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Hat die Politik in Sachen Wolf versagt? Landrat Ingo Brohl bezieht Stellung

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Foto: Petra Bosse

Hat die Politik in Sachen Wolf im Kreis Wesel versagt? Landrat Ingo Brohl nimmt zum Thema Wolf in Schermbeck Stellung

Nachdem im Jahre 2018 der damalige Landrat Ansgar Müller sich über den ersten neu angesiedelten Wolf im Kreis Wesel im Schermbeck Wolfsgebiet freute und ihn den Namen „Gloria von Wesel“ verlieh, steht Landrat Ingo Brohl heute der Situation, was die Anwesenheit der Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck anbelangt, eher skeptisch gegenüber.

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Aktuell beim LANUV in Bearbeitung sind seit Januar 2023 alleine nur aus dem Schermbecker Wolfsgebiet sechs Rissmeldungen, was Nutztierrisse anbelangt.

  • Voerde 13.3.: 4 Schafe tot, 1 Schaf verschwunden
  • Dinslaken 28.2.: 9 Schafe tot, 6 Schafe verletzt und später euthanasiert, 1 Schaf verschwunden und später tot aufgefunden, 10 Schafe verschwunden
  • Bottrop 22.2.: 1 Alttier tot, 1 Lamm tot
  • Dorsten 16.2.: 2 Alttiere tot, 6 Lämmer tot, 2 Lämmer verletzt und später euthanasiert, 1 Lamm verletzt, 2 Lämmer + 2 Alttiere nachträglich tot gefunden, 2 Verlammungen (jeweils Zwillinge)
  • Wesel 4.2.: 5 Ponys unruhig, Innenzaun eingerissen (Herde nicht ausgebrochen), keine Verletzungen
  • Wesel 19.1.: Pony verletzt, verspätete Meldung (Quelle: LANUV).

Befürchtungen sind Realität geworden

„Ich habe, was den Wolf anbelangt es sehr früh auch sehr differenzierter gesehen und ich glaube, dass leider auch viele Befürchtungen, die ich früh artikuliert habe – gerade in Verbindung mit dieser Wölfin und diesem Rudel – Realität geworden sind. Wir haben da aktuell eine hochproblematische Situation, die auch ein anderes Vorgehen bedarf“, so Landrat Brohl.

Die Problematik habe, er wie er unterstrich, sehr früh und sehr deutlich gemacht. „Leider sind mir da als Landrat da rechtlich die Hände gebunden. Deshalb ist richtig, dass sich jetzt auch Abgeordnete positioniert haben, um im Bund und in Europa eine andere Sichtweise auf den Wolf zu bekommen, um auch einzelne problematische Exemplare anderes behandeln zu können“.

Eine zu romantische Herangehensweise

Hat die Politik in Sachen Wolf im Kreis Wesel versagt? Dazu Landrat Brohl: „Ich möchte nicht von Politikversagen sprechen, aber tatsächlich müssen wir als Gesellschaft wieder lernen, mit dem Wolf umzugehen. Das war am Anfang vielleicht eine zu romantische Herangehensweise, deshalb müssen wir das nun Nachsteuern. Dafür sind nun auch Gesetzgebungen notwendig“.

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