StartRegionalesHochwasserschutz in Dorsten: Stadt bietet Sandsäcke für Bürger an

Hochwasserschutz in Dorsten: Stadt bietet Sandsäcke für Bürger an

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Foto: Christoph Queens/Archiv

Angesichts der verheerenden Hochwasserereignisse der letzten Wochen, wie zuletzt in Spanien, rückt der Hochwasserschutz auch in Deutschland wieder verstärkt in den Fokus. Und wer erinnert sich nicht noch an das Hochwasser der Lippe Ende und Anfang des Jahres? Die anhaltenden Niederschläge haben entlang des Flusslaufs der Lippe die Lippeauen in Schermbeck streckenweise in eine ausgedehnte Seenlandschaft verwandelt.

Die Stadt Dorsten hat nun auf die potenziellen Gefahren reagiert und bietet ab sofort Sandsäcke zum Einkaufspreis von 50 Cent pro Stück an.

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Damit können Bürger ihre Häuser und Grundstücke besser vor eindringendem Wasser schützen. Der Verkauf findet im Stadthaus an der Lippestraße 41 statt.

Bürgermeister Tobias Stockhoff warnt vor den Gefahren

„In einem Notfall ist es immer wichtig, gut vorbereitet zu sein. Das gilt nicht nur für uns als Stadtverwaltung, sondern für jeden einzelnen von uns. Wir sollten dann genau wissen, was zu tun ist und möglichst die nötigen Hilfsmittel schon parat haben“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff. Besonders bei starkem Regen, wenn die Kanalisation überlastet ist, können Sandsäcke helfen, Wasser von Kellern und Gebäuden fernzuhalten.

Die Sandsäcke, die aus robustem Polypropylen gefertigt sind, sind unbefüllt und damit lange lagerfähig. Bürger können bis zu 100 Säcke pro Person erwerben, größere Mengen sind auf Anfrage über Sammelbestellungen erhältlich.

Tipps zum Befüllen und Lagern der Sandsäcke

Das Befüllen der Sandsäcke erfolgt in Eigenregie. Dafür wird feiner Bausand (Körnung 0–4) oder ein Sand-Kies-Gemisch benötigt. Pro 100 Säcke sind etwa 1,2 bis 1,5 Tonnen Material erforderlich. Wer Platz hat, sollte vorsorgen und einige Säcke bereits befüllt lagern. Ein großer Spiel-Sandkasten eignet sich dafür hervorragend.

Beim Befüllen ist Teamarbeit gefragt: Einer hält den Beutel, ein anderer schaufelt Sand hinein. Optimal ist eine Befüllung zu etwa 50 %, was 12 bis 15 Kilogramm entspricht. So bleiben die Säcke flexibel und können eng aneinandergelegt werden, um einen dichten Schutzwall zu bilden.

Sandsäcke gibt es aus verschiedenen Materialien (hier aus Jute). Das Funktionsprinzip ist aber immer gleich. Symbolfoto: pixabay

Effektiver Schutz durch Sandsack-Barrieren

Um beispielsweise eine Tür mit einer Breite von einem Meter und einer Schutzhöhe von 40 Zentimetern zu sichern, benötigt man 16 Sandsäcke. Die Stadt Dorsten verweist auf den „Sandsackrechner“ des Technischen Hilfswerks, der online hilft, den genauen Bedarf zu ermitteln.

Weitere Informationen und praktische Anleitungen, etwa zur richtigen Lagerung und Entsorgung der Sandsäcke, bietet die Stadt Dorsten auf ihrer Website. Auch die Nutzung einer Starkregengefahrenkarte im Geoportal der Stadt kann wertvolle Hinweise zur Hochwassergefährdung vor Ort liefern.

Lehren aus Spanien und anderen Katastrophen

Die jüngsten Hochwasserereignisse in Spanien, bei denen ganze Ortschaften überschwemmt wurden, verdeutlichen, wie wichtig Vorsorge und Prävention sind. Auch in Deutschland sind Starkregen und Überflutungen längst keine Ausnahme mehr. Mit Initiativen wie dem vergünstigten Sandsackverkauf setzt die Stadt Dorsten ein Zeichen für aktiven Hochwasserschutz und ruft ihre Bürger zur Eigenverantwortung auf.

Hochwasser-Risiko-Check: floodcheck.net
Tipps zur Grundstücksentwässerung: Stadt Dorsten
Starkregengefahrenkarte Dorsten: Geoportal Dorsten (Pfad: „Fachdaten – Natur und Umwelt – Hochwasser und Starkregen“).
Notfallinfos: dorsten.de

Mit kleinen Maßnahmen wie der Anschaffung von Sandsäcken können Bürger dazu beitragen, ihre Häuser besser zu schützen und die Auswirkungen von Hochwasser zu minimieren. Die Stadt Dorsten unterstützt sie dabei – eine Investition, die sich im Ernstfall auszahlen könnte.

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