Offener Brief an die im Rat der Gemeinde Schermbeck vertretenen Fraktionen. Verfasser: Gerhard Pszolla (Foto), Schermbeck

Die deutschen Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre, die sich vorurteilsfrei in der Gemeinde Schermbeck niedergelassen haben oder vielleicht schon seit ihrer Geburt hier leben und arbeiten, tragen mit ihren persönlichen Steuerzahlungen, Beiträgen und Gebühren in nicht unerheblichem Umfang dazu bei, dass die Beschäftigten der Gemeinde Schermbeck einen relativ sicheren Arbeitsplatz und ein ebenso sicheres und auskömmliches Einkommen erzielen. Für diese Leistungen erwarten wir Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schermbeck nicht nur eine funktionierende öffentliche Verwaltung sowie eine effektive Rolle und Kontrolle durch die Mitglieder des Gemeinderates, sondern auch ein einwandfrei funktionierendes Infrastruktursystem. Dazu gehört nicht nur der Ausbau eines schnellen Internets und ein genau so schnelles Rettungssystem, nein dazu gehört auch ein öffentlicGerhard Psolla, Flüchtlingeher Nahverkehr mit einem gepflegten Straßen- und Wegenetz sowie ein Erscheinungsbild, für das sich seine Bürgerinnen und Bürger nicht schämen müssen.

Wenn man Eingaben an die Verwaltung macht mit dem Hinweis, dass der eine oder andere Radweg auf dem Gemeindegebiet wegen extremer Schlaglöcher eine dringende Sanierung benötigt, dass in Neubaugebieten angelegte grüne Inseln in den Anliegerstraßen zwar vorhanden sind, aber an Stelle einer Bepflanzung dem Wildwuchs Tür und Tor geöffnet werden, wenn öffentliche Parkplatzflächen als Abfallentsorgungsflächen missbraucht werden, Verkehrs- und Hinweisschilder aus Altersschwäche ihren Dienst quittieren und und und…, dann fragt man sich als steuerzahlender Bürger, was läuft hier in der Gemeinde Schermbeck eigentlich oder auch nur vielleicht verkehrt? Die einheitliche Antwort der Verwaltung auf dieses Fragenpaket lautet unisono, dafür haben wir kein Geld mehr in unserem öffentlichen Haushalt!

Wenn man dann aber lesen muss, dass der Gemeinde Schermbeck plötzlich rd. 300.000,00 EURO zur Verfügung stehen, um die Immobilie „Westfälischer Hof“ zu erwerben, um diese als „günstige“ Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge zu nutzen, wenn plötzlich weitere Mittel zur Verfügung stehen, um das Obergeschoß des alten Rathauses kurzfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen umzubauen, wenn weitere Mittel zur Verfügung stehen für die Anmietung von privaten Wohnungen, dann frage ich mich, sind wir steuerzahlende Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schermbeck nur noch Bürger 2. Klasse und müssen wir mit dem vorlieb nehmen, was für uns vielleicht noch übrig bleibt.

Es ist sicherlich richtig, dass sich die Verwaltung der Gemeinde Schermbeck nicht gegen die Zuweisungen des Landes NRW auf Basis des von den Bundesländern vereinbarten Schlüssels (Einwohnerzahl und Steueraufkommen) wehren kann und auch nicht wehren darf.

ABER!   Egal wo man heutzutage hinschaut oder hinhört. Überall wird nur noch von den armen, traumatisierten und erschöpften Flüchtlingen berichtet, auf unsere Tränendrüsen gedrückt und an unsere Spendenfreudigkeit appelliert. Doch wie sieht die Wirklichkeit dieser neuzeitlichen Völkerwanderung mit biblischen Ausmaßen eigentlich tatsächlich aus.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge sind Wirtschaftsflüchtlinge sowie Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Drittstaaten, die sich durch Verschleierung ihrer wahren Identität unter Verwendung gefälschter bzw. angeblich verlorener Ausweispapiere einen Asylstatus in Europa und insbesondere in Deutschland erschleichen wollen. Das verbleibende gute Drittel aller Flüchtlinge besteht zu mehr als 70 % aus jungen Männern zwischen 14 und 25 Jahren Alter. Diese jungen Männer, sicherlich auch überwiegend aus Krisenregionen wie Syrien, Afghanistan und nordafrikanische Länder wollen hier bei uns schnell Fuß fassen, um in wenigen Jahren im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Familienzusammenführung ihre kompletten Familien-Clans nachholen zu können. Somit müssen wir mittelfristig weitere Millionen von Menschen aufnehmen, die nur von ihrem grundgesetzlich garantierten Recht der Familienzusammenführung Gebrauch machen werden und dann neben den nach wie vor kommenden Flüchtlingen unsere Sozialsysteme erheblich belasten werden.

An dieser Stelle sei ein Querverweis auf unsere Bundesarbeitsministerin, Frau Nahles, gestattet, die davon ausgeht, dass sich die Zahl der Hartz-4-Empfänger kurz- bis mittelfristig um mehr als eine Million Empfänger erhöhen wird und das diese Erhöhung zu mehr als 90 % auf Migranten zurück zu führen sei. Denn bei diesen Menschen handelt es sich dann nicht um die gesuchten hochqualifizierten Fachleute aller Fachrichtungen sondern „nur“ um normale Familienmitglieder ohne große Qualifizierungsnachweise.

Wenn Brüssel dann noch beschließen sollte, dass alle europäischen Bürgerinnen und Bürger einen zusätzlichen „Flüchtlings-Soli“ zur Finanzierung dieser vielfältigen internationalen Aufgaben auferlegt bekommen sollen, es wird von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer und/oder der Mineralölsteuer gesprochen, dann bin ich der Meinung, dass wir in Europa an einem Punkt angekommen sind, wo klar festzustellen ist, dass wir Bürgerinnen und Bürger von ihren gewählten Vertretern in den Städten und Gemeinden, in den Landesparlamenten und von den Bundestagsabgeordneten einfach nur noch als „Melkkühe der Nation“ angesehen werden. Wie glaubwürdig sind denn die ersten Dementis unserer Politiker in dieser Sache, denn die Wähler vergessen leider sehr schnell.
Wenn ein Flüchtling schreit, ich will nach „Mutti“ in Germany, dann öffnet Frau Merkel für einen unkontrollierten Zustrom von Asylanten unsere Grenzen, wenn ein Flüchtling sich über die Unterbringung beschwert, bekommt er nach Möglichkeit ein Einzelzimmer, wenn ein Flüchtling sich über die ungewöhnliche Verpflegung beschwert, wird diesem schnellstmöglich durch Änderungen im Speiseplan Rechnung getragen, wenn ein Flüchtling nach einem Handy verlangt, wird ihm dieses selbstverständlich mit einer bereits bezahlten Prepaidkarte zur Verfügung gestellt.

