impfstoffe zur Verfügung, die im Rahmen einer Eilverordnung eingesetzt werden können. Die Impfung wird dringend empfohlen und von der Tierseuchenkasse finanziell unterstützt.

Nach den in den Datenbanken hinterlegten Impfzahlen wurden bereits in 146 Rinderhaltungen ca. 33.000 Rinder, in 58 Schafhaltungen ca. 6.700 Schafe und 8 Ziegenhaltungen ca. 80 Ziegen geimpft.. Die tatsächlichen Zahlen dürften höher liegen, da möglicherweise noch nicht alle Impfungen erfasst sind. Ziel ist es, möglichst viele Tiere durch die Impfung zu schützen.

Aktueller Stand der Blauzungenkrankheit im Kreis Wesel (Stand: 21.08.2024)

Tierhaltungen im Kreis Wesel:

  • Rinderhaltungen: 590 Betriebe mit ca. 61.900 Rindern
  • Schafhaltungen: 488 Betriebe mit ca. 11.300 Schafen
  • Ziegenhaltungen: 279 Betriebe mit ca. 3.500 Ziegen

Feststellungen von BTV 3:

  • Rinderhaltungen: 63
  • Schafhaltungen: 42
  • Ziegenhaltungen: 1
  • Sonstige: 1 (Alpaka)

Meldepflicht und Konsequenzen

Der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Kreises Wesel weist darauf hin, dass insbesondere kleine, hobbymäßig betriebene Schaf- und Ziegenhaltungen oft nicht korrekt bei der Tierseuchenkasse NRW gemeldet sind. Diese Meldungen sind jedoch zwingend vorgeschrieben und können online erfolgen. Bei Unterlassung drohen Bußgelder.

Für Fragen steht der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung unter 0281/207- 7021 oder -7022 zur Verfügung.

Taschengeldbörse des Seniorenbeirats Schermbeck öffnet wieder

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Nach den Sommerferien öffnet der Seniorenbeirat Schermbeck seine Taschengeldbörse erneut.

Am Mittwoch, dem 28. August, von 16:45 bis 18:00 Uhr, lädt der Beirat zur ersten Sprechstunde ins Pfarrheim St. Ludgerus, Erler Str. 9, ein. Besonders Seniorinnen und Senioren aus Schermbeck, die Unterstützung bei leichten Arbeiten in Haus, Wohnung oder Garten benötigen, sind herzlich eingeladen, diese Gelegenheit zu nutzen.

Es stehen noch zahlreiche Jugendliche bereit, die gerne gegen ein kleines Entgelt solche Aufgaben übernehmen. Der Seniorenbeirat freut sich auf regen Zuspruch und steht bei der Sprechstunde für alle Fragen zur Verfügung.

Messerattacke in Solingen: Staatsanwaltschaft gibt neue Informationen bekannt

Messerattacke in Solingen: Drei Tote und mehrere Verletzte – Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts. Bei einer Messerattacke in Solingen sind am Freitagabend drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 23-jähriger Syrer, wird verdächtigt, aus terroristischen Motiven gehandelt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Messerangriff in Solingen fordert mehrere Todesopfer

Bei einer brutalen Messerattacke auf dem Solinger Stadtfest sind am Freitagabend drei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 56-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 67 und 56 Jahren. Neben den Toten wurden vier Menschen lebensgefährlich, zwei weitere schwer und zwei leicht verletzt.

Haftbefehl gegen mutmaßliches IS-Mitglied erlassen und vollzogen

Die Bundesanwaltschaft hat heute, 25. August 2024, beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den syrischen Staatsangehörigen Issa Al H. erwirkt. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. Darüber hinaus wird ihm Mord in drei Fällen sowie versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in acht weiteren Fällen zur Last gelegt.

Tatmotiv und Ablauf des Angriffs

Issa Al H. soll sich der Ideologie der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen haben. Aus radikal-islamistischen Motiven soll er am 23. August 2024 auf dem Stadtfest in Solingen den Entschluss gefasst haben, möglichst viele Menschen zu töten, die er für Ungläubige hielt. Der Beschuldigte habe mit einem Messer gezielt in den Hals- und Oberkörperbereich der Festivalbesucher eingestochen.

Ermittlungsstand und weitere Schritte

Die Bundesanwaltschaft übernahm das Verfahren am frühen Morgen des 25. August 2024 von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Issa Al H. war am Abend des 24. August 2024 in Solingen vorläufig festgenommen worden. Er wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehl erlassen und Untersuchungshaft angeordnet hat.

Marvin Müller triumphiert beim Lippe-Issel-Cup 2024: Gesamtsieg für Schermbecker Läufer

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Marvin Müller gewinnt den Lippe-Issel-Cup 2024

Marvin Müller aus Schermbeck hat den Lippe-Issel-Cup 2024 gewonnen. Der 33-Jährige setzte sich gegen die Konkurrenz durch und erzielte in der Addition der vier Volksläufe in Schermbeck, Raesfeld, Drevenack und Hamminkeln die schnellste Gesamtzeit. Am Freitag, den 23. August, nahm er im Rahmen des Hamminkelner Abendlaufs den Wanderpokal mit nach Hause.

