Wie gut, dass es Leute gibt, die ehrenamtlich arbeiten oder einen tüchtigen Batzen Geld beisteuern! Im Fall des Dorfgemeinschaftshauses treffen gegenwärtig beide Fördermöglichkeiten aufeinander.

Seit seiner Gründung am 10. März 2011 hat sich der Trägerverein Dorfgemeinschaftshaus mächtig ins Zeug gelegt. Es galt den Eigenanteil zum Bau des Hauses an der Ecke Freudenbergstraße/Schlossstraße zu sichern. Das wurde vor allem dadurch erreicht, dass sich zahlreiche Mitglieder der beteiligten Vereine bereit erklärten, an der Baustelle zu erscheinen, um als Facharbeiter oder Hilfsarbeiter beim Ausbau zu helfen. Besonders aktiv zeigte sich Heinz Schulze, der als Bauleiter für die professionelle Steuerung aller Arbeiten und für die kompetente Gesprächsführung mit dem Architektenteam Bartelt/Brilo/Rexforth sowie mit den Zulieferern zuständig war. Insgesamt leisteten die ehrenamtlichen Mitarbeiter rund 4500 Stunden.

Bauleiter Heinz Schulze und Wolfgang Paul als Vorsitzender des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus freuten sich ebenso über Stephan Stenders großzügige Spende wie Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter (v.l.). Foto Scheffler
Bauleiter Heinz Schulze und Wolfgang Paul als Vorsitzender des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus freuten sich ebenso über Stephan Stenders großzügige Spende wie Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter (v.l.). Foto Scheffler

Zusatzkosten in Höhe von 55 000 Euro entstanden dadurch, dass ein Aufzug nachträglich eingeplant werden musste. Aus den Reihen Schermbecker Politiker war bei der Bezirksregierung auf das Fehlen eines Aufzuges verwiesen worden. Daraufhin wies die Bezirksregierung den Kreis Wesel an, seine am 19. April 2011 erteilte Baugenehmigung zurückzuziehen, falls nicht bis zum 14. April 2012 ein Ergänzungsantrag zur Baugenehmigung zustande kommen würde. Die Politiker entschieden sich am 3. April 2012 für eine Nachtragsgenehmigung. Nach der winterlich bedingten Verzögerung wurde der Aufzug in der vergangenen Woche fertig gestellt.

Inzwischen war das Geld knapp geworden. Da im Rathaus wegen der desolaten Haushaltslage kein Geld zu holen war, half Bürgermeister Ernst-Christoph zumindest indirekt mit. Er ließ seine Beziehungen spielen und erreichte beim Schermbecker Unternehmer Stephan Stender offene Ohren. Gestern übergab Stender dem Trägerverein 10 000 Euro. Als Vorsitzender des Trägervereins dankte Wolfgang Paul für den warmen Geldregen. „An dem Ort, in dem man lebt, gibt man gerne etwas ab“, freute sich Stephan Stender, gleich mehreren Vereinen helfen zu können. Mit einem Seitenblick auf das Klavier im großen Saal stellte Stender fest, dass bereits seine Großeltern Hans und Frieda Stender im Jahre 1994 den Männergesangverein „Eintracht“ mit diesem Instrument einen großen Dienst erwiesen.

In der vergangenen Woche wurde der Fahrstuhl an der Nordseite des Dorfgemeinschaftshauses montiert. Foto Scheffler
In der vergangenen Woche wurde der Fahrstuhl an der Nordseite des Dorfgemeinschaftshauses montiert. Foto Scheffler

Stephan und Barbara Stender haben sich in der Vergangenheit schon mehrfach als spendable Schermbecker erwiesen. Als Mitglied des Lions-Club Wesel konnte Stephan Stender Mittel für die Umgestaltung des Schulhofes der Maximilian-Kolbe-Schule n Richtung Schermbeck lenken. Im vergangenen Jahr erhielt die GAGU-Zwergenhilfe 10 000 Euro von der Familie Stender zur Förderung des Kinderheimes „Home of hope“ in Sierra Leone. Vor wenigen Wochen durften sich die Pfadfinder über Stenders Zuschuss für die Beschaffung neuer Zelte freuen.

Noch im Monat März soll das Dorfgemeinschaftshaus seiner Bestimmung übergeben werden. Nach einem offiziellen Festakt soll die Bevölkerung Gelegenheit haben, das Dorfgemeinschaftshaus zu besichtigen. Als Domizil für die Vereinsarbeit dient das Haus dann dem MGV „Eintracht“ und der Blaskapelle „Einklang“ ebenso wie dem Tambourkorps Schermbeck, dem Boßelclub, dem Verein „Wir sind Schermbeck“ und der Jugendfeuerwehr. Das Angebot an weitere Vereine, das Haus zu nutzen, haben inzwischen eine Tanzgruppe und eine Theatergruppe angenommen. Weitere Gruppen sind herzlich willkommen. Anmeldungen nimmt Wolfgang Paul (Tel. 02853/957224) entgegen. Die bauliche Abnahme des Gebäudes soll in der nächsten Woche erfolgen. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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