Wenn aber ein deutscher Bürger nach einer Verbesserung der Infrastruktur im eigenen Wohnort ruft oder auf Unzulänglichkeiten aufmerksam macht, dann ist für solche Maßnahmen kein Geld mehr da.
Wenn unsere Bundesregierung nicht bald einsieht, dass sie sich da in einen Gedanken verrannt hat, wird es bereits kurzfristig zu verstärkten Auseinandersetzungen und Schlägereien um billigen Wohnraum und die Schwarzarbeitsjobs unterhalb des Mindestlohnes kommen. Auf Deutschlands Straßen tummeln sich bereits heute 335.000 überwiegend deutsche Obdachlose. Tendenz um 60 % steigend in den kommenden drei Jahren. Aber für diese „Wähler“ scheint sich Frau Merkel und die Politik überhaupt nicht zu interessieren.
Aktuell prallen in einem bisher für Europa noch nie dagewesenen Umfang und mit voller Wucht die westliche und die orientalische Kultur aufeinander mit nicht absehbaren Folgen insbesondere für unser Land aber auch für Europa.

Quo vadis Deutschland?
Deutschland ist ein schönes und von der Natur bevorzugtes Land, dessen Werte, Normen, Gesetze und Kultur  auf dem Erbe des christlich-jüdischen Abendlandes, der Humanität, der Demokratie und der Aufklärung basieren. Wer als Flüchtling und Asylant das nicht einsehen, nicht verstehen und nicht akzeptieren will, muss ohne Wenn und Aber sofort ausgewiesen und abgeschoben werden.

ECHTE Flüchtlinge seid herzlich willkommen – Deutsche Bürger seid still, zahlt und verzichtet ! – Schermbecker Bürgerinnen und Bürger ebenso!

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Anmerkung der Redaktion: Offene Briefe decken nicht immer die Auffassung der Redaktion. Sie verfolgen laut Wikepedia bestimmte Zwecke:

Ein offener Brief (früher auch Sendschreiben oder Sendbrief) ist ein Schriftstück, das als Flugschrift, in der Presse oder in anderen Medien veröffentlicht wird. Durch die Form des offenen Briefs wird der Empfänger oft zu einer öffentlichen Stellungnahme zum Gegenstand des Schreibens aufgefordert. Ein offener Brief steht manchmal in Verbindung mit einer Petition oder einer Pressemitteilung und kann als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Ein offener Brief kann zusätzlich direkt an den oder die Empfänger zugestellt werden.

Der offene Brief in seiner bekanntesten Form wird häufig verwendet, um Personen des öffentlichen Interesses, Vereine oder Unternehmen mit kontroversen Aussagen, gebrochenen Versprechen oder Unwahrheiten zu konfrontieren oder um ein aus Sicht des Verfassers des Briefes notwendiges Handeln des Adressaten zu provozieren.

Tatsächlich sind seine Spielformen aber sehr viel zahlreicher, wie offene Briefe zum Geburtstag (Anna Seghers an Christa Wolf zu deren 50. Geburtstag), als Literaturkritik (Marcel Reich-Ranicki an Günter Grass im Spiegel), als Satire und vor allem als „Eintrag ins Beschwerdebuch der Geschichte“ (B. Dücker) belegen.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

27 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrter Herr Pszolla, vor einiger Zeit habe ich zur Flüchtlingsproblematik zwei Briefe bei Schermbeck-online mit dem Hinweis eingestellt, dass es „vor Ort jetzt los geht“. Ihre Gedanken und Hinweise kann ich nachvollziehen. Die schweigende Mehrheit zur Flüchtlingsproblematik äußert sich jetzt immer öfter. Dass den wirklich Schutzbedürftigen Hilfe zuteilwerden muss, ist selbstverständlich und ist grundgesetzlich verankert. Aber in einem kann ich Ihre Hinweise auf die Verantwortlichkeit der Gemeinde Schermbeck nicht nachvollziehen. Die Gemeindeverwaltung Schermbeck ist ein ausführendes Organ der Politik und muss den Bestimmungen des Gesetzgebers Folge leisten. Wie ohnmächtig die Gemeindeverwaltung und wie hilflos die Kommunalpolitiker sind, sehen Sie in ihrem Handeln. Die Gemeinde Schermbeck steht noch einigermaßen gut aufgestellt da. Für den Mut, sich öffentlich zu stellen und durch konstruktive Kritik unsere Gesellschaft zu bereichern, bedankt sich sicherlich auch die noch schweigende Mehrheit.

  2. Vielen Dank für den ausführlichen und kritischen Kommentar. Bei einer differenzierten Betrachtung einer komplexen Problematik müssen nunmal auch unbequeme Wahrheiten ausgesprochen werden. Leider führt dies aber insbesondere beim Thema Flüchtlinge sehr schnell dazu, dass die Aussagen in einen fremdenfeindlichen Kontext gezogen werden, wodurch eine sachliche Diskussion unmöglich gemacht wird.

    Schon die Tatsache, dass es die Redaktion hier für nötig hielt, sich mit roter Signalfarbe und Schrift in Übergröße ausdrücklich von dem Leserbrief zu distanzieren, lässt erkennen, wie gering die gesellschaftliche Akzeptanz ist, sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Tatsächlich führt aber eben die mangelnde Vernunft aufgrund der drohenden Rechtskeule im Umgang mit dieser Herausforderung dazu, dass das System ausgenutzt werden kann und für die tatsächlich Hilfs- und Schutzbedürftigen keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Das Gutmenschentum schadet somit ironischerweise genau denen, die die Hilfe am nötigsten haben.

    Es steht völlig ausser Frage, dass wir Menschen auf der Flucht jede Hilfe zukommen lassen sollten. Ich habe selbst bereits Flüchtlinge aus Syrien kennenlernen dürfen, die alles verloren haben und mit ihrem bloßen Leben davongekommen sind. Die Dankbarkeit dieser Menschen alleine für die hier gebotene Sicherheit und Versorgung mit Lebensmitteln war bewegend.
    Leider erreichen uns aber mehrheitlich die „schwarzen Schafe“, die ihre Forderungen nach Geld, Handys, einer geschmackvolleren Wohnungseinrichtung und Ähnlichem mit Dreistigkeit und Frechheit, teils Gewalt durchsetzen.

    Die Politik muss reagieren -Menschen ohne Anspruch auf Asyl dürfen nicht weiter über mehrere Jahre aufgrund langwieriger Verfahren dieses System ausnutzen. Auch die Bevölkerung muss reagieren -nur ein offener Umgang mit den nunmal vorhandenen Problemen kann verhindern, dass die Stimmung umschlägt und sich irgendwann auch gegen die tatsächlich Schutzbedürftigen richtet.

