Die Berichte der Entlassschüler der Jahre 1944 und 1945, die sich im Mai 1995 zur 50-Jahrfeier ihrer Entlassung aus der Altschermbecker Dorfschule trafen, waren gespickt mit zeitgeschichtlichen Zeugnissen aus der Kriegszeit. 21 Ehemalige feierten in der Gaststätte Nappenfeld. Die Schulzeit war geprägt vom Zweiten Weltkrieg. Anstelle von Ausflügen gab es Wanderungen in die Umgebung zum Heilkräutersammeln. Schafgarbe, Kamille und Schachtelhalme wurden in der Schule getrocknet, anschließend eingesackt und in Otto Heßbrüggens „Lümmelkarre“ zum ehemaligen Schermbecker Bahnhof an der Maassenstraße gebracht. Die Kinder mussten außerdem mit ihrem Lehrer Schrott sammeln, welcher der Wehrmacht als Rohstoff für die Kanonenherstellung diente. Auf dem Abschlusszeugnis, das den Schülern im März 1945 in der Ludgeruskirche überreicht wurde, stand der Hinweis: „18 Wochen totaler Schulausfall wegen Kriegseinwirkung.“ Hinzu kam stundenweiser Unterrichtsausfall bei Fliegeralarm. Kam ein solcher Alarm abends nach 22 Uhr, dann brauchten die Schüler erst am Morgen um 10 Uhr zur Schule zu kommen. Das Zeugnis mit dem Hakenkreuz mussten die Entlassschüler damals schnell verstecken, damit es den Alliierten nicht in die Hände fallen konnte. Foto: Helmut Scheffler, Mai 1995
























