An der Windmühle Holtmann in Schermbeck-Damm beginnen die ersten Sicherungsarbeiten. Fachleute nehmen am Dienstag, 21. Juli 2026, die beschädigte Haube samt Flügelkreuz ab. Anschließend schützt ein Notdach das denkmalgeschützte Bauwerk vor der Witterung.
Schäden an Haube und Flügeln
Wind, Wetter und Blitzeinschläge haben der Mühle stark zugesetzt. Der Orkan Kyrill habe einen Flügel halbiert. Ein Blitzeinschlag habe einen weiteren Flügel beschädigt. Auch die Haube befinde sich in einem schlechten Zustand, teilt Eigentümerin Angelika Große Kock aus Dorsten mit.
Bei einem Sturm könnte die Dachkonstruktion samt Flügelkreuz abstürzen. Deshalb lässt die Eigentümerin die Mühle nun sichern. Sie hoffe dabei auf eine Förderung des Landes.
„Um die Mühle langsam wieder flott zu machen, werden noch weitere Anstrengungen nötig sein“, erklärt Große Kock.

Fachleute untersuchen die Mühlenhaube
Die Arbeiten beginnen am Dienstag. Gegen 17 Uhr soll die Haube am Boden liegen. Mitarbeiter des LVR-Amtes für Denkmalpflege wollen die Schäden dokumentieren und die Konstruktion untersuchen.
Zu diesem Zeitpunkt erwartet die Eigentümerin auch den Bundestagsabgeordneten Sascha van Beek und die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik. Gemeinsam mit den Beteiligten wollen sie über die Zukunft der Windmühle und die weiteren Schritte sprechen.
Notdach schützt das Bauwerk
Nach der Demontage erhält die Mühle zunächst ein Notdach. Es soll das Innere trocken halten und weitere Schäden verhindern.
Das LVR-Amt für Baudenkmalpflege im Rheinland und ein erfahrener Mühlenbauer begleiten die Arbeiten. Im nächsten Schritt soll die Haube originalgetreu restauriert werden. Anschließend soll sie wieder auf die Mühle kommen.
„Dieses landschaftsprägende Ensemble in seiner Einheit zu erhalten, ist das Ziel“, betont Große Kock. Neben der Windmühle gehören dazu das Wohnhaus, eine Tenne und eine Scheune.
Seit 1888 in Familienbesitz
Die Windmühle entstand in den Jahren 1863 und 1864. Wilhelm Holtmann aus Damm erwarb sie 1888 und führte den Mühlenbetrieb weiter. Seitdem befindet sich das Bauwerk im Besitz der Familie.
Im Jahr 1894 ergänzten die Betreiber die Mühle um ein Kesselhaus und eine Dampfmaschine. Nach dem Ersten Weltkrieg veränderte die Elektrifizierung den Betrieb. Die Familie verlagerte ihre wirtschaftliche Tätigkeit zunehmend auf die Landwirtschaft. So entwickelte sich aus der Mühle und dem Wohnhaus ein Hof mit Tenne und Scheune.
Auch die beiden Weltkriege hinterließen schwere Schäden. Seit 1984 steht die Windmühle in der Denkmalliste der Gemeinde Schermbeck. Sie prägt bis heute das Landschaftsbild im Ortsteil Damm.
Die Beteiligten begleiten den Beginn der Arbeiten mit dem traditionellen Müllergruß: „Glück zu.“