    • … Schon die Tatsache, dass es die Redaktion hier für nötig hielt, sich mit roter Signalfarbe und Schrift in Übergröße ausdrücklich von dem Leserbrief zu distanzieren, lässt erkennen, wie gering die gesellschaftliche Akzeptanz ist, sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

      … Ich denke, dass Sie mit dieser Aussage völlig falsch liegen! Bereits im April diesen Jahres habe ich dieses Thema aufgegriffen – siehe hier… http://schermbeck-online.de/fremde-in-der-meiner-heimat-nachdenkliches-von-petra-bosse/
      Ansonsten kann ich nur darauf hinweisen, dass bei der Veröffentlichung von Leserbriefen ein solcher Hinweis aus rechtlichen Gründen immer angezeigt ist.

      Mit freundlichen Grüßen
      Petra Bosse
      Redaktion

  3. Sehr geehrter Herr Pszolla,
    ich gebe Ihnen ja so recht. Schlaglöcher zu reparieren ist viel wichtiger als Menschen auf der Flucht zu helfen. *Ironie aus*
    Wenn Sie so ein besorgter Bürger sind, dann würde ich Sie doch mal bitten, Ihre ach so tollen Zahlen auch mit Fakten zu belegen. Zitat: „Das verbleibende gute Drittel aller Flüchtlinge besteht zu mehr als 70 % aus jungen Männern zwischen 14 und 25 Jahren Alter“. Da bin ich echt gespannt drauf.
    Dazu tätigen Sie verallgemeinernde Aussagen nach dem Motto „gefällschte oder angeblich verlorene Ausweispapiere“. Ich hätte gerne gewusst, woher Sie das eigentlich wissen.

    Weiter frage ich mich, warum Sie Sich jetzt auf einmal so um die Obdachlosen sorgen. Warum haben Sie Sich nicht vor Monaten darüber aufgeregt und geholfen? Jetzt auf einmal wird die Karte „deutsche Obdachlose“ doch gern von den „besorgten Bürgern“ ausgespielt. Bitte bedenken Sie, dass niemand in Deutschland obdachlos sein muss.

    Dann sagen sie noch etwas von „Kultur auf dem Erbe des christlich-jüdischen Abendlandes“. Wo bleibt denn Ihre christliche Nächstenliebe, frage ich mich dann?

    Jetzt werden Sie mir bestimmt erwiedern wollen, dann nehmen Sie doch einen Flüchtling bei Sich auf! Ich entgegene Ihnen schonmal worweg: Nehmen Sie Sich ein Schaufel und beseitigen Sie das so fiese Schlagloch, nehmen Sie Sich eine Harke und verschönern Sie doch die Verkehrsinsel und nehmen Sie Sich einen Müllsack und entfernen den abgelegten Müll.

    Dann brauchen Sie Sich darum schon nicht mehr zu sorgen.

    Erst der Mensch, dann das Schlagloch.

  4. Sehr geehrter Herr Pszolla,

    auf Ihre Nachricht vom 12. Oktober 2015, die sie offensichtlich an alle Ratsfraktionen gesendet haben, möchten die Vorsitzenden der CDU und der SPD Ratsfraktion wie folgt reagieren:

    Die Meinung Ihres Schreibers muss man sicherlich als Ihre ganz persönliche Auffassung einstufen. Es dürfte aber unstrittig sein, dass es auch eine andere Meinung geben darf und muss. Wir haben nicht nur eine Verantwortung für Straßen, Grünanlagen und die eigenen Belange, sondern wir kümmern uns auch um die Themen Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und christliche Werte, für die wir einstehen. Dazu gehört auch, dass wir unter Zurückstellung von eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen denjenigen helfen, die unverschuldet in große Not geraten sind und deren Leben u. U. bedroht ist.

    Wenn wir uns zu einer Gesellschaft entwickeln, die sich abschottet und nur noch ihre Eigeninteressen verfolgt, dann ist das mit den Grundwerten nicht mehr vereinbar. Zudem muss man sehen, dass Deutschland seinen Wohlstand nicht zuletzt dem Ausland verdankt, in dem wir durch unsere Exportstärke unser Geld für den Wohlstand verdienen. Außerdem benötigt Deutschland dringend die Zuwanderung von jungen und arbeitswilligen Personen, um die Sozialsysteme zu stabilisieren. Dafür müssen wir aber zunächst etwas investieren, denn wir selbst werden auf Dauer aufgrund der demografischen Entwicklung unseren Standard nicht mehr weiter halten können.

    Die jetzige Situation muss deshalb langfristig auch als Chance betrachtet werden. Wir müssen jetzt alles Erdenkliche tun, um den Menschen eine Zuflucht und ein Zuhause zu bieten, damit wir – die heimische Bevölkerung und die Zugewanderten – langfristig davon profitieren. Im Übrigen darf man nicht vergessen, dass Deutschland nach dem 2. Weltkrieg mit ganz anderen Zahlen fertig geworden ist. Wir haben seinerzeit unter wesentlich schwierigeren Bedingungen über 10 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland aufgenommen und integriert. Auch diese Personen waren damals längst nicht alle willkommen. Aber diese Personen haben anschließend kräftig mit angepackt, um das deutsche Wirtschaftswunder hervorzubringen.

    Bei der Diskussion über die Zuwanderung sollte man also nicht allein darüber nachdenken, was die Zuwanderer uns scheinbar wegnehmen, sondern das sie für unsere gemeinsame Zukunft erforderlich sind.

    Mit freundlichem Gruß

    gez.:

    Klaus Schetter CDU Ratsfraktion Schermbeck

    Doris Schiewer SPD Ratsfraktion Schermbeck

  5. Gerhard Pszolla, der Verfasser des offenen Briefes, reagiert auf die Kommentare zu seinem offenen Brief „Schermbeck heißt Flüchtlinge willkommen – oder?“ Wir übernehmen seinen Kommentar im Wortlaut.

