Kunden von mindestens drei Schermbecker Firmen wurden arg betrogen – Hacker übernehmen Daten von mindestens drei Heizungs- und Sanitär-Firmen

Dreiste Abzockmasche von Hacker in Schermbeck. Datenklau bei Schermbecker Handwerksbetriebe

Um an das Geld anderer Leute zu kommen, beweisen Betrüger einen enormen Einfallsreichtum. Eine bislang wenig bekannte dreiste Abzockmasche haben Betrüger in den letzten 14 Tagen im Schermbecker Raum praktiziert. Dabei beschädigten sie gleichzeitig den Ruf von solide arbeitenden Handwerksbetrieben.

Hacker klauen Daten Günter Beck
Als Sprecher mehrerer Schermbecker Handwerksbetriebe warnt der Unternehmer Günther Beck vor den betrügerischen Machenschaften von Inter-Hackern. Foto: Helmut Scheffler

Um den unbekannten Gaunern das betrügerische Handwerk zu legen, haben die drei Schermbecker Heizungs- und Sanitärfirmen Beck, Mika und Zepmeusel beschlossen, die Öffentlichkeit vor der Betrugsmasche zu warnen. Ihr Sprecher Günther Beck informierte gestern die Medien.

„In allen Fällen gingen die Betrüger ähnlich vor“, berichtet Günther Beck. Die Kunden haben über die Website des jeweiligen Schermbecker Handwerksbetriebes über ein Problem im Heizungs- oder Sanitärbereich detailliert berichtet, einen Auftrag zur Beseitigung eines Problems erteilt und einen Termin für den Handwerkerbesuch verabredet.

Betrüger hörten Gespräch als Hacker bei Internet-Telefonie mit

Dieses Gespräch hörten Betrüger als Hacker der Internet-Telefonie mit. Bestens informiert über die Namen und Adressen des Kunden und über die zu erledigenden Arbeiten, erschienen sie schon Stunden vor dem vereinbarten Termin bei den Kunden.

Sie wiesen darauf hin, dass die eigentlich beauftragte Firma wegen momentaner Arbeitsüberlastung den Auftrag abgegeben hätte. Da die Betrüger alle Details des Gespräches zwischen dem Kunden und der Schermbecker Firma kannten, ergab sich für die später betrogenen Kunden kein Anlass, einen Verdacht auf einen anstehenden Betrug zu schöpfen.

Nicht alle geprellten Kunden durchschauten die Masche

Der angebliche Handwerker stellte nach einer kurzen Inspektion der nicht funktionierenden Heizung fest, dass eine Steuereinheit nicht funktionierte und dass eine erforderliche Platine im Betrieb abgeholt werden müsse. Er stellte vor Ort eine Rechnung über die Fahrtkosten und die bislang schon entstandenen Lohnkosten aus. Auch ließ er sich den Betrag erstatten und machte sich auf den Weg, um angeblich im Betrieb die fehlende Platine zu holen.

Erst als nach Stunden der Monteur der Schermbecker Firma zum vereinbarten Termin erschien, fiel der Betrug auf. Nicht alle geprellten Kunden durchschauten die Masche der Betrüger, sodass in mehreren Fällen eine unverdiente harsche Kritik an den Schermbecker Betrieben geäußert wurde.

Günther Beck mahnt zur Vorsicht

„Was uns passiert ist, kann auch Kunden anderer Handwerksbetriebe treffen“, mahnt Günther Beck zur Vorsicht. Wenn eine Fremdfirma schon vor dem verabredeten Zeitpunkt erscheint, sollte man schon stutzig werden, selbst wenn genaueste Kenntnisse geäußert würden.

Eine solide Firma stellt grundsätzlich eine Rechnung nach Abschluss aller Arbeiten aus, aber niemals mitten im Arbeitsvorgang. Spätestens bei der Aufforderung zur Zahlung einer Teilleistung sollte man die eigentlich beauftragte Firma anrufen.

Vielleicht hilft auch schon der Blick auf die ausgestellte Rechnung, um einen Verdacht zu schöpfen. Die der Presse gestern vorgelegte Rechnung, die ein geprellter Schermbecker Kunde erhielt, wurde nicht von einem Betrieb einer Schermbecker Nachbarkommune ausgestellt, sondern von einem Krefelder Hausmeister-Service.

An der Summe von 39 €, 149 € und 59,5 € hätte man auch ohne Taschenrechner schnell erkennen können, dass das Ergebnis nicht 157,92 € heißen kann.

Unbedingt Anzeige erstatten

„Es sollte in solchen Fällen unbedingt eine Anzeige erstattet werden“, empfahl Andrea Margraf als Sprecherin der Kreispolizeibehörde Wesel einen Anruf unter 0281/107-0 oder bei der auch für Schermbeck zuständigen Polizeidienststelle Hünxe (Hünxer Straße 22, Tel. 02858/ 91810-0).

Anzeigen könnten, so Margraf, auch online erfolgen oder durch persönliches Erscheinen in der zuständigen Polizeidienststelle.

Günther Beck ist davon überzeugt, dass diese kriminelle Methode in allen Handwerksbetrieben praktiziert werden kann. Er mahnt zur besonderen Vorsicht, wenn eine Begehung mit unbekannten Handwerkern nach einem ähnlichen Muster abläuft. Um die kostenträchtigen Folgen einer Internet-Telefonie zu vermeiden, könne man Aufträge auch per Telefon oder Handy erteilen. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Woher weiß man denn, dass die „Telefonate gehackt“ wurden? Vielleicht haben die Betrüger auch über einen Trojaner Zugriff auf die Auftragsbücher dieser Firmen?

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