Acht Schermbecker Gesamtschüler entwickelten Ideen für zwei Firmen

Acht Schüler der Gesamtschule Schermbeck beteiligten sich am Projektkurs „Technik und Innovation“, den der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) seit 2004 anbietet und seit 2015 für Schermbecker Gesamtschüler.

Die Schüler stellten in der Aula ihre Projektideen vor. Aufmerksame Zuhörer waren die Q1-Schüler, die vor der Entscheidung einer Teilnahme am Projekt „Technik und Innovation“ stehen.

Acht Schermbecker Gesamtschüler entwickelten Ideen für zwei Firmen
Im Beisein von Vertretern des VDI, zweier Betriebe, des Schulleiters Norbert Hohmann (l.) und der Kursleiterin Katja Vollmark (hinten, 2.v.l.) erläuterten acht Gesamtschüler (in den beiden vorderen Reihen) ihre Projektideen, die sie im Auftrag zweier Schermbecker Firmen entwickelt hatten. Foto: Helmut Scheffler

Kursleiterin Katja Vollmark erläuterte die Zielsetzungen des Projektes. Den Schülern der Jahrgänge 9 und 10, die in den letzten Jahren mehrfach am Kurs „Jugend forscht“ teilgenommen hatten, sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, ihre naturwissenschaftlichen Interessen in der Oberstufe weiter zu verfolgen.

Selbstständiges Arbeiten sollte gefördert, projekt- und anwendungsbezogene Qualifikationen erworben und experimentelles Arbeiten gefördert werden. Außerdem sollten die Kursteilnehmer die Arbeitsweise in Betrieben kennen lernen.

Kursleiterin Katja Vollmark erläuterte die Zielsetzungen des Projektes. Foto: Helmut Scheffler

Zum fünften Mal kam es dabei zu einer Zusammenarbeit der Schermbecker Gesamtschule mit dem VDI, dessen Vertreter Ulrich Mahlfeld neben der Vermittlung des Projektmanagements auch die Kooperation mit den Firmen vermittelte und das Projekt betreute.

Mahlfeld erläuterte auch die Aufbau- und die Ablauforganisation des Innovationsprojektes vom Projektstart im September über die Informationsphase, die Ausarbeitung und Dokumentation bis zur Präsentation.

Ulrich Mahlfeld erläuterte das Projekt. Foto: Helmut Scheffler

Im Verlauf der Betreuung lernten die Schüler betriebswirtschaftliche Grundlagen wie Absatz, Kosten, Ergebnis, Verluste und Subventionen ebenso kennen wie den Ablauf des Innovationsprozesses von der Problemerkennung über die Ideenfindung bis hin zur Erstellung des technischen Konzeptes und dessen Realisierung.

Fernab von der Schule beschäftigten sich die Schüler unter Anleitung der VDI-Mitarbeiter Ulrich Mahnfeld und Klaus Poloszyk im Halterner Jugendheim zwei Tage lang mit Detailfragen des Projektes. Hinzu kamen mehrere Betriebsbesichtigungen.

Die Präsentation stand gestern im Mittelpunkt der Veranstaltung. Drei Schülergruppen bekamen die Gelegenheit, ihre Projektideen vorzustellen, die sie in zwei Firmen entwickeln durften.

Johanna Heming, Raban Ahmed und Nils-Niklas Fink (v.r.). Foto: Helmut Scheffler

Johanna Heming, Raban Ahmed und Nils-Niklas Fink waren von der Schermbecker Firma Marmor-Kontor Beyer & Schneider eingeladen worden.

Das Familienunternehmen fertigt, liefert und verlegt Beton- und Naturwerksteine. Als Verpackungsmaterialien werden bislang Styropor, dünne Plastikfolien und diverse andere Kunststoffe verwendet. Die Aufgabe der Schüler bestand darin, einen Vorschlag zu unterbreiten für die Verwendung von nachhaltigeren Verpackungsmaterialien.

Bei ihrer Internet-Recherche stießen die Schüler auf zahlreiche Materialien. Das reichte von Wintervlies und Jute über Holzspäne bis hin zu Kokosmatten und Winterschutzmatten aus Schafwolle. Bei Versuchen stellten die Schüler fest, dass sich Malervlies am besten eignet, aber wesentlich teurer ist Plastik. Sie schlugen zudem vor, auf den Baustellen den Müll besser zu trennen.

In der im Jahre 1971 in Kirchhellen gegründeten Firma Daurex GmbH, die seit 1982 im Schermbecker Gewerbegebiet Heetwinkel ansässig ist, werden Exzenterschneckenpumpen gefertigt.

Dommenik Giel, Jan Kaul und Fabian Thomas Kemper erhielten den Auftrag, für die vielen unterschiedlichen Pumpenkombinationen einen übersichtlichen Katalog herzustellen, der den Käufern einen besseren Überblick ermöglicht und den Firmenmitarbeitern eine erleichterte Auswahl. Mit Hilfe einer Excel-Tabelle meisterten die Schüler die Aufgabenstellung.

In der Firma Daurex waren auch die Schüler Nils-Niklas Fink und Ole Wilm Romswinkel tätig. Sie erhielten den Auftrag, einen Ersatz für ein schnell verschleißendes Gelenk zu finden.

Im Rahmen einer intensiven Internet-Recherche entdeckten sie ein widerstandsfähiges Gelenk, das nicht nur über eine sehr gute Dreheigenschaft verfügt, sondern auch eine hohe Belastung erlaubt.

Ulrich Mahlfeld überreichte den Schülern eine Bescheinigung, die zur Vorlage bei einer Bewerbung gute Dienste leisten kann. Die Frage des Schulleiters an alle Teilnehmer nach der Berufswahl ergab, dass nahezu alle einen technischen Beruf anstreben. Technik scheint – so belegt es die Zusammensetzung der diesjährigen Projektgruppen – auch weiterhin eine ausgesprochene Männerdomäne zu sein.

Nils-Niklas Fink bewertete den Projektkurs als „eine gute Chance, einen Blick ins Berufsleben zu werfen.“ Fabian Thomas Kemper war von der erforderlichen Teamarbeit beeindruckt. „Ich konnte dabei über den schulischen Tellerrand hinausschauen“, beschrieb Johanna Heming als persönlichen Vorteil.

Sie war unter den acht Schülern am intensivsten mit der Technik an der Gesamtschule verbunden. In den Klassen neun und zehn nahm sie an den Wettbewerben „Jugend forscht“ teil und in der Oberstufe am Physik-Leistungskurs in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Gelsenkirchen.

Den Firmen dankte Hohmann für ihre Bereitschaft, Schülern einen Einblick in betriebliche Abläufe gewährt zu haben. Helmut Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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