    Zuerst einmal möchte ich mich, von einer Ausnahme abgesehen, ausdrücklich bei den Kommentatoren meines o.g. Leserbriefes für die offenen Worte und Stellungnahmen bedanken. Es kann nicht jeder meiner Meinung sein und das Gute daran ist, das ist sogar gut so! Ansonsten hätten wir nämlich keine Meinungsfreiheit und keine Demokratie.
    Darüber hinaus möchte ich mich aber auch bei denjenigen bedanken, die mir sowohl persönlich als auch telefonisch und per E-Mail zu meinem Mut und meinem Rückgrat gratuliert haben. Einen bekannten Dorstener Unternehmer möchte ich beispielhaft wie folgt zitieren: „Mit jedem Wort und jedem Satz sprichst du mir aus der Seele und genau das aus, was sich heutzutage zwar viele denken, aber nicht den Mut aufbringen, darüber öffentlich zu reden. Herzlichen Dank!“
    Und jetzt zu der Ausnahme und zu dem speziellen Kommentator „Pascal“.
    Wenn Sie in den letzten Wochen aufmerksam die Berichterstattung in den digitalen und gedruckten Medien verfolgt hätten oder den verantwortlichen Bundesministern aufmerksam zugehört hätten, bräuchten Sie nicht die Frage nach der Herkunft meiner Aussagen zu stellen. Auch die letzten Ausgaben von FOCUS und Spiegel hätten Ihnen die Antworten in sehr ausführlicher Form geliefert. Siehe FOCUS Nr. 39/15 und FOCUS-Nr. 43/15, im Tagebuch des Herausgebers Helmut Markwort nachzulesen. Tagesaktuell sei hier auch noch die Samstagsausgabe der Dorstener Zeitung vom 17.10.2015 genannt. Auf einer Doppelseite kann man sich auch dort über die entsprechenden Zahlen informieren und ein eigenes Bild machen.
    Oder nehmen Sie aus der jüngeren Vergangenheit Artikel aus der Berliner Zeitung, der Zeit oder der taz, die über hunderte Fälle von Verätzungen der Fingerkuppen berichteten, damit die Identität dieser Personen nicht europaweit abgeglichen werden kann. Weitere Stichworte hierzu sind die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes (wäre nicht notwendig gewesen wenn nicht zwingend erforderlich) und die Datei EURODAC.
    Bezüglich der fehlenden Ausweise und Papiere verweise ich beispielhaft auf das „ZDF heute journal“ vom 15.10.2015 und den dortigen Bericht vom Grenzübergang Freilassing. Niemand dort hatte Papiere oder Ausweise dabei. Einfach mal in der Mediathek nachschauen. Neben X-Box und PlayStation gibt es auch noch unterhaltsamere Informationsquellen, insbesondere Nachrichtensender wie N24, n-tv sowie die ganze Palette der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.
    Außerdem sind diese Daten in aufbereiteter Form in den verschiedenen Pressemitteilungen des BMI (Bundesinnenministerium) nachzulesen.
    Auch die Obdachlosen sind auch wegen des Fernsehfilmes in dieser Woche wieder ein aktuelles Pressethema unter dem Oberbegriff „Altersarmut“ und die Folgen. (siehe FOCUS Nr. 42/15 – Seite 18).
    Selbst die deutschen Medien, vertreten durch den Rundfunkrat, haben Selbstkritik geübt bezüglich ihrer einseitigen Darstellung in den zusammen geschnittenen Berichten. Es wird selbst von dieser Instanz eingeräumt, dass sich weinende kleine Kinder, schwangere junge Frauen und gehbehinderte ältere Frauen medienwirksamer vermarkten lassen als kräftige junge Männer. Wobei die Prozentzahlen über die Anteile der jungen Männer schwanken zwischen 60 und 80 %, je nach Autor. Selbst die konservative ARD hat sich hinterfragt, ob sie wertfrei und unvoreingenommen berichtet hat.
    Wer meint, sich zu diesem Thema äußern zu müssen, der sollte sich auch vorab mal mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vertraut machen. Dieses beinhaltet z. B. einen Artikel 16a mit seinen insgesamt vier Absätzen. Sehr interessant, insbesondere für jemanden, der sich bisher nur oberflächig mit dieser komplexen Materie auseinander gesetzt hat.
    Ihre übrigen Vorschläge sind einfach nur niveaulos unterhalb der Gürtellinie und nicht wert, beantwortet zu werden. Andererseits sei Ihnen gesagt und vor Augen geführt, dass die meisten Steuerzahler seit rund zwei Jahrzehnten mit der zusätzlichen Zwangsabgabe auf die Einkommensteuer namens Solidaritätszuschlag gezwungen werden, in den Aufschwung OST und die von Helmut Kohl versprochenen blühenden Landschaften zu investieren. Warum betrachten Sie meine bescheidenen Wünsche in den längst überfälligen „Aufschwung WEST“ für so abwegig. Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn der bisherige Solidaritätszuschlag OST nicht entfällt sondern in einen Solidaritätszuschlag ASYL befristet umgewandelt wird. Nach knapp 50 Jahren Berufsleben und ständigen Zahlungen in die deutschen Steuer- und Sozialkassen erlaube ich mir einfach mal, solche bescheidenen Wünsche äußern zu dürfen, aber auch gleichzeitig den Ruhestand zu genießen.
    Im Gegensatz zu einem „gesichtslosen Kommentator“, der aus der Anonymität heraus provoziert, denke und schreibe ich mit Bild und vollständigem Namen genau das, was ich für richtig halte oder zitiere das, was mit meiner Meinung weitgehend übereinstimmt. Ob es allen Lesern gefällt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    NACHSATZ aus aktuellem Anlass:
    Im FOCUS Nr. 43/15 vom 17.10.2015 finden Sie auf Seite 77 im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema meinen abgedruckten Diskussionsbeitrag zur Frage „Soll die Justiz härter gegen kriminelle Migranten vorgehen?“ Dort sind selbstverständlich auch noch andere Meinungen und Beiträge zu finden. Vielen Dank!

  6. Moin Herr Pszolla,

    ich kenne Sie nicht und meine Eltern, meine Mutter eine geb. Bussmann und mein Vater, seit seiner Kindheit in Schermbeck lebend, kennen Sie auch nicht.
    Mmmh…..gebürtig scheinen Sie also nicht aus Schermeck zu kommen. Woher kommen Sie eigentlich?
    Aber darauf will ich gar nicht hinaus.

    Machen Sie eigentlich auch so ein Gewese um Stuttgart 21, um die Elbphilamonie oder um den immer teurer werdenen Berliner Flugahfen, um nur die bekanntesten Steuergeld Gräber zu nennen?
    Das fliessen Milliarden hinein, aber das lässt Sie ja offensichtlich ziemlich locker.

    Wissen was mich an solchen Menschen wie Ihnen nervt, extrem nervt:
    Das Sie Menschen miteinander vergleichen, Lebenssituationen, die sich aber auch gar nicht miteinander vergleichen lassen.

    Sie machen Sie sorgen um 325.00 Obdachlose? Haben Sie denn kein facebook, um dem Bericht eines Obdachlosen zu lesen, der von sich und seinen “ Leidensgenossen“ sagt, das sie genügend Hilfe vom Staat bekommen könnten, wenn sie diese denn wollten?

