Die Probleme, die einige Schermbecker Bürger mit dem Anschluss an das schnelle Internet haben, sind offensichtlich nicht so einfach zu bewältigen. Dies beweisen die Erfahrungen, welche der Gahlener Dr. Stefan Sienkühler in den letzten zwei Monaten machen musste.

Zur Erinnerung an den Hintergrund der Problematik verweisen wir noch einmal auf den Schermbeck-online-Artikel vom

 http://schermbeck-online.de/viel-versprochen-wenig-gehalten/

Am 10. Juli berichteten wir über den Optimismus, der sich im Rahmen einer Sitzung des gemeindlichen Wirtschaftsförderungsausshuss ergab.

„Surfen mit High Speed“

Ein schnelles Internet versprach die Fa. Arche Netvision GmbH noch zu Beginn dieses Jahres der Schermbecker Öffentlichkeit. Nun liegt eine Insolvenzanmeldung für das Unternehmen vor, dabei wollte es für eine schnelle Internetverbindung in Hünxe-Drevenack und in den Schermbecker Ortsteilen Damm, Bricht und Gahlen zu sorgen.Die Suche nach einem weiteren Investor könnte erfolgversprechend sein, denn nun Firma “Filiago” in „Nachfolge“ von „Arche Netvission GmbH“ eingetreten. Hoffnungsvoll auch Schermbecks Bürgermeister Ernst Christoph Grüter, nach der ersten Projektvorstellung am Dienstag im Sitzungsaals des Rathauses.

Aus dem alten Unternehmen will der vorläufige Insolvenzverwalter von der aus Hamburg stammenden Anwaltskanzlei Kanzlei Münzel & Böhm, einen Großteil der Geschäftsaktivitäten und des Personals retten, aber sicherlich werden sich viele Schermbecker, die bereits Verträge mit „Arche.Net“ abgeschlossen haben, fragen, wie es weiter geht, zumal in den betreffenden Glasfaser-Netzen erst gerade ein Prozent der „möglichen Kunden“ angeschlossen sind.

Die GlasfaserLeitungen sind gelegt, dafür sorgte bereits die RWE in ihrem Pilotprojekt im Vorfeld und rund 5500 mögliche Kunden, aus Schermbeck, Hünxe und Dinslaken könnten sofort ans neue Glasfasernetzt angeschlossen werden.

Den Bericht nahm Dr. Srtefan Steinkühler zum Anlass, erneut auf die Gahlener Probleme aufmerksam zu machen. Wir drucken seine Bemühungen und die jeweiligen Antworten im Wortlauft ab.

Am 12.Juli 2013 schrieb Dr. Steinkühler an Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Weiand,

mit großem Interesse habe ich Ihre Äußerung im Wirtschaftsförderungsausschuss der Gemeinde Schermbeck zur Kenntnis genommen, dass Sie den vorgetragenen Beschwerden nachgehen wollen. Ich gehöre zu dem Kreis der „Beschwerdeführer“, da ich seit Mitte Juni (noch über Archenet) V-DSL beziehe.  Doch statt einer angestrebten Geschwindigkeit von 51.200 Kbit/s kann ich jetzt nur mit ca. 4.800 Kbit/s (!!!) surfen.

Grund für die schlechte Übertragungsrate sei nach Auskunft von Archenet, dass der Umschaltkasten von Breitband für die „letzte Meile“ aus Kupfer sage und schreibe ca. 6,5km (!!!) entfernt sei. So gesehen ist es technisch erstaunlich, dass ich überhaupt 4.800 Kbit/s empfangen kann.

Viele meiner unmittelbaren und mittelbaren Nachbarn sind oder besser waren an einem Angebot interessiert, wollten jedoch meine Erfahrungen abwarten, da ich anscheinend einer von wenigen in Gahlen bin, die einen entsprechenden Anschluss beantragt haben.

Könnten sie sich bitte der Sache wie versprochen annehmen?

Vielen Dank im Voraus und beste Grüße

Stefan Steinkühler

Am 17. Juli 2013 schrieb Dr. Steinkühler erneut an Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Weiand, leider habe ich aus Ihrem Hause bisher noch nichts gehört.

