Die „Eintracht“-Narrenschar lud gleich zweimal zur Karnevalsfeier ein

Schermbeck Hunderte farbiger Luftballons passten im Begegnungszentrum des Rathauses zur Fröhlichkeit der kleinstädtischen Narrenschar, die sich mit dem Männergesangverein „Eintracht“ am Wochenende gleich zweimal in närrische Gefilde begab.

Für ihre 61. öffentliche Karnevalsfete hatte die von Michael Göbel geleitete Sängerschar das Motto „Wir an der Lippe nehmen alles auf die Schippe“ ausgewählt. Inmitten eines farbenprächtig gestalteten Bühnenbildes, das unter Leitung von Hans Stuhldreier und Volker Sobotta entstand, saß der Siebenerrat, zu dem Bernd Ewald und Winfried Tenhündfeld ebenso gehörten wie Reiner Horstkamp, Gottfried Heiske, Peter Dieker, Dr. Dirk Teborg und Heinz Heid.

Das dreieinhalbstündige Programm eröffnete die Sängerschar mit ihrem Dirigenten Walter Buß, die sich diesmal von Liedern aus dem Kölner Karneval inspirieren ließ. Wolfgang Paul, Dr. Dirk Teborg, Wolfgang Herkel, Michael Matern und Roland Schriefers ernteten als Solisten mit Liedern der „Höhner“ und der „Paveier“ tollen Beifall.

Claudia Schriefers stieg als erste Rednerin in die Bütt. Mit dem Zerrbild ihres Ehemannes, eines völlig untalentierten Heimwerkers mit zwei linken Händen, traf sie, wenn man den zustimmenden Gesichtern der Damen im Saal glauben durfte, offensichtlich auf ein Massenphänomen innerhalb der Männerwelt und erhielt dafür den ersten Orden.

Mit ihrem verwirrenden Wortspiel um die drei Flaschengeister „Was“, „Wie“ und „Egal“ verlangten Roland Schriefers und Wolfgang Paul den Zuschauern sehr viel Konzentration ab. Mit einem Lied des deutschen Friseurhandwerks entließ das Duo die Zuhörer aus der Anspannung.

„Neubürger“ Wolfgang Herkel trat zum neunten Male in dieser Funktion vor das närrische Publikum. Seine Witzparade beendete er traditionsgemäß mit dem „Schermbeck-Lied“.

Als „Räuber von Schermbeck“ lud Michael Matern zu einem musikalischen Bummel zwischen Ballermann und Gürzenich ein, bevor er die Wahl des am originellsten kostümierten Zuschauers leitete. Manfred Schweiger aus Mülheim hatte sich als Clown besonders fein herausgeputzt und gewann den ersten Preis.

Einige auswärtige Gruppen bereicherten das Programm. Fünf junge „Tanzwiesel“ des KVC Wesel machten auf der Bühne ihrem Namen alle Ehre. Einen Querschnitt zwischen Charleston und Boogie vertanzten die sechs Dorstener „Diamonds“ Jessica Cleve, Sarah Vogel, Carina Giebert, Lara Berger und Jaqueline Dawidsen bei ihrem ersten Auftritt im Schermbecker Karneval. Zu einem optischen Highlight wurde der Auftritt der „Tanzwiesel“ beim Ausflug in den Dschungel. Für eine fernsehreife Akrobatik mit artistischen Glanzleistungen, die in fast bis zur Decke reichenden Menschen-Pyramiden gipfelten, erhielten Tarzan und seine zwölf Janes tosenden Applaus.

Zwischen den einzelnen Vorführungen auf der Bühne lud Tontechniker Jürgen Lokies die Gäste zum Schunkeln ein. Bei vielen „Ohrwürmern“ sangen die einfallsreich kostümierten Gäste lautstark mit.

„Da stimmt etwas nicht“, wiederholte der von einem Sprachkurs zurückkehrende Micki ( Michael Göbel), als er neben seiner vollbusigen Frau (Ulli Strock) im Bett lag und beim Zählen der herausragenden Füße immer bis zur Zahl sechs gelangte.

Engelbert Bikowski erzählte von kuriosen Begegnungen im Himmel und in der Hölle. Als erstmals auftretende „Schermbecker Jungens“ stimmten Manfred Jansen, Reiner Horstkamp, Ulrich Strock und Michael Matern unter anderem das Lied vom Schermbecker „Kakelahu-Busch“ an.

Kurz vor Mitternacht ging an beiden Tagen jeweils das glanzvolle musikalische Finale über in das Tanzen der Gäste. H.Sch.

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.