    Wer den Wohlstand auf der einen Seite will, nimmt dafür die Armut auf der anderen Seite billigend in Kauf, das gerade hier mal so hinein geschoben.

    Mich nerven, neben solchen Biedermeiern wie Ihnen, auch Mitbürger, die, weil vielleicht ins falsche Bildungsmilieu hinein geboren, sich am Sozialstaat sättigen und keine Gegenleistung erbringen dürfen( müssen ).
    Mich nerven auch die Mitbürger ( ehemals Deutsch-Russen genannt ) , die, wegen Kohls Blödheit ,sich hier zinslose Prachtvillen errichten durften.
    Wohlgemerkt, ich bin davon nur genervt, weil ich natürlich sehr wohl weiss, das es Hartz 4 Bezieher gibt, die durch Trennung, Arbeitsplatzverlust etc. da hinein geraten sind und das , wenn mir Jemand ein zinsloses Darlehen und sonstige Vergünstigungen anbieten würde, ich sie selbstverständlich auch in Anspruch nehmen würde; Ich bin davon genervt, weil auch meine Steurgelder dahinein fliessen und ich mehr Gerechtigkeit wünschen würde.

    Und ich bin dann auch nur genervt, wenn Menschen, die ihr Einkommen ( ihrem Wohlstand) unserem Sozialstaat verdanken, auf die Strasse gehen und gegen Menschen pöbeln, den es viel schlechter geht als ihnen.
    Aber sind Sie damals eigentlich auch auf die Strasse gegangen oder auch jetzt wegen der vielen Hartz 4 Schmarotzer?

    Es gibt ganz, ganz viele Ungerechtigkeiten hier in Deutschland und viele ungelöste Probleme, auch was die Problematik der alten und neuen ausländischen Mitbürger angeht, aber uns geht es verdammt noch mal, richtig gut, weil unsere Politik auch viele Dinge richtig gemacht hat, wie Schröders Agenda 2010, ohne die Sie vermutlich nicht so entspannt Ihr Rentnerdasein geniessen dürften….

    Haben Sie sich eigentlich Gedanken darum gemacht, wer Sie in den nächsten Jahren pflegt oder wer, wenn Sie keinen Nachwuchs gezeugt haben, für die nachfolgenden Generationenen in die Rente einzahlt?

    Also, es gibt genug zu tun, das hat unsere lethargische Regierung nun auch endlich gerafft, aber so „schriftstellerische Brandsätze“ wie der Ihre, der bringt uns noch ganz andere Probleme und das können sogar Sie nicht wollen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Maike Hecheltjen

  7. Da sagt jemand auf korrekte, sachliche Weise was er (und tausende andere auch) denkt, was er fühlt, seine Ängste, Bedenken und schon ist es schriftstellerischer Brandsatz? pffffffff…lächerlich. Glauben Sie im Ernst Maike, das dies alles gut enden wird und sich später alle lieb haben werden? Glauben Sie im Ernst, das ALLE Flüchtlinge vor dem Krieg flüchten? Warum kommen viele ohne Pass? Wenn Sie mal über den Tellerrand schauen würden, würden Sie mitbekommen wieviel Probleme es jetzt schon gibt. Sei es mit respektlosen Flüchtlings Kindern und Jugendlichen, mit streikenden, fordernden Erwachsenen, Messerstechereien, Diebstähle etc etc. Ja, in Schermbeck ist noch alles fluffig, aber meine Cousine wohnt Cottbus, bekommt es hautnah mit und sie findet es nicht mehr lustig dort.
    Es ist nicht alles rosa rot. Schon mal mit Grenzsoldaten gesprochen? Mit der Polizei? Ich ja und ziehe echt meinen Hut. Polizei wird beleidigt (sie ist eine Frau), wird nicht ernst genommen…. Super! Und das ist erst der Anfang!

    Ich kenne Sie auch nicht. Und? Was sagt das aus? Nichts. Von wem ich mich später pflegen lassen möchte? Am besten gar nicht und wenn von meiner Familie.

    Ja es gibt viele viele deutsche Schmarotzer, ich gehörte selbst mal zu denen weil meine Tochter schwer krank zur Welt kam, die Beziehung das nicht standhielt und wir mit sehr wenig auskommen mussten. Dieses gebe ich jetzt aber durch meine Selbstständigkeit doppelt und dreifach zurück. Glauben Sie allen Ernstes, das es alles Facharbeiter sind? Eine Bereicherung? Gerade sagte eine Frau aus Mazedonien im Fernsehen „Deutschland ist gut.Gute Sozialhilfe. Wenn ich zurück muss, kommen wir wieder und stellen neue Antrag.“ 6 Kinder und konnten kaum deutsch. Herzlichen Glückwunsch.

    Mit freundlichen Grüßen, Bettina Cappell „schriftstellerische Brandstifterin“

    • Moin Frau Capell,

      ich war ehrenamtlich in Leipzig unterwegs und durfte 2x die Anti Legida Demos miterleben.
      Das war für mich erschreckend, ich hatte so etwas noch nie zuvor erlebt, da noch nie miterlebt.
      Dieser Hass und diese Aggressionen, auch auf Seiten der Bundespolizei, waren schlimm.
      Was aber genauso schlimm war, war und ist die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Leipziger Messegelände : 1800 Erwachsene und Kinder auf 8 Toiletten und Waschbecken.
      Das ist entwürdigend!
      Bei diesen “ legida-Spaziergängen“ waren Homos unterwegs, die unter Hitler kastriert und oder getötet worden wären, ein Easy Rider hielt eine Schild hoch auf dem stand “ Indianer haben auch immer für die Freiheit gekämpft und jetzt leben sie in Reservaten „….

      Was machen Sie denn, wenn es in Deutschland aufgrund dieser zunehmenden Ausschreitungen zu einem Krieg kommt und Sie fliehen müssen, haben Sie schon einen Plan?
      In die umliegenden EU Staaten läuft es gerade nicht so gut für uns, haben Sie vielleicht schon mit bekommen.
      Deutschland ist der größte Geldverleiher und wenn das Geld nicht mehr fliesst, ist es aus mit der Freundlichkeit.

      Ich hoffe, das das nur eine Schreckensphantasie ist, aber Sie sollten, genau wie Hr.P. ,vorischtig sein, mit dem, was Sie sich herbei wünschen.

