Buschhausener Fähnchenschützengilde nimmt ihre Lieblings-Schwesterngilde mächtig aufs Korn
Max Bienbeck ist neuer König der „Fähnchenschützengilde Buschhausen n.e.V.“. Linda Deppe steht ihm als Mitregentin ein Jahr lang zur Seite.
Der größte Teil der eintägigen Feier gehört traditionell den scheidenden Majestäten. So war es auch am Samstag, als das bisherige Königspaar Dennis Nappenfeld und Andrea Böhm gemeinsam mit seinem Throngeschlumpse Emanuel Böhm und Veronika Nappenfeld sowie Dirk Teborg und Tina Neumann die wohl drolligste Brauchtumsfeier im gesamten Gemeindegebiet über sich ergehen ließ.

Ein unverzeihlicher Brauchtumsbruch
Das gesamte Treiben der Gilde versteht allerdings nur, wer ihre Entstehungsgeschichte kennt. Gegründet wurde sie aus Protest gegen einen aus Sicht der Buschhausener unverzeihlichen Brauchtumsbruch der Altschermbecker Gilde. Die kleinen Ansteckfähnchen sollten abgeschafft werden. Das wollten die späteren Fähnchenschützen nicht hinnehmen.
Seitdem beobachten die Mitglieder während des Kilianfestes mit Argusaugen die Fehler und Schwächen ihrer „Lieblings-Schwesterngilde“. Das Kilianfest definieren sie als ihre „eigene Vorfeier“. Beim anschließenden Fähnchenschützenfest werden die gesammelten Beobachtungen dann faustdick karikiert.

Drei Biermarken für fünf Euro
Bei strahlendem Sonnenschein traten die Fähnchenschützen am Samstag beim noch amtierenden König Dennis Nappenfeld an der Erler Straße an. Dort konnten sich die Schützen in die Liste eintragen. Wer fünf Euro zahlte, erhielt im Gegenzug drei Biermarken kostenlos.
Begleitet von Musikern der Blaskapelle „Einklang“, der „Pils’n Buam“, der Holtwicker Blaskapelle und des Tambourkorps Schermbeck zogen Thron und Schützen zur ersten Schnapsstation in der KartoffelAckerdemie.

Flüssige Kost gab es auch in der Gaststätte Overkämping. Nach einer Pi-Pause an der Kapellenweg-Brücke warteten weitere Getränke beim Kilian-Vorstandsmitglied Holger Scheidt auf dem Gelände der Firma Lerbs sowie bei Markus Fasselt.

Gewitter vertreibt die Parade
Der vom Oberst Hendrik Bienbeck und seinem hölzernen Pferde-Fahrrad angeführte Zug endete auf dem Hof Cluse in Buschhausen. Dort sind die Mitglieder der Fähnchenschützengilde laut Festschrift seit 1993 gern gesehene Gäste.
Die sonst üblichen Paraden konnten diesmal allerdings nicht unter freiem Himmel stattfinden. Nach einer tagelangen Hitzeperiode mit Temperaturen von rund 40 Grad zog ein Gewitter auf. Strömender Regen trieb die Besucher in das Haus der Familie Cluse, in die Garage und unter die Zeltdächer.

Seitenhiebe gegen Altschermbeck und den Mühlenteich
Präsi Marius Sühling verpasste der „Lieblings-Schwesterngilde“ in Altschermbeck mit witzigen Formulierungen mehrere Seitenhiebe. Auch die Mühlenteich-Kiliangilde blieb nicht verschont.
Schallendes Gelächter machte die Runde, als Sühling den Mühlenteich-Kilianern anbot, ihnen im kommenden Jahr die eigene Lichterkette auszuleihen. Damit könne ihnen die eine oder andere Bastelarbeit erspart bleiben.

Auch das geplante Tierkrematorium im Gebiet des Königreichs Buschhausen fand Eingang in Sühlings spöttische Betrachtungen. Die Rauchbelastung für das eigene Maien-Reservat sei einfach zu hoch.
Ehrungen für langjährige Mitglieder
Vize-Präsi Yannik Heuwing ehrte mehrere langjährige Mitglieder. Ausgezeichnet wurden Titanschütze Nico Höller, die Granatschützen Patrick Striewe und Ralf Schlebusch, Silberschütze Björn Mischel, Silberkönig Sascha Unger und Goldkönig Michael Schuknecht.
Marius Sühling gedachte zudem des verstorbenen Vereinsmitglieds Heiner Hegemann.

Segen mit der Toilettenbürste
„Pastor“ Andreas Pieniak erteilte bei seinem Rundgang gemeinsam mit „Messdiener“ Yannik Heuwing den Segen für den weiteren Verlauf des Festes. Als Weihwassergerät diente eine Toilettenbürste.
Auch die vom Technischen Direktor Leon Sühling verlesene Schießordnung enthielt zahlreiche Kuriositäten. Zum Schießen zugelassen wurden nur Schützen, die „mindestens ein paar Königinnenaspiranten“ nachweisen konnten. Gleichzeitig mussten sie ihren lebenslangen Austritt aus den Reihen der Schermbecker Schüppenschützen beantragen.

Widerspenstiger Vogel braucht Unterstützung
Nach dem Gesang der Nationalhymne eröffneten um 18 Uhr die Majestäten des Vorjahres und der Silberkönig das Schießen mit einem Soft-Air-Gewehr auf den Vogel.
Der Vogelkorpus erwies sich als ausgesprochen widerspenstig. Mehrfach musste mit der Säge nachgeholfen werden. Schließlich begannen die Schützen sogar damit, Holzscheite auf den Vogel zu werfen. Trotz aller Unterstützung dauerte es bis 0.58 Uhr, ehe Max Bienbeck den Rest des Vogels zu Boden zwang.

Beratung im Zigarrendunst
Die anschließenden, rund 40-minütigen Beratungen in Adelgunde Cluses Mini-Beratungskammer fanden im Dunst Zigarren rauchender Vorstandsmitglieder statt und ließen sich kaum in Worte fassen.
Um 1.40 Uhr gelang schließlich die Übergabe der Schützenkette an den 21-jährigen Gartenbauer Max Bienbeck. Seine Mutter Ulla Bienbeck ist amtierende Schützenkönigin der Kilianer. Sein Vater Berthold Bienbeck regierte bereits in der Kiliansaison 2001/2002 als König. Max Bienbeck selbst ist zudem Fahnenoffizier der Kiliangilde.
Linda Deppe wird neue Königin
Neue Königin der Fähnchenschützen ist die 20-jährige Sozialversicherungsfachangestellte Linda Deppe. Unterstützt wird das Königspaar vom Throngeschlumpse Florian Strock und Kathi Reken sowie Niklas Pohlhuis und Målin Baumeister.

Der heilige Suppsack wacht über Buschhausen
Was für die Altschermbecker Kilianer der heilige Kilian ist, stellt für die Fähnchenschützen der heilige Suppsack dar.
Der Legende nach soll der heilige Suppsack bereits vor der Gründung der Fähnchenschützengilde im Jahr 1982 in Buschhausen gesehen worden sein. Seit 1996 begrüßt er die Schützen als Denkmal bei ihrer Ankunft auf dem Hof Cluse.
























