Haupt- und Finanzausschuss beriet nachträgliche Anträge von Vereinen

Schermbeck. Mehr als zwei Stunden lang beriet heute der Haupt- und Finanzausschuss über Finanzierungsanträge, die von mehreren Vereinen gestellt wurden, nachdem der Kämmerer Frank Hindricksen den Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 schon erstellt hatte.

Diese spät eingereichten Anträge sorgten im Ausschuss für Unmut und eine längere Grundsatzdiskussion. „Das ist ein Überforderung des Gremiums“, bewertete Hubert Große-Ruiken (CDU) die Nachlässigkeit der Vereine, sich an zeitliche Abfolgen zu halten. Auch Klaus Roth (BfB) forderte fürs nächste Jahr, „dass Anträge frühzeitig gestellt werden müssen.“

Mit großer Mehrheit genehmigt

Ungeachtet dieser Kritik wurden danach die Anträge einzeln ausführlich und kontrovers diskutiert und schließlich mit großer Mehrheit genehmigt. Beschlossen wurde allerdings lediglich die Ausweisung beantragter Gelder im Haushaltsentwurf. Als Ausschussvorsitzender wies Bürgermeister Mike Rexforth ausdrücklich darauf hin, dass die jeweilige Maßnahme noch im Detail im zuständigen Fachausschuss beraten werden muss.

Sportvereine

Für die Umrüstung der Flutlichtanlage des TuS Gahlen werden 30 000 Euro im Haushaltsentwurf ausgewiesen. Eine Förderung durch den Energieversorger innogy wurde noch nicht abschließend geklärt. Für die Umrüstung der Flutlichtanlage der Fußballabteilung des SV Schermbeck wurden im Haushalt 20 720 Euro ausgewiesen.

Am 20. November beantragte der SV Schermbeck für die Erneuerung der Laufbahn einen gemeindlichen Zuschuss in Höhe von 190 000 Euro. Die Bewilligung verbanden die Ausschussmitglieder mit dem Auftrag an die Verwaltung, mit dem SV Schermbeck über eine alternative Laufbahn zu sprechen, etwa über die Möglichkeit, statt einer Tartanbahn eine Aschenbahn zu wählen. Ob die Gemeinde tatsächlich die 190 000 Euro zahlen muss, ist abhängig davon, wie hoch der Landeszuschuss ausfallen wird.

Der SV Schermbeck hat einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 12 000 Euro beantragt für die Unterhaltung und den Betrieb der Sportanlage im Trog. Die Erhöhung des bisherigen Betrages wird mit der zusätzlichen Fläche und mit der erweiterten Nutzung des Abrahamhauses durch weitere Nutzer begründet. Die Zustimmung der Ausschussmehrheit wurde mit der Verpflichtung des SV Schermbeck verbunden, fürs kommende Jahr einen Betriebskostennachweis zur Verfügung zu stellen.

Dorferneuerung Gahlen

Die BfB hatte 2 000 Euro für die Errichtung einer Bushaltestelle in Bricht beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt. Bürgermeister Rexforth hatte berichtet, dass mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ein Gesamtkonzept für das Gemeindegebiet erarbeitet werde, das im Jahre 2020 vorgestellt werden solle.

Viel Lob gab es für den Heimatverein Gahlen. Der hatte zwar seinen Antrag auch erst am 18. November eingereicht, aber im Vorfeld in zahlreichen Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden dafür gesorgt, dass der Antrag vom Kreis Wesel als genehmigungsfähig bewertet wurde. Um eine Dorferneuerungsmaßnahme im Gahlener Zentrum durchführen zu können, muss der Verein einen 35-prozentigen Eigenanteil in Höhe von 65 280,54 Euro aufbringen und er hat zugesagt, möglichst viel davon durch Spenden zu decken. Die eventuelle Deckungslücke übernimmt die Gemeinde.

Nach der Beratung aller Einzelanträge erfolgte die Abstimmung über den Haushalt einschließlich aller Teile des Veränderungsdienstes. Gegen die Stimmen von Klaus Roth (BfB), Ulrike Trick (Grüne) und Thomas Heiske (parteilos) wurde dem Rat empfohlen, das Votum des Ausschusses zu übernehmen. Helmut Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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