      Schönen Abend und ein friedvolles Leben wünsche ich Ihnen
      Maike Hecheltjen

  8. Frau Maike, entschuldigen Sie bitte, dass ich mich noch nicht bei Ihrer Verwandtschaft vorgestellt habe obwohl ich schon länger in Schermbeck wohne als Sie auf dieser Erde leben. Ich bin ein echtes Kind des Kohlenpotts, das seinen ersten Atemzug in Herne gemacht hat. Bei drei eigenen, mittlerweile erwachsenen Kindern brauche ich mir um meine eventuell notwendig werdende spätere Pflege auch keine Sorgen machen. Wahrscheinlich haben Sie auf Grund Ihrer relativen Jugend noch nicht gelernt, Ihre „Nerven“ so richtig unter Kontrolle zu behalten, denn sonst würde es Ihnen nicht so schwer fallen, andere Meinungen wenigstens versuchen zu verstehen. Aber ich habe die Hoffnung, dass Ihnen dies mit zunehmender Lebenserfahrung noch gelingen wird. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Kommentatorin Bettina. Diese hat Ihnen bereits die passende Antwort auf Ihr sozialpolitisches Halbwissen gegeben.
    MfG Gerhard Pszolla

    • Moin Herr Pzsolla,
      sie wohnen tatsächlich schon seit über 40 Jahren in Schermbeck?
      Das ist ja kaum zu glauben.
      Wenn Sie Ihre Kinder noch nach Recht und Anstand erzogen haben und mit den hoffentlich “
      Nie-wieder-Krieg“ Eindrücken Ihrer Eltern, dürften Ihre Kinder Ihr Verhalten nur schwer verstehen, aber da mutmaße ich nur.
      Was die Lebenserfahrung-und weisheit angeht, hängt die (man sieht es Ihnen) nicht mit dem Lebensalter zusammen, obwohl ich da auch einiges vorzuweisen habe.
      Liebes Schermbeck, ich wünsche Dir ganz viele aufrechte, wahrhaftige und herzliche Menschen in dieser Krise….und nicht solche wie Hrn. Pszolla und Fr. Capell, denn das sind die blauen Tropfen im glasklaren Wasser….

  9. Herr Pszolla, ich respektiere andere Meinungen und achte jeden Menschen gleich, egal, ob die Namen wie Hecheltjen nach Schermbeck klingen oder nach Polen, Türkei, Indien, Thailand, Syrien oder Mali.

    Menschen sind nach unserem Grundgesetz alle gleich, habe alle eine Würde, gleiche Rechte und das sehe ich auch als Christ, dass vor Gott alle gleich sind.

    Daher sehe ich auch das Leid in anderen Ländern mit großer Sorge und Mitgefühl. Als ich noch ein Kind war, sahen wir die Bilder der „Biafra-Kinder“ mit dicken Wasserbäuchen kurz vor dem Hungertod. Seitdem wurde von unseren Konzernen rücksichtslos weiter der Lebensraum zerstört – abgesehen von der unwiederbringlichen Natur – und die Menschen vertrieben oder einfach dem Hungertod ausgeliefert und was die perfideste Methode ist: gegeneinander aufgehetzt bis sie sich gegenseitig massakrieren oder gar hilflos Seuchen wie Ebola oder Aids überlassen. Aber solche Flüchtlinge dürfen gnadenlos ausgewiesen werden, denn sie sind ja (nur) „Armutsflüchtlinge“, also Wirtschaftsflüchtlinge aus „sicheren“ Herkunftsländern.

    Leider wird hier gerne das Totschlagargument der „Überfremdung“ gebracht und von „berechtigten Sorgen“ geschwafelt und Angst geschürt. Ein Kriminalist, Soziologe oder Psychologe hat gelernt, dass es in jeder Bevölkerungsgruppe, jeder sozialen Schicht, unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion gute und böse Menschen gibt. Es gibt arme Menschen, die trotzdem niemals stehlen würden und reiche Menschen, die hauptsächlich durch Rücksichtslosigkeit, Egoismus und grenzenlose Gier zum eignen Wohlstand gekommen sind. Es gibt arme Menschen, die trotzdem alles teilen würden und viele Mitbürger, die niemals Hunger, Krieg, Vertreibung, Folter, Vergewaltigung oder Obdachlosigkeit erleben mussten oder werden aber dennoch immer unzufrieden sind und den wirklich Ärmsten NICHTS abgeben wollen.

    Aber auch das macht Menschen nicht mehr oder weniger wertvoll, alle sind gleich.

    Ich bitte aber wenigstens zu bedenken, dass unser Wohlstand mit der Ausbeutung der Kolonien begann und noch bis heute nur durch die Armut der südlichen Halbkugel ermöglicht wird. Wir als Industriestaaten liefern die Waffen für alle Kriege, Morde und Unterdrückung. Wir als Bürger dieser Staaten profitieren davon.

    Aber wir können das Mittelmeer nicht wie einen Burggraben betrachten und die Zugbrücke einfach hoch ziehen.

    Wir waren so stolz auf die friedliche Entfernung der Berliner Mauer und des gesamten „eisernen Vorhangs“, auf die Abschaffung der Grenzen innerhalb der EU, auf unsere Abrüstung, die Abschaffung der Wehrpflicht, die gemeinsame Währung, Reisefreiheit usw. – wollen wir das wieder abschaffen?

    Unser Wohlstand beruht auch darauf, dass aktuell die „geburtenstarken Jahrgänge“ auf dem Höhepunkt der Einkünfte angekommen sind, also viel Geld in die Sozialkassen einzahlen. Aber seit 1965 nehmen die Geburten ab und trotz ständiger Einwanderung schrumpft unsere Bevölkerung rapide und altert drastisch.

    Mir ist es total egal, ob meine Pflege im Alter von gebürtigen Deutschen oder Einwanderern ausgeführt wird und ob die Finanzierung durch Kinder von deutschen oder syrischen Eltern gestemmt wird – so lange es überhaupt genug Menschen hier gibt. Und dazu sind wir dringend auf massive Einwanderung angewiesen.

    Ja, es wird Geld kosten für Sprachkurse und Wohnungsbau, es wird mühsam sein und nicht bei jeder einzelnen Person gelingen, aber es ist unser einzige Chance, unseren Wohlstand zu sichern und sogar als Staat und Volk nicht durch Überalterung in Not und Elend zu geraten, wirtschaftlich zugrunde zu gehen und historisch in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

    Wenn es also um Ängste geht, dann sollten wir dafür sorgen, dass diese Einwanderer sich bei uns wohl fühlen, uns nicht mehr verlassen und möglichst viele Kinder bekommen.

    Ich bedanke mich auch für die klugen Kommentare der CDU und SPD Ratsfraktionen.

