Susann Pásztor las zum Abschluss des Jubiläumsjahres

Wesel. Gute Vorsätze hat jeder. Nur mit der Umsetzung hapert es. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Susann Pásztor zwar den Plan hatte, sich als Sterbebegleiterin zu engagieren, sie diesen Plan aber immer wieder aufschob.

„Man kennt das ja“, sagt die Schriftstellerin. „Irgendetwas kommt ständig dazwischen.“ Bis zu dem Moment, als sie eines Morgens eine Anzeige las. Ein Hospiz suchte ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie rief an, machte die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin und ist inzwischen seit acht Jahren dabei. Sie weiß also, worüber sie schreibt. Zum Beispiel in ihrem Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“. Daraus las sie jetzt bei der Hospiz-Initiative Wesel.

25 Jahre ist die Initiative in diesem Jahr geworden, die Lesung in der vollbesetzen Kapelle des Evangelischen Krankenhauses in Obrighoven, bildete den Abschluss des Jubiläumsjahres.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher lernten an diesem Abend Fred kennen, den etwas unsicheren Sterbebegleiter, die todkranke Karla, eine sehr selbstsichere und eigensinnige Frau, und nicht zuletzt Philipp, Freds Sohn, der lieber Phil genannt werden möchte, kluge Gedichte schreibt und sich mit Karla anfreundet.

Wer glaubt, es war ein trauriger Abend, der irrt. Die Berlinerin Susann Pásztor hat ein schweres Thema auf wunderbare leichte Art verarbeitet. An vielen Stellen darf gelacht werden. Kein Wunder, dass es in den Kritiken zu diesem Buch häufig heißt, es mache Lust aufs Leben.

Susann Pásztor, Foto: privat

Dass nicht nur Insider, sprich, Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Hospiz-Initiative unter den Zuhörerinnen und Zuhörern waren, wurde im Anschluss an die Lesung an den Fragen deutlich. So wollte ein Besucher wissen, was die Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter beinhaltet. Das, so Susann Pásztor, sei ein abendfüllendes Thema. Sie könne jedem nur dazu raten, „denn es handelt sich um eine fantastische Ausbildung fürs Leben“.

Mehr zum Thema gibt es bei der Hospiz-Initiative Wesel. Im nächsten Jahr beginnt ein neuer Kurs für ehrenamtliche Sterbegleiter. Infos unter: 0281 – 44299054 und www.hospiz-wesel.de

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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