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Wölfin im Kreis Wesel – Nicht Wolf, nicht Hund

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EU – Wolfsexperte Wernher Gerhards erstellte Gutachten. Sein Ergebnis: Gloria von Wesel sieht nicht wie ein echter Wolf aus.

Zoff um die Wölfin von Wesel. Es wird weiter gestritten. Die Einen möchten, dass sich Wölfe in der Region ansiedeln. Andere wiederum sind gegen eine Ansiedlung.

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Eine Frage allerdings, die seit Monaten im Raum steht, ist: Handelt es sich bei der Wölfin Gloria von Wesel um einen Hybriden, oder um einen echten Wolf? Wenn es ein Hybride ist, könnte das Tier aus der Natur entnommen werden. Diese Frage ging Schermbeck-Online bereits im Oktober 2018 nach.

Landrat Ansgar Müller und Matthias Kaiser Lanuv zum Wolf in Schermbeck
Landrat Dr. Ansgar Müller und Dr. Matthias Kaiser, Leiter der Wolfs-Arbeitsgruppe in Nordrhein-Westfalen LANUV, waren sich im Oktober einig, dass es sich bei der Wölfin mit der Kennung GW954f um einen echten Wolf handelt. Foto: Archiv Petra Bosse

Mit Blick auf die ansässige Wölfin „Gloria von Wesel“ waren sich derzeit Landrat Dr. Ansgar Müller und Matthias Kaiser, Leiter der Wolfs-Arbeitsgruppe in Nordrhein-Westfalen LANUV, sicher, dass es sich hier um einen „echten Wolf“ und keinen Hybriden handelt. Kaiser verwies eindeutig auf die Untersuchungen und Analysen des Senckenberg-Institutes, sowie auf einen zweiten Nachweis des Institutes, der die Untersuchung stütze. „Wir möchten generell keine Wolfshybriden haben. So steht es auch im Wolfsmanagement“, betonte Kaiser.

EU-Wolfsexperte

Der EU-Wolfsexperte und gerichtlich zugelassener Wolfs-Sachverständiger Wernher Gerhards, bezweifelt jedoch nach Sichtung des Fotos diese Aussage.

Nach seiner Auswertung des Fotos, welches im Dezember in Gartrop-Hünxe von der Jägerin Sabine Baschke mit ihrer Handykamera aufgenommen wurde, kommen bei Wernher Gerhards Zweifel auf, Gloria von Wesel als echten Wolf zu bewerten.

Wolfanalyse Gloria von Wesel
Fotoanalyse von Wernher Gerhards – Bionic behavior biology

Seine Aussage dazu lautet: „Obwohl dieses etwas verschwommene Foto in der Qualität nicht optimal ist, kann man doch einige wichtige Funktionen auf dem Bild erkennen, um eventuelle Zweifel zu begründen, diesen Caniden als echten Wolf zu bewerten“.

Er betont auch, dass dieser Canide 100-prozentig kein Hund ist. Ebenso wenig sei dieser Canide zu 100 Prozent kein echter Wolf, sondern zu 100 Prozent ein Wolf-Haus Hund, sprich Hybride.

Nicht Hund, nicht Wolf

Weiter widerspricht er den unrichtigen Medienkommentaren, dass diese Wölfin angeblich hoch trächtig sei. „Diese Tatsache möchte ich fachlich widersprechen. Die Ranzzeit beginnt Anfang Dezember, demnach kann diese Wölfin noch nicht dick gehen“.

Wolf im Kreis Wesel Erste Fotos von Gloria
Foto: Sabine Baschke

Gegen einen Hund spreche laut Gerhards der dargestellte “Hängebauch”. Dies zeige, dass diese Wölfin einen vollgeschlagenen Magen hat. Dieser kann sich speziell bei Wölfen derart signifikant aus wölben, was bei einem Hund anatomisch nicht möglich sei. Gegen einen Hund spreche auch der besonders auffällig kurze Körperrahmen. Dieser lasse, im Vergleich zu Berg- und Steppen Wölfen, auf eine erhöhte Sprungkraft schließen.

Wolfanalyse Gloria von Wesel

Typisch Wolf sei die Rutenlänge und der weiße Kinnstreifen. Gegen einen reinen Wolf sprechen allerdings die Merkmale wie der recht untypisch schabrackentypische Rücken mit grauem Sattel, die übergroßen Ohren, der Kopfaalstrich, die weiße Kehle oder die schwarzen Augenstriche (siehe Legende).

„Im Gesamtbild schaut die Wölfin aus Wesel sehr possierlich, aber in keinster Weise wie ein echter Wolf aus“, lautet das Ergebnis von Gerhards.

Petra Bosse

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