    • Hallo Volker,
      du sprichst mir mit deinen Worten aus dem Herzen und ich möchte dem einige persönliche Anmerkungen hinzufügen.
      Wir müssen uns stets unseres sehr großen Wohlstandes bewusst sein. Den können wir täglich erleben, in die Situation in den Heimatländern der Flüchtlinge können wir uns nicht versetzen. Du hast recht, es wird kosten, es wird sogar viel kosten und es wird mühsam sein, denn diesem Jahr werden viele weitere folgen. Mit der wachsenden Zahl der Ankommenden wird auch die Anzahl der Bürger, bei denen die Besorgnis und die Angst zu einer ablehnenden Haltung führen, steigen. Aber ich bin überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten das Notwendige leisten können und unsere Volkswirtschaft sicher daran nicht zugrunde geht ( der jährlichen Schaden durch Steuerhinterziehung liegt nach Schätzungen z.B. bei ca. 100 Milliarden Euro!)
      Wir wollen doch wohl nicht ernsthaft wieder über Zäune und Mauern in Deutschland nachdenken. Nicht abgrenzen sondern die Hände reichen, das ist Menschlichkeit und das ist der Weg in eine gemeinsame und letztlich dann auch friedliche Zukunft.
      Lasst uns doch in Deutschland nicht immer nur Bedenkenträger sein! Die melden sich schon viel zu viel zu Wort (und sind viel zu oft ansteckend).
      GG

  10. Uns liegt ein Kommentar zum Thema „Flüchtlinge“ vor, der von Theo Av. aus Gelsenkirchen abgegeben wurde. Wir werden den Kommentar erst freigeben, wenn wir den kompletten Namen kennen. Gleichzeitig bitten wir um Verständnis dafür, wenn gerade bei sensiblen Themen grundsätzlich erst Kommentare freigegeben werden, wenn wir die Namen kennen. Wir werden uns in Zweifelsfällen zusätzlich auf privater Mail-Ebene mit dem Kommentator in Verbindung setzen, bevor eine Veröffentlichung stattfindet.

  11. Willy Brandt hat in einer seiner Schriften einmal gesagt “ Unsere -gemeint ist deutsche- Geschichte ist unser Auftrag.
    Über Jahrzehnte war Deutschland und ihre Demokraten stolz darauf ein in Grundgesetz verankertes Recht auf Asyl zu haben.
    In der Welt forderte man Anerkennung für dieses fortschrittliche Recht. Jetzt wo es gebraucht wird will man es einschränken.
    Unser Bundesinnenminister de Maiziere, durch Eid auf das GG verpflichtet die Grund- und Menschenrechte zu verteidigen, setzt sich mit oft unerträglichen Parolen an die Spitze derer, die die „Stammtische“ mit ihren negativen Argumenten füttern und in ihren Ansichten bestärken.

    Die Ausführungen von Herrn Roth kann man, wenn man den ersten Teil seiner Ausführungen ignoriert, zustimmen.
    Im ersten Teil seiner Ausführungen versucht er jedoch im Namen seiner Fraktion, genau wie Tage zuvor Herr Pszollas, Bürger- und Menschenrechte aufzuwiegen mit den Kommunalen Leistungen z. B. des Straßen- und Wegebaus.
    Aber Grund- und Menschenrechte, verankert im Grundgesetz, lassen sich nicht mit kommunalen Belangen vergleichen und wer es wider besserem Wissen tut handelt unredlich. Bei Herr Roth geschieht dieses offensichtlich, trotz besserem Wissen, allein mit dem Ziel Sympathisanten für seine politische Gruppe zu gewinnen.

    Ich wünsche mir von den vielen Schermbecker Bürgern, die wie ich der Meinung sind dass das Asylrecht ein wichtiger Grundpfeiler unsere Demokratie ist, eine kritischere Betrachtung einzelner Wortmeldungen, damit die Diskussion an den „Stammtischen“ und auf den Straßen eine andere wird.

  12. Moin Frau Hecheltjen (ist das ihre typische Begrüßung? ^^)

    Ich habe mich daran gewöhnt in die böse Ecke geschoben zu werden, weil ich mir (nach dem deutschen Grundgesetz) das Recht herausnehme, zu sagen was ich denke.
    Genauso wie Sie finde ich ganz schlimm wie Flüchtlinge teilweise untergebracht werden. Unwürdig. Richtig. Aber, wer ist das denn schuld? Ich nicht. Nein, das ist die Politik die versagt hat. Egal ob CDU SPD Linke….Es werden Gesetze gebrochen, von ganz oben! Die Helfer, ohne die das alles gar nicht ginge, sind am Ende. Kommunen ächzen unter dieser Last, wissen nicht wohin (Schermbeck hat den Brandbrief mit unterschrieben), die Polizei ist überfordert, wird nicht Ernst genommen (eine Bekannte ist bei der Polizei), werden ausgelacht, bedroht, angegriffen…. Und bei all dem sollen die Menschen wegschauen und Beifall klatschen? Never. Die Merkel ist nicht mehr klar im Stübchen und das wird noch ganz böse enden mit ihrer Karriere. Österreich, Ungarn Slowenien, Frankreich…alle sind am Ende, erbost und was sagt Angie? Wir schaffen das. Ich bin gespannt.
    Ja, als Flüchtling würde ich auch Aufstand machen! Sie sind ja schließlich geflüchtet damit sich ihre Lage verbessert u nicht verschlechtert!

    Ich bin herzlich und aufrichtig und für mich ist jeder willkommen der sich benimmt, sich bemüht, fleißig ist, freundlich ist. Aber unter den Umständen…? Wer will da noch freundlich sein? Egal welche Seite!

    Für die Schermbecker Bürger wünsche ich mir korrekte nette „Gäste“, die froh sind Ihr Leben zu haben und sich schnell einleben und integrieren. Vielleicht habt ihr ja Glück (ich wohne außerhalb von Schermbeck) 😉

  13. Moin Frau Capell,

    ja tatsächlich, das ist hier in der Gegend die korrekte Begrüßung zur jeder Tag-und Nachtzeit 🙂 und das finde ich durchweg sympathisch.
    Keiner von uns ist tatsächlich Schuld an der Situation, aber wir haben auch nichts dagegen unternommen.
    Oder haben Sie bei Ihrem Fleischzulieferer angefragt, was er mit den Resten macht, da der deutsche Konsument weder Köpfe, noch Füsse, noch Schwänze oder Innereien sooooo gerne isst.
    Diese Reste werden in großem Stil u.a. nach Afrika geschifft und machen da die lokalen Märkte kaputt. Die Milch , die hie zu viel produziert wird, geht nach China und macht dort die Märkte kaputt, aber die Chinesen haben sich och nicht auf den Weg gemacht, vermutlich wegen der duldsamen Mentalität.
    Von unseren Waffenlieferungen in den nahen Osten, nach Syrien, rede ich gar nicht erst.

