Arbeiten in den KiTas sind fast unzumutbar geworden

Bürgermeister sieht wenig Chancen im Kampf gegen illegal abgelagerte Ölpellets

Schermbeck.  An der Kampagne „Unsere Heimat, unser Werte“, die die CDU des Kreises Wesel in diesem Jahr gestartet hat, beteiligt sich auch die CDU Schermbeck.

Bürgersprechstunde mit Mike Rexforth und Charlotte Quik
Bürgermeister Mike Rexforth und die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik informierten über landes- und kommunalpolitische Themen. Foto Scheffler

Der von Ulrich Stiemer geleitete CDU-Gemeindeverband hat mit Bürgermeister Mike Rexforth verabredet, auch außerhalb der Wahlkampfzeiten Bürgernähe zu zeigen. „Alle zwei bis drei Monate wollen wir in unterschiedlichen Ortsteilen mit dem Bürgermeister Rede und Antwort stehen und die Probleme der Bürger ernst nehmen“, beschreibt Stiemer die Aktionsreihe, die im Oktober im Uefter Landgasthaus Triptrap eröffnet und am Montagabend in der Gaststätte Overkämping fortgesetzt wurde.

Bei der zweiten Veranstaltung gab es Verstärkung. Die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik stand als Ansprechpartnerin für Landesthemen an der Seite des Bürgermeisters.

Da sie angekündigt war, kamen mehrere Leiter, Erzieherinnen und Eltern Schermbecker Kindergärten, um der Politikerin angesichts des im Raum stehenden Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) die Sorgen der KiTas vorzutragen. „Die Bedarfe der Eltern sind gewachsen und es fehlt an qualifiziertem Personal; da muss dringend was passieren!“, forderte Ursula Heinemann als Leiterin der KiTa St. Ludgerus zu baldigem politischen Handeln auf.

Als Mitglied des Landtagsausschusses für Familie, Kinder und Jugend kennt Charlotte Quik die Probleme und sie versprach, die Sorgen der Bediensteten und der Eltern in das derzeit laufende Gesetzgebungsverfahren einzubringen, vor allem auch den Vorschlag der Versammlung, mehr Hauswirtschafter einzustellen, um den Erziehern zu ermöglichen, sich auf ihr erzieherisches Kerngeschäft zu konzentrieren.

Die Versammlung forderte eine Aufwertung des Erzieherinnenberufes ein. Charlotte Quik versprach, nach der in der kommenden Woche anstehenden Vorstellung des Gesetzesentwurfs im zuständigen Ausschuss erneut nach Schermbeck zu kommen, um mit den Vertretern der KiTas über die Details der Planungen und deren Auswirkungen zu sprechen.

Der Versuch einiger Zuhörer, den Bürgermeister zu einem forcierten Vorgehen gegen die illegale Ablagerung von Ölpellets und anderer hochgradig giftigen Abfälle auf einer Abgrabungsfläche der Firma Nottenkämper zu bewegen, scheiterte.

Skandalöser Fall

Rexforth sprach zwar von einem „skandalösen Fall, der an krimineller Energie kaum noch zu übertreffen“ sei und verwies auf eine erfolgte Resolution des Rates, teilte aber während der Diskussion mehrfach mit: „Wir haben keine rechtlichen Möglichkeiten. Außerdem kann ich nicht sagen, was die richtige Marschrichtung ist.“

Für eine vorgeschlagene Klage sah Rexforth kaum Chancen. Im Hinblick auf extrem hohe Kosten gab Rexforth zu bedenken: „Ich habe eine Verantwortung für 14 000 Menschen.“ Dem Vorschlag, man müsse in der Öffentlichkeit mehr auf den „abgelagerten Dreck“ aufmerksam machen, konnte Rexforth wenig Sympathien abgewinnen. Das schade dem Image der Gemeinde mit den negativen Folgen für alle Bewohner.

Edeka-Markt Schermbeck

Zu den Fragen, die sich auf den Ortskern bezogen, gehörten die künftige Gestaltung des Edeka-Umfeldes und die Mittelstraßen-Gestaltung. In Sachen Edeka gab es vor einer Woche ein Gespräch zwischen Verwaltung und einem Investor.

Die Gespräche dauern noch an. „Zu glauben, in zwölf Monate stehe da ein Nahversorgungszentrum“ sei unrealistisch, gab Rexforth zu bedenken.

Nach Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen steht fest, dass ein Kreisverkehr an der Einmündung der Erler Straße in die Mittelstraße nicht realisierbar ist.

Umgestaltung der Mittelstraße

Parallel zur baulichen Umgestaltung der Mittelstraße, die durch Mängel an den Trinkwasser- und Abwasserleitungen verursacht wird, möchte die CDU auch das Problem der Verkehrsführung lösen, diesmal allerdings vermeiden, dass eine Ratsmehrheit durch einen Bürgerentscheid ausgebremst wird, wie es bereits einmal geschah. „Es ist eines der zentralen Themen der nächsten zwei Jahre, die unsere Zukunft nachhaltig beeinflussen werden“, stellte Rexforth fest. Deshalb sei eine intensive Beteiligung der Bürger von Beginn an sehr wichtig.

CDU-Neujahrsempfang

Wie der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Ulli Stiemer mitteilte, wird es weitere Informationsveranstaltungen mit dem Bürgermeister in anderen Ortsteilen geben. Außerdem lud er zum CDU-Neujahrsempfang ein, der am 15. Januar stattfindet. Gastrednerin wird die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser sein. H.Scheffler

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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