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Leserbrief zu: Falsches Spiel der Schermbecker Grünen

Veröffentlicht am

Hinweis: Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung von Redaktion wieder.

Ein Leserbrief von Jörg Porsche

Lieber Rainer Gardemann,

vielen Dank, dass du dich als PUMA-Vorsitzender zu Wort meldest. Ich finde eine offene Diskussion ist wichtig. Leider kann ich aber deine Argumente nicht verstehen.

Dass der Verkehrsversuch in dieser Form von allen Beteiligten einstimmig getroffen wurde, hat mich ehrlich gesagt gewundert, denn die Verkehrsregelung für die Mittelstr. wurde entgegen dem eindeutigen Votum aus der Bürgerbefragung umgesetzt. Dort hatten sich 35% für eine Einbahnstrassenregelung und 25% für „… eine Beibehaltung des Zweirichtungsverkehr bei gleichzeitiger Durchführung unterschiedlicher verkehrsberuhigender Maßnahmen …“ ausgesprochen.

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Aber jetzt, wo der Verkehrsversuch zu Ende geht, haben wir doch ein ganz anderes Thema. Jetzt wäre es an der Zeit, sachlich und vor Allem ergebnisoffen in die Bewertung der Ergebnisse und die Diskussion über die weitere Vorgehensweise einzusteigen.

Wenn man sich die bisher veröffentlichen Ergebnisse ansieht, finde ich diese allerdings sehr dürftig für eine so wichtige Entscheidung. Wurden in vier Monaten Verkehrsversuch lediglich an vier Tagen (jeweils 2 Dienstage und 2 Donnerstage) Verkehrszählungen durchgeführt, die dann auch noch lückenhaft sind?

Wurden die Auswirkungen auf die Kundenfrequenz und die Umsätze der Händler und Gastronomen völlig ausgeblendet und gar nicht gemessen? Wenn man der Presse entnehmen kann, dass Händler von deutlichen Umsatzeinbußen berichten und die Werbegemeinschaft eine Unterschriftenliste vorlegt, die eine Einbahnstraßenregelung befürwortet, ist das doch ein Hilfeschrei, der uns nicht völlig unbeeindruckt lassen kann.

Wahrscheinlich wird es verschiedene Sichtweisen auf die Ergebnisse geben.

Offenbar bewertet das Planungsbüro die Ergebnisse, die sich ausschließlich auf die Verkehrszählung beziehen, als Erfolg. Aber selbst diese Sichtweise wird von 4.400 zusätzlichen km auf den längeren Ausweisstrecken, 1.950 Fahrzeugen, die auf ein anderes Verkehrsmittel ausweichen oder Schermbeck gar nicht mehr besuchen und deutlich rückläufigen Fußgängerzahlen in der Mittelstr. getrübt.

Vielleicht bestätigen die rückläufigen Fußgängerzahlen auch die Umsatzeinbußen, von denen die Händler berichten.

Ich finde es daher völlig in Ordnung und sogar wünschenswert, wenn man jetzt einen differenzierten Blick auf die Ergebnisse des Verkehrsversuches hat. Andernfalls könnte man ja meinen, dass das gar kein ernstgemeinter Versuch war und das Ergebnis schon vorher feststand. Daher kann ich kein falsches Spiel von Stefan Steinkühler und den Schermbecker Grünen erkennen, sondern nur dass was jetzt am Ende des Verkehrsversuches stehen sollte: Eine ehrliche Analyse aller Ergebnisse und Argumente dafür aber auch dagegen.

Und dazu reicht es aus meiner Sicht nicht aus, die Ergebnisse der getroffenen Entscheidungen transparent zu veröffentlichen. Vielmehr sollten die Argumente der Schermbecker im Vorfeld von Entscheidungen gehört und bewertet werden und in die Entscheidungen mit einfließen. Sicher kann man es nicht allen recht machen. Aber einen breiten Konsens erreicht man, wenn man Betroffene zu Beteiligten macht.

Und dass die Schermbecker kein Interesse zeigen, kann man ja nicht wirklich erkennen. Dazu muss man nur die Beiträge der letzten Wochen lesen oder vor Ort ins Gespräch kommen.

In diesem Sinne freue ich mich auf eine sachliche Diskussion (auch wenn sicher viele Emotionen mitspielen) mit dem Ziel das Beste für Schermbeck zu erreichen.

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