Wolf spioniert sein Jagdgebiet in Hünxe aus

In der Nacht von Montag auf Dienstag um 23.30 Uhr konnte ein Wolf in Hünxe am Hardtbergweg dabei beobachtet werden, wie dieser über einen längeren Zeitraum sich in der Nähe eines Wohnhauses aufhielt.

Und wieder wirft der Wolf viele Fragen auf. Nicht durch die zahlreise Risse im Wolfsgebiet haben sich die Wölfe rund um Wesel einen Namen gemacht. Sie scheinen auch mittlerweile die Scheu vor den Menschen verloren zu haben. Es ist nicht das erste Mal, dass die Wölfe hier in der Gegend sich ohne scheu in die Nähe von Menschen und ihren Häusern trauen.

Wolf-an-Wohnbebauung-in-Hünxe

Laut Umweltministerium sollte es eigentlich eher selten sein, dass Wölfe sich einer Wohnbebauung nähern.

In diesem Fall jedoch trifft das nicht so ganz zu, denn der Wolf spionierte gezielt das Umfeld auf Beutetiere, sprich Weidetiere aus. Und nachdem der Autofahrer den Wolf im Scheinwerferlicht auf der Straße entdeckte, sich umdrehte, um ihn dann zu filmen, war das Tier bereits wieder zum Wohnhaus zurückgelaufen und beobachtete es weiter aus direkter Nähe.

Gleichzeitig wurde der Bewohner des Hauses über den Besuch des Wolfes an seinem Wohnhaus informiert. Dieser jedoch erklärte, dass er überhaupt keine Tiere am Haus oder im Stall habe.

Wolf Wolfsgebiet Schermbeck Gloria

Wölfe in der Kulturlandschaft

Wölfe brauchen keine Wildnis und leben mit uns in der Kulturlandschaft. Daher sei eine Wolfs-Sichtung in der Nähe von Siedlungen an sich nichts Ungewöhnliches, sagt NABU. Was jedoch bedeutet das für die Menschen?

Sind Wölfe für Menschen gefährlich?

Von einem wildlebenden Wolf gehe laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) „in der Regel“ keine Gefahr für Menschen aus. Wölfe seien von Natur aus vorsichtige Tiere, die normalerweise Begegnungen mit Menschen meiden. Wie vorsichtig die Wölfe im Schermbecker Wolfsgebiet jedoch sind, zeigt sich daran, dass sie einem Wohnhaus, obwohl hier keine Weidetiere vorhanden sind, sichtlich und auf längere Zeit nahe kommen.

Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) könne es aber in Fällen, wenn der Wolf angelockt, oder angefüttert werde, zu Problemen führen. Augenscheinlich jedoch scheint es nun auch Probleme mit den Wölfen zu geben, auch wenn diese nicht angefüttert werden.

Wolf Gloria Wesel

Begegnung mit dem Wolf. Was tun?

Wie jedoch sollte sich ein Hausbesitzer verhalten, wenn er plötzlich einen Wolf vor seiner Haustür stehen sieht?

Dazu schreibt LANUV: Wenn Sie im Wolfsgebiet zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist eine Begegnung mit Wölfen zwar selten, aber nicht auszuschließen. Begegnungen auf unter 100 m finden in der Regel dann statt, wenn die Wölfe den Menschen z. B. wegen entsprechender Windverhältnisse noch nicht bemerkt haben. Wenn sie den Menschen wahrnehmen, fliehen die Wölfe meist nicht panisch, sondern orientieren sich zunächst einen Augenblick lang und ziehen sich dann zurück. Ein Tipp für Wölfe an der Haustür steht noch aus.