Mit besten Grüßen Stefan Steinkühler

Am 17.Juli 2013 antwortete Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Dr. Steinkühler,

 es ist schlecht, dass Sie keine Rückmeldung bekommen haben. Dies bitte ich zu entschuldigen. Ihre Beschwerde befindet sich in intensiver Prüfung. Aktuell erfolgt eine nochmalige und sehr aufwendige Prüfung, wie hoch die verfügbare Bandbreite eines jeden Haushalts im Ausbaugebiet in Schermbeck ist. Nach aktuellem Stand zeigt sich, dass nur in wenigen Ausnahmefällen VDSL nicht möglich ist und Ihr Haushalt ggf. einer dieser Ausnahmefälle ist. Somit hätte Ihnen dieser Vertrag von Arche.Net nicht angeboten werden dürfen. Wir eruieren gerade den gesamten Sachverhalt und wollen Ihnen eine adäquate Erklärung und Lösung präsentieren.

 Ich kann Ihren Unmut sehr gut verstehen und bitte Sie aber trotzdem noch einmal um etwas Geduld. Alsbald eine fundierte Erklärung und Lösung gegeben werden kann, kommen wir auf Sie zu. Ich werde mich bis zum 24. Juli wieder bei Ihnen melden. Sollten Sie bis dahin Fragen haben, melden Sie sich bitte bei mir!

 Mit freundlichen Grüßen

 Robin Weiand

RWE FiberNet GmbH

Kruppstr. 5, 45128 Essen

Am 23. Juli 2013 schrieb Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Dr. Steinkühler,

 da ich Sie gerade mobil nicht erreicht habe, lasse ich Ihnen auf diesem Wege die Information zukommen, dass unser neuer Partner Filiago mit einer Lösung in dieser Woche auf Sie zukommen wird.

 Mit freundlichen Grüßen

 Robin Weiand

Am 26. Juli 2013 schrieb Dr. Steinkühler erneut an Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Weiand,

ich hatte heute Morgen das von Ihnen avisierte Telefonat mit Herrn Bendfeld von der Firma Filagio. Darin teilte er mir u.a. mit, dass man wohl den Kundenbestand von ArcheNet übernommen hätte. Dies ist zumindest schon einmal eine gute Nachricht, die das Wirrwarr um die Vertragsbeziehungen insgesamt zukünftig hoffentlich überschaubarer macht.

Zudem bestätigte Herr Bendfeld – und Sie deuten es in Ihrer Email unten bereits an -, dass ich in der Tat aus technischen Gründen nicht mehr als 4.800 Kbit/s erhalten kann.
Insofern stimme ich Ihnen zu, dass man mir nie hätte V-DSL anbieten dürfen.
In diesem Punkt machen Sie es sich aus meiner Sicht allerdings einfach, indem Sie unten schreiben, dass ArcheNet mir diesen Vertrag nicht hätte unterbreiten dürfen. Letztlich stellt aber Ihr Haus die Daten bzgl. einer Nutzbarkeit von Breitband zur Verfügung. So konnte ich noch Anfang der Woche auch bei Filiagio angeblich einen Breitbandanschluss mit einer Geschwindigkeit bis zu 52.000 Kbit/s beantragen. Nachdem die Daten noch einmal durch Ihr Haus geprüft wurden, gibt es dieses Angebot jetzt nicht mehr, sondern es folgt nun (wohl seit gestern) der folgende, richtige Hinweis:

„Sie interessieren sich für einen Glasfaser/ VDSL Anschluss von Filiago. Die Analyse Ihrer Leitung vor Ort hat leider ergeben, dass wir Ihnen aufgrund der Länge oder der Beschaffenheit der Kupferleitung – die vom Kabelverzweiger aus in Ihr Haus führt – keinen Anschluss anbieten können, der eine Downloadgeschwindigkeit von 25 MBit/s oder mehr bietet.“

Nachdem Herr Bendfield mir auch eine Internetversorgung per Sattelit angeboten hatte, dies aber für mich nicht in Frage kommt, sind wir so verblieben, dass Filagio noch einmal auf Ihr Haus zugeht, um mit Ihnen einen Tarif zu verhandeln, der auch einer tatsächlichen Nutzungsmöglichkeit entspricht. Hier scheine ich ja auch kein Einzelfall zu sein.
Somit gibt es zur Zeit keine Lösung für mich, allenfalls – mit Ihrer Unterstützung – eine absehbare, sofern ein neuer „Mini-„Tarif geschaffen wird.

