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102 Jahre alt – Wilhelmine Friem

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 Das Lachen hat Wilhelm Friem auch in ihrem zweiten Lebensjahrhundert nicht verlernt.

Davon konnte sich der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski am Freitag überzeugen, als er Schermbecks ältester Bürgerin am Brichter Waldweg zum 102.Geburtstag gratulierte.

Wilhelmine Friem gehört zu den wenigen Schermbeckern, die schon zwei Monate alt waren, als der norwegische Forscher Roald Amundsen den Wettlauf zum Südpol gegen den Engländers Robert Scott gewann. Sie war schon sieben Jahre alt, als Kaiser Wilhelm II. 1918 am Ende des Ersten Weltkriegs in die Niederlande floh.

Das Jahr zuvor bescherte Wilhelmine Nuycken vom Bestener Brackenberg einen wichtigen Meilenstein im eigenen Leben. Damals ging die im Kreis von acht Geschwistern aufgewachsene Bestenerin zum ersten Mal in die dorfeigene Schule, die schon seit langem nicht mehr existiert. Als Schulkind erlebte sie 1923 die radikalste Geldentwertung mit, die Deutschland je erlebte.

Oskar Sonsmann gratulierte seiner Urgroßmutter zum Geburtstag.
Oskar Sonsmann gratulierte seiner Urgroßmutter zum Geburtstag.

Nach der Schulentlassung half Wilhelmine Nuycken zunächst auf dem elterlichen Hof, bevor sie in einem Dinslakener Haushalt den Küchendienst von der Pike auf erlernte.

Als in Berlin Adolf Hitler im August 1936 die Olympischen Spiele für seine Propaganda nutzte, gab es für Wilhelmine Nuycken Wichtigeres zu tun: Sie heiratete den Brichter Landwirt Wilhelm Friem; Pastor Heinrich Paschen segnete in der Schermbecker Georgskirche den Bund fürs Leben, der tatsächlich bis zum Tode des Ehemannes im Jahre 1990 hielt.

Mit ihrem Mann wohnte sie seit der Hochzeit am Brichter Waldweg. Dort wartete viel Arbeit auf die junge Braut. Neben der Kindererziehung half sie bei allen Arbeiten, die auf einem Bauernhof anstanden, in dem die Motorisierung noch lange nicht Einzug hielt. Als ihr Mann zwischen 1944 und 1947 erst Kriegsdienst leistete und dann in englische Gefangenschaft geriet, war Wilhelmine Friem noch stärker in die Landwirtschaft eingebunden.

Sohn Hermann, und Schwiegertochter Magdalene gratulierten Wilhelmine Friem ebenso zum 102. Geburtstag wie der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski und Enkel Henning (v.l.). Foto Scheffler
Sohn Hermann, und Schwiegertochter Magdalene gratulierten Wilhelmine Friem ebenso zum 102. Geburtstag wie der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski und Enkel Henning (v.l.). Foto Scheffler

Den blutigen Aufstand der DDR gegen das SED-Regime im Jahre 1953 hat Wilhelmine Friem ebenso als Zeitzeuge erlebt wie das deutsche Wirtschaftswunder, den Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 und das Auflösen der ehemals selbstständigen Gemeinde Bricht am Ende des Jahres 1974.

Wilhelmine Friem war jahrzehntelang in der Frauenhilfe der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck tätig. Bis vor vier Jahren hat die Jubilarin viele Handarbeiten erledigt. Zum Geburtstag gab es für die Enkel stets ein paar Socken, bei besonderen Anlässen auch schmucke Pullover, die auch in der Bekanntschaft und Nachbarschaft die Runde machten.

Zufriedenheit bescheinigen ihr die Mitbewohner im Mehr-Generationen-Haushalt, in dem sie unter anderem mit ihrem Sohn Hermann und mit Schwiegertochter Magdalene Friem zusammen wohnt. Zum Geburtstag gratulierten die drei Kinder Hermann, Hilde und Wilhelm, sechs Enkelkinder und zehn Urenkel, von denen die drei Urenkel Oskar, Mika und Jakob in diesem Jahr geboren sind. H. Scheffler

Mika Friem gratuliert seiner Urgroßmutter zum Geburtstag.
Mika Friem gratuliert seiner Urgroßmutter zum Geburtstag.

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