Im Jahr 2014 kam Jessica Steigerwald als Lehrerin nach Schermbeck. Nun wird sie die GGS verlassen:

„Ich werde jetzt an meine Wurzeln und meine Überzeugung zurückkehren, die mich einmal dazu bewegt haben, Lehrerin zu werden“.

Jessica Steigerwald teilt auf der Homepage der Schermbecker Grundschule mit, dass sie ab dem 14.12.2020 zur Gemeinschaftsgrundschule Lohberg versetzt werde, auf deren Stelle sie sich als Rektorin beworben habe.

Liebe Kinder, liebe Eltern,

wie die Gerüchteküche bereits munkelte, ist meine Zeit nun bald gekommen, um die Schermbecker Grundschule zu verlassen.
Ich danke allen für die wertvollen Erfahrungen erst als Lehrerin und anschließend als Schulleitung in Schermbeck.

Nachdem ich mich 2014 als Lehrerin nach Schermbeck an die GGS versetzen ließ, war mir bewusst, dass es nicht immer leicht werden würde, in der Gemeinde zu arbeiten, wo ich auch lebe.

Mit der bewussten Bewerbung auf die Rektorenstelle an der Gemeinschaftsgrundschule und vor allem mit der anschließenden kommissarischen Leitung der Maximilian-Kolbe-Schule und der daraus folgenden Zusammenlegung beider Grundschulen wurde die Gesamtsituation von Jahr zu Jahr nicht einfacher. Nun ist die Zeit gekommen, in der ich weiterhin nicht nur an die Schule, sondern vor allem an meine Familie denken muss.

Jessica-Steigerwald-verlässt-als-Lehrerin-Schermbeck
Das Foto vom 21.8.2014 zeigt die Lehrerin Jessica Steigerwald (Mitte r.), die zwei Jahre später Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule wurde. Foto: Helmut Scheffler

Anstrengende, aber auch schöne Jahre

An dieser Stelle möchte ich den Kolleginnen und Kollegen danken, die mich auf dem Weg zur Schulleitung begleitet haben und die mich in den aufregenden, anstrengenden, aber auch schönen Jahren mit großer Zwischenmenschlichkeit und voller gegenseitigem Vertrauen bis zum Schluss unterstützt haben.

Ich danke den Eltern, die ehrlichen Kontakt gesucht haben; die die Schule in meiner Schulleiterzeit in den Gremien aktiv unterstützt haben; die Gespräche gesucht haben, auch sachliche Kritik geäußert haben, um die Schule und das Schulleben voranzutreiben und mit zu gestalten; den Eltern, die in allen Formen die Schule unterstützt haben: in den Fördervereinen, bei der Spielzeugausleihe und allen weiteren Aktionen des Schullebens.

Vielen Dank auch an die Personen des Schulverwaltungsamtes, die immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegten und immer für den nötigen Austausch bereit standen.

Und vor allem möchte ich allen Kindern danken. Die Arbeit mit euch war echt und herzlich.

Viele spannende Momente

Dankbar bin ich auch für die schweren Erfahrungen während der Zusammenlegung und in der politischen Gestaltung rund um die Grundschule. Ohne Zweifel war es vielfältig und anstrengend, doch es gab auch. Ich möchte das Gute und die gewonnene Erfahrung mitnehmen und dafür danke sagen.

Ich werde jetzt an meine Wurzeln und meine Überzeugung zurückkehren, die mich einmal dazu bewegt haben, Lehrerin zu werden.

Ab dem 14.12.2020 werde ich an die Gemeinschaftsgrundschule Lohberg versetzt, auf deren Stelle als Rektorin ich mich beworben habe. Bis zu den Weihnachtsferien werde ich dann noch mit 10 Stunden rückabgeordnet, was bedeutet, dass ich weiterhin zwei Tage in Schermbeck zur Beratung für das Kollegium zur Verfügung stehen und die Verwaltungsaufgaben übernehmen werde.

Stelle wird von der Bezirksregierung ausgeschrieben

Meine Vertretung und somit erste Ansprechpartnerin für Sie wird Frau Vehlken als Dienstälteste sein. Die Stelle des/ der Rektor/in und Konrektoren/in sind bzw. werden nun von der Bezirksregierung ausgeschrieben. Bis sich jemand auf diese Stelle bewirbt, wird ab Januar 2021 die kommissarische Schulleitung von Kollegen bzw. Kolleginnen durch Abordnung geregelt.

Bis zum Ende des Schuljahres 2020/21 wird Herr Grüter, Rektor der Ludgerischule in Dingden, mit ebenfalls 10 Stunden abgeordnet, um das Kollegium in Schermbeck zu unterstützen. Er wird sich noch vor den Ferien bei der Gemeinde und der Steuergruppe in der Schule vorstellen und so erste Einblicke erhalten.

Ich werde die Zeit in vielschichtiger Erinnerung behalten und werde mit Mico die Entwicklung als Schermbeckerin gespannt beobachten.

Bis bald mal in Schermbeck,

Ihre und eure
Jessica Steigerwald

Kommentar zum Weggang von Jessica Steigerwald von Helmut Scheffler

Wer den Umgang einiger Schermbecker mit Frau Steigerwald in den letzten beiden Jahren beobachtet hat, kann der Vollblut-Pädagogin nur zum konsequenten Handeln gratulieren.

Unvermittelt fühlt man sich an das Sprichwort erinnert: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.“ Welche Bedeutung sich dahinter verbirgt, hat das Wikiwörterbuch „Wiktionary“ präzise definiert:

„Das Sprichwort »Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht« wird auch auf Menschen angewandt, es ist ein begründendes Sinnbild für die Beendigung einer längerfristigen Leistung, Beziehung, wohlmeinenden Haltung seitens eines Gebers wegen übertriebener Ausnutzung, Belastung oder eines Affronts durch den Empfänger.“

Was Jessica Steigerwald als Geberin seit 2014 für die Grundschullandschaft in Schermbeck als Empfängerin geleistet hat, ist beispielhaft. Sie hat es verdient, nicht länger von einigen unverbesserlichen Querulanten mit einem Nasenring durch die Arena gezogen zu werden. Einen Trost kann sie an ihren neuen Dienstort mitnehmen.

Der allerallergrößte Teil der Schermbecker Bevölkerung bedauert es sehr, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr für Schermbecker i-Dötze im Geschirr steht. Vielleicht macht das einige unverbesserliche Quertreiber endlich nachdenklich, damit Schermbeck nicht in den Verdacht gerät, engagierte Schulleiter*innen desaströrs zu behandeln.

Helmut Scheffler

Vorheriger ArtikelEinsatz wegen Kinderpornografie auch in Schermbeck
Nächster ArtikelMagazin „Life“ für Dezember 2020 ist erschienen
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.