Erfolgreiche Teilnahme an allen Läufen

Um in der Gesamtwertung des Cups berücksichtigt zu werden, mussten die Teilnehmer mindestens drei der vier 10-km-Läufe absolvieren. Wer an allen vier Läufen teilnahm, konnte das schlechteste Ergebnis streichen lassen. Müller sicherte sich bereits im Mai beim Schermbecker Volkslauf den Tagessieg und wurde in Raesfeld Zweiter. Den Hamminkelner Lauf beendete er als Tagesdritter, was ihm den Gesamtsieg einbrachte.

Fokus auf den Frankfurt Marathon

Nach seinem Erfolg beim Lippe-Issel-Cup richtet Müller nun seinen Fokus auf den Frankfurt Marathon im Oktober. Als Läufer des WSV Schermbeck will er dort an seine bisherigen Leistungen anknüpfen und eine neue Bestzeit aufstellen.

14. Wolfsangriff in kurzer Zeit – 3 Schafe in Gartrop gerissen

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Schafzucht in Gefahr? 14 Übergriffe (36 Tiere) in 38 Tagen im Wolfsgebiet Schermbeck

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geschah es erneut: Drei Schafe aus einer 19-köpfigen Herde wurden von einem Wolf gerissen. Diese erneute Attacke, mitten in den Lippeauen bei Hünxe-Gartrop, erhöht die Anzahl der Übergriffe in der Region Wesel/Schermbeck/Raesfeld auf mittlerweile 14 Fälle seit dem 19. Juli 2024. Fast im Zwei-Tage-Takt schlagen die Wölfe zu, und die Schafzüchter sind am Ende ihrer Kräfte.

Drei Schafe in Gartop-Bühl gerissen
Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf

Die Sorgen des Schafzüchters

„Das waren mit die besten Zuchttiere“, erklärt Erich Specht, der betroffene Schafzüchter, voller Verzweiflung. Die gerissenen Tiere waren nicht nur wertvolle Muttertiere, sondern trugen auch zur Erhaltung der Schwarzkopf-Rasse Suffolk bei, die Specht mit Leidenschaft züchtet. „Als die Wölfin hier auftauchte, wussten wir, dass wir den Wert unserer Schafe nie ersetzt bekommen“, fügt er hinzu. Für Specht und viele andere in der Region bedeutet jeder Angriff nicht nur einen emotionalen Verlust, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Überwindung von Schutzmaßnahmen

Was die Situation noch frustrierender macht, ist die Tatsache, dass selbst die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzzäune keine Sicherheit mehr bieten. In Spechts Fall wurden die Schafe durch einen 1,20 Meter hohen Zaun mit einer stromführenden Litze von 6000 Volt geschützt – doch das reichte nicht. „Stromführende Zäune von 90 bis 160 Zentimeter Höhe werden problemlos überwunden“, erklärt Specht, der sichtlich um die Sicherheit seiner restlichen Herden, die nicht in den Lippeauen stehen, besorgt ist. Trotz all dieser Schutzmaßnahmen schaffte es der Wolf, in die Umzäunung einzudringen und drei der wertvollen Muttertiere zu reißen.

Drei Schafe in den Lippeauen Gartrop-Bühl gerissen
Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf

Eine Region in Aufruhr

Nicht nur Specht, sondern auch andere Schafhalter in der Region teilen seine Sorgen. Schafe spielen eine entscheidende Rolle in der lokalen Ökologie, und die regelmäßigen Wolfsangriffe gefährden dieses fragile Gleichgewicht. „Wir machen uns große Sorgen für alle Schafhalter im Schermbecker Wolfsgebiet“, so Specht weiter.

Besonders besorgniserregend ist, dass die Schafzucht in der Region bereits durch andere Probleme wie die Blauzungenkrankheit stark belastet ist. Diese Seuche hat in den letzten Wochen zahlreiche Tiere dahingerafft und die Lage für die Schäfer noch prekärer gemacht. „Wir haben wirklich Sorge, dass die Schafhaltung hier bei uns im Gebiet wegbricht“, sagt Specht und weist darauf hin, dass einige Züchter in den letzten Wochen bereits aufgegeben haben.

Die Zukunft der Schafhaltung steht auf dem Spiel

Erich Specht und seine Familie haben in den letzten Jahren viel in den Schutz ihrer Herden investiert. Vor fünf Jahren wurden alle Zäune wolfssicher erneuert. Ihre Betriebsfläche ist ein Naturschutzprojekt unter anderem mit Insektenhotel und Blühwiesen, die sowohl im Winter und Frühjahr von den Schafen abgeweidet werden kann. Darüber hinaus pflegt die Familie Specht mit ihren Schafen die Naturschutzflächen in der Lippeaue.

Doch trotz dieser Bemühungen bleibt die Bedrohung durch den Wolf allgegenwärtig. Die Situation ist ernst, und viele Schafhalter fragen sich, wie lange sie dem Druck noch standhalten können.

