Auftaktveranstaltung fürs gemeindliche Klimaschutzkonzept war schwach besucht

Vom großen Ziel, möglichst viele Bürger an der Diskussion um das Schermbecker Klimaschutzkonzept zu beteiligen, sind die Konzeptgestalter von der Oberhausener Firma „Fraunhofer Umsicht“ noch weit entfernt.

Nur 29 Interessenten (unter ihnen zehn Ratsmitglieder) kamen Donnerstagabend zur Auftaktveranstaltung ins Begegnungszentrum. Vor der Präsentation der bisherigen Arbeitsergebnisse und Planungen durch Dr. Ing. Hartmut Pflaum und Boris Dresen von der „Fraunhofer Umsicht“ verwiesen Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter und der gemeindliche Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch auf die bisherigen Maßnahmen im Gemeindegebiet, die zum Klimaschutz beitragen können. Dazu gehörten das Modellprojekt Dreifachturnhalle ebenso wie Projekte, die mit KP-II-Mitteln gefördert wurden und an der Turnhalle in Gahlen, im Rathaus sowie in en drei Feuerwehrgerätehäusern zu deutlichen Energieeinsparungen geführt haben.

Dr. Pflaum stellte die Firma „Fraunhofer Umsicht“ vor, deren Hauptaufgabe in der anwendungsorientierten Forschung besteht. 358 Mitarbeiter sind im Oberhausener Institut beschäftigt.

Boris Dresen übernahm die Vorstellung der Projektinhalte des Klimaschutzkonzeptes, das als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzanstrengungen dienen soll und mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Sechs Arbeitspakete müssen bewältigt werden. Neben der Erstellung einer Ist-Analyse der Energie- und CO2-Bilanz, die weitgehend abgeschlossen ist, geht es um eine Potenzial-Analyse, um aus diesen beiden Arbeitsschritten einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln. In weiteren Phasen soll das erarbeitete Konzept politisch diskutiert und dann regelmäßig mit Hilfe eines Controlling-Konzeptes überprüft werden.

Im Rahmen der Analyse des Ist-Zustandes wurde ein Standortprofil für die Gemeinde Schermbeck erstellt. Dabei wurden die Wirtschaftsstruktur, die demografische Entwicklung und die Flächennutzung analysiert. Die Planer gehen davon aus, dass Schermbecks Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren um 2,5 Prozent zurückgehen wird. Der Vergleichswert für NRW ist minus 3,6 Prozent. Derzeit werden Daten zum Energieverbrauch und zur Produktion erneuerbarer Energien aufbereitet.

Während der Auftaktveranstaltung ging es den Planern darum, von den Teilnehmern zu erfahren, welche Teilaspekte des Klimaschutzes besonders untersucht werden sollen. Als Wünsche wurden die Untersuchung einer besseren Nahwärmeversorgung und die Beratung benachbarter Unternehmen ebenso genannt wie die Bitte, interkommunal zu arbeiten und einen Weg durch das Dickicht der vielen Fördermöglichkeiten zu ebnen. Die Gemeinde wurde gebeten, runde Tische mit gleichgesinnten Partnern zu organisieren. Der Wunsch nach einer Aktivierung der bestehenden Energiegenossenschaft wurde geäußert, wobei Bürgermeister Grüter versicherte, die Energiegenossenschaft sei auf einem guten Wege in Sachen Windenergie unterwegs. Seitens der Grünen wurde nahe gelegt, den Naturschutz nicht außer Acht zu lassen. Mehr Biogasanlagen bedeuteten gleichzeitig durch mehr Vermaisung eine stärkere landschaftliche Vereinödung und Reduzierung der Artenvielfalt.

An der Vorstellung der Absichten und bisherigen Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes beteiligten sich aktiv Boris Dresen (sitzend), Dr. Ing Hartmut Pflaum, Friedhelm Koch und Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter (v.l.). Foto Scheffler
An der Vorstellung der Absichten und bisherigen Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes beteiligten sich aktiv Boris Dresen (sitzend), Dr. Ing Hartmut Pflaum, Friedhelm Koch und Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter (v.l.). Foto Scheffler

Im Verlauf der weiteren Maßnahmen wird es zwei weitere Workshops geben, deren Themen von der Bevölkerung vorgeschlagen werden können, entweder über die Gemeindeverwaltung oder direkt bei der „Fraunhofer Umsicht“. Im Sommer sollen Interviews mit Firmen geführt werden. Bis zum Jahresende soll das Konzept fertig werden, das im Januar 2014 vorgestellt werden soll. Die Aufgabe des späteren Controllings soll nach den Vorstellungen der Planer die Gemeinde selbst übernehmen. Für die dazu erforderliche Beschäftigung eines Klimaschutzmanagers gibt es eine finanzielle Förderung in Hohe von 95 Prozent der Kosten. H.Sch

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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