Ich erlaube mir, einige Kommunalpolitiker bei diesem parteiübergreifenden Thema mit in diesen Schriftwechsel zK einzubeziehen, da man dort weiterhin an einer Bestandsaufnahme interessiert ist, sich hierbei dankenswerter Weise dieses Themas auch in der Vergangenheit bereits interessiert angenommen hat und Bürgerinteressen engagiert vertritt. Schließlich ist es auch weiterhin ein Bestreben der Kommunen, „die ländlich gelegenen Gebiete von Schermbeck, Hamminkeln und Hünxe an das Glasfasernetz der Zukunft“ (Zitat einer damaligen Pressemitteilung) anzuschließen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus und mit freundlichen Grüßen

Stefan Steinkühler

cc:
Dr. Ansgar Müller (Landrat Kreis Wesel)
Ernst Christoph Grüter (Bürgermeister von Schermbeck)
Doris Schiewer (Fraktionsvorsitzende der SPD in Schermbeck)
Wilhelm Hemmert-Pottmann (CDU-Ratsmitglied in Schermbeck)

Am 26. Juli 2013 schrieb Robin Weiand von der RWE FiberNet GmbH:

Sehr geehrter Herr Dr. Steinkühler,

 ich habe leider abermals vergebens versucht, Sie telefonisch zu erreichen. Ihre Ausführungen kann ich nicht vollständig nachvollziehen und hätte zur Klarstellung gerne mit Ihnen telefoniert. In Kürze auf diesem Wege: Die RWE FiberNet GmbH forciert den Breitband-Ausbau mit Partnern. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Partnerschaft mit Filiago das Breitband-Projekt im Kreis Wesel erfolgreich macht. Wir bauen Breitband-Netze, die mit wenigen Ausnahmen VDSL ermöglichen. In Ausnahmefällen, die i.d.R. auf die physikalischen Eigenschaften der Kupferleitungen der Telekom zurückzuführen sind, wird weniger als VDSL angeboten werden können. In diesen wenigen Fällen bietet Filiago Lösungen an (Festnetz- wie auch Funklösungen). Daher ist es gut, dass Herr Bendfeld von Filiago mit Ihnen im Austausch steht.

 Mit freundlichen Grüßen

 Robin Weiand, RWE FiberNet GmbH, Kruppstr. 5, 45128 Essen

Den Schriftverkehr hat Dr. Stefan Steinkühler inzwischen auch dem Landrat Dr. Ansgar Müller und dem Schermbecker Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter sowie Vertretern der beiden größten Schermbecker Ratsfraktionen CDU und SPD zugeleitet, damit, so Dr. Steinkühler, später niemand sagen könne, „man habe von nichts gewusst.“

Vorheriger ArtikelErfolgreiche Reiterin Nele Cleve
Nächster ArtikelBetreuungsgeld ab 1. August
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Schade das Herr Dr. Steinkühler (SPD) nur die SPD und CDU mit einbezogen hat. Auch die Wählergemeinschaft BfB und andere Parteien wollen dem Aussenbereich helfen. Die Aussage des SPD Mitgliedes Steinkühlers : „Ich erlaube mir, einige Kommunalpolitiker bei diesem parteiübergreifenden Thema mit in diesen Schriftwechsel zK einzubeziehen, da man dort weiterhin an einer Bestandsaufnahme interessiert ist, sich hierbei dankenswerter Weise dieses Themas auch in der Vergangenheit bereits interessiert angenommen hat und Bürgerinteressen engagiert vertritt.“ kann man nur als Wahltaktik mit Kopfschütteln begegnen. Die SPD Schermbeck hat in den letzten Jahren nur mit Nichtstun und Bürgerunfreundlichkeit geglänzt! Engagiert geht anders.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Bitte den vollständigen Vor- und Nachnamen eintragen