Während die Wölfe immer wieder zuschlagen, schwindet die Hoffnung der Schäfer in der Region. Die Kombination aus Wolfsangriffen und Krankheiten bedroht nicht nur ihre Existenz, sondern auch eine jahrhundertealte Tradition. Die Zukunft der Schafhaltung im Schermbecker Wolfsgebiet steht auf der Kippe, und die Sorgen der Züchter sind mehr als berechtigt.

Wolfschutz im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ und Umgebung

Das Naturschutzgebiet „Lippeaue“ in Hünxe und Schermbeck sowie das angrenzende Naturschutzgebiet „Loosenberge“ umfassen gemeinsam rund 1004 Hektar und sind Teil eines großen Fauna-Flora-Habitat-Gebietes (FFH-Gebiet). Diese Gebiete, zusammen mit weiteren Naturschutzflächen im Kreis Wesel, wie der Dingender Heide, dem Diersfordter Wald und der Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark, unterliegen strengen Schutzbestimmungen, die sowohl die Flora und Fauna als auch die menschlichen Aktivitäten regulieren.

Wolfschutz im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ und Umgebung

Das Wolfsgebiet Schermbeck umfasst mehrere bedeutende Naturschutzflächen im Kreis Wesel, darunter das Naturschutzgebiet „Lippeaue“ in Hünxe und Schermbeck sowie das angrenzende Naturschutzgebiet „Loosenberge“. Diese Gebiete erstrecken sich über rund 1004 Hektar und sind Teil eines großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets (FFH-Gebiet), das unter besonderem Schutz steht. Innerhalb dieses Schutzraums gelten spezifische Regelungen, um die Balance zwischen Naturschutz und menschlichen Aktivitäten zu wahren, insbesondere im Hinblick auf den Schutz vor und den Umgang mit Wölfen.

Zusätzlich zu diesen Gebieten gibt es im Wolfsgebiet Schermbeck und im Kreis Wesel weitere bedeutende Naturschutzflächen, die ebenfalls strengen Schutzbestimmungen unterliegen:

  • Dingender Heide: 211 Hektar
  • Loosen Berge (Schermbeck): 12,5 Hektar
  • Diersfordter Wald: 926,60 Hektar
  • Torfvenn/Rehrbach: 266 Hektar
  • Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark: 1060 Hektar
  • Lippeauen (Hünxe): 742 Hektar

Maximale Zaunhöhe und Genehmigungspflicht

  • Maximale Höhe: In den Naturschutzgebieten dürfen Zäune in der Regel nicht höher als 1,20 Meter sein, um die Bewegungsfreiheit der Wildtiere, insbesondere bodenbewohnender Arten, nicht unnötig einzuschränken. Allerdings kann im Zusammenhang mit dem Schutz vor Wölfen eine höhere Zaunhöhe von bis zu 1,40 Metern genehmigt werden, wenn dies zum Schutz von Weidevieh erforderlich ist.
  • Genehmigungspflicht: Für die Errichtung von Zäunen in diesen Gebieten ist eine Genehmigung der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Dabei muss der Antrag die genaue Höhe, das Material sowie den Standort des Zauns umfassen. Die Behörde prüft, ob der Zaun den Anforderungen des Naturschutzes entspricht.

Material und Gestaltung

  • Natürliche Materialien: Zäune sollten bevorzugt aus natürlichen Materialien wie Holz errichtet werden, um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen. Drahtzäune sind zulässig, solange sie keine negativen Auswirkungen auf die Natur haben.
  • Elektrifizierung: Wenn höhere Zäune zum Schutz vor Wölfen errichtet werden, wird oft eine Elektrifizierung empfohlen. Diese soll sicherstellen, dass Wölfe nicht durch den Zaun brechen können. Dabei müssen mehrere stromführende Litzen im Abstand von etwa 20 bis 30 cm installiert werden.

Durchlässigkeit für Wildtiere

  • Wildtierfreundliche Gestaltung: Zäune müssen so gestaltet sein, dass sie die Wanderbewegungen und Lebensräume von Wildtieren nicht beeinträchtigen. Dies kann durch Lücken oder flexible Elemente gewährleistet werden, die kleineren Tieren den Durchgang ermöglichen.

Nutzungseinschränkungen

  • Zeitliche und örtliche Einschränkungen: In bestimmten Fällen kann die Nutzung von Zäunen zeitlich oder örtlich eingeschränkt werden, insbesondere während der Brut- und Aufzuchtzeiten gefährdeter Arten, um den Naturschutzbelangen Rechnung zu tragen.

Sanktionen bei Verstößen

Verstöße gegen diese Vorschriften können erhebliche Geldbußen nach sich ziehen. Zäune, die unrechtmäßig errichtet wurden, müssen in der Regel entfernt werden. Es ist daher ratsam, sich im Vorfeld umfassend über die geltenden Regelungen zu informieren und die notwendigen Genehmigungen einzuholen.

Gesetzliche Grundlagen

Die oben genannten Regelungen basieren auf dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dem Landesnaturschutzgesetz NRW (LNatschG NRW). Diese Gesetze regeln den Umgang mit Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen und legen spezifische Bestimmungen für den Zaunbau fest. Weitere Informationen und rechtliche Details finden sich in den entsprechenden Verordnungen und Gesetzen.

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