    Das die Politik reagieren muss, ist klar, aber ob die Grenzen dicht machen der richtige Weg ist?
    Warum nicht die Gesetze dahingehen ändern, das jeder der in Deutschland lebt und leben will, für sein Auskommen selbst zuständig ist und nur die wirklich Bedürftigen ( Rentner, Versehrte, Alleinerziehende, Elternteile mit der Betreuung Kleinkindern oder versehrten Kindern zu Hause beschäftigten……) ein kompromissloses Grundeinkommen erhalten, welches Ihnen ein würdiges Leben ermöglicht.
    Für den Anfang( ein Jahr?) gibt es Sprachkurse und finanzielle Unterstützung.
    Ich weiß, das sind nur Ideen…
    Der Unterschied zwischen und beiden, Frau Capell, ist der, das ich nichts dafür getan habe, als Deutsche in die Mittelklasse hinein geboren worden zu sein und ich das weiß!

    Das “ Lebenskarussell“ hätte uns beide auch in Eritrea, Dschibuti und Somalia rauswerfen können.
    Dann wären wir beide jetzt vermutlich beschnitten und wären aufgrund dieses Umstandes entweder bei der Geburt eines Kindes gestorben oder es wäre in Eritrea gar nicht dazu gekommen, weil wir schon vorher in den lebenslangen Militärdienst einer Diktatur eingzogen worden wären.

    Diese Wissen darum macht mich demütig und dankbar und lässt mich großherzig und weltoffen sein, denn wie bereits erwähnt :
    Unser Reichtum ist die Armut der Anderen.

    Schönen Tag noch 🙂

  14. Sehr geehrter Herr Wasmuth,
    wofür haben wir eigentlich eine Regierung und eine Menge Politikdarsteller? Diese Einwanderungskrise in Deutschland und wenigen anderen Ländern ist grundsätzlich verschuldet durch die USA und ausgelöst durch Angela Merkels grenzen- und bedingungslosen Einwanderungsaufruf. Das muss schnellstens beendet werden.
    „Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag!“

  15. Sehr geehrter Herr Roth, hier die gewünschten Kontaktdaten der Presidenten.

    Kontaktdaten von President Obama.
    Telefon: 001-202-456-1111
    Anschrift: The White House, 1600 Pennsylvania Ave NW, Washington, DC 20500, USA
    Kontaktdaten von President Putin.
    Mail: eng.letters.kremlin.ru
    Anschrift: 23, Ilyinka Street, Moskow, 103132, Russia

  16. Sehr geehrter Pieniak,
    die Frage „wofür haben wir eigentlich eine Regierung und eine Menge Politikdarsteller“ habe ich mir auch gestellt. Eine Regierung sollte regieren und die Politkdarsteller geben profilneurotische Absichtserklärungen ab. Die von Ihnen angeführten Ursachen des Flüchtlingsproblems liegen noch weiter zurück. Nicht nur die USA, auch die europäische Kolonialpolitik hat erheblich zum heutigen Problem beigetragen. Der Entwicklungsdienst ist halbherzig und nicht wirkungsvoll. Auf „schermbeck-online.de“ ist eine entsprechende Darstellung von mir nachzulesen.
    Herr Pieniak, ihre Ausführungen kann ich nachvollziehen und Sie haben recht. Nur haben wir keine „Einwanderungskrise“, wir haben ein Flüchtlingsproblem.
    Inzwischen gibt es in Deutschland eine 3 Kasten Gesellschaft. Die 1. sind die Gutmenschen. Die 2. sind die sich zum Thema konstruktiv kritisch melden und sofort in die rechte Ecke gestellt werden. Die 3. die schweigende Mehrheit. Was sind wir nur für ein Staat geworden? Der europäische Gedanke ist dahin. Der nationale Gedanke spielt in Europa inzwischen wieder eine größere Rolle. Europäisches Geld kassieren und bei Solidarität sich verweigern. Deutschland ist in der EG Nettozahler. Das ist die Tatsache.
    Viele Wähler sind dabei sich politisch umzuorientieren. Leider ist es nicht möglich die demokratische CSU bundesweit zu wählen. Das wäre eine echte politische nationale Wahl-Alternative. Das politische Feld wird teilweise “Anderen“ überlassen.

    • H. Wasmuth ,
      “Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag!“ Das sagte Helmut Schmidt 1981. Merkel 2004: Die multikulturelle Gesellschaft ist gescheitert.“ Und jetzt soll alles anders sein? Ich teile Ihren Beitrag voll, Danke! Nur wir haben keine Flüchtlingskrise sondern eine Einwanderungskrise weil: Flüchtlinge, die aus sicheren Drittstaaten oder Flüchtlingslagern nach Deutschland einwandern, fliehen dabei nicht mehr, weil niemand sie durch die Türkei, Griechenland, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich hindurch bis nach Deutschland verfolgt. Die Flucht war in der ersten sicheren Unterkunft beendet. Wer von dort nicht aufgrund unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben flüchten muss, sondern zielgerichtet nach Deutschland einwandert, der kommt hier nicht als Flüchtling an, sondern als Einwanderer.
      Nicht registriert, unkontrolliert, nicht untersucht, ob kriminell oder nicht, als IS Kämpfer, man weiss gar nicht was wir uns hier in unser Land holen. Die Politik muss endlich sofort handeln. Die Deutschen lassen sich nicht mehr von den Medien blenden die uns Frauen und Kinder als seelischen Weichmacher präsentieren. Es sind zu 80% junge Männer die kommen. Den Menschen muss da geholfen werden wo sie sind. Amerika ist in der Pflicht. Sie müssen gemeinsam mit Russland den Krieg beenden und alle sollten dann den Wiederaufbau massiv fördern und die Menschen in ihre Heimat zurückführen. Armes Europa.

  17. Wer sich hinter „Volldampf“ verbirgt, weiß ich nicht.
    Den Beitrag kann ich nicht interpretieren. Was will der Schreiber (…. groetjes Hartmut) damit sagen?

  18. Hr. Pieniak, wie gut, dass wir uns einig sind. In Europa werden sogar die bestraft, die sich an Recht und Ordnung halten. Alle Mtglieder der EG haben „Schengen und Dublin“ akzeptiert und unterschrieben. Nur wer hält sich dran? Gut zu wissen, dass ich nicht allein mit meiner Meinung stehe. Ich bin auch schon als „Rechter“ bezeichnet worden, dabei bin ich ein „Liberaler“.

  19. Neuer Kommentar zum Leserbrief „Schermbeck heißt Flüchtlinge willkommen“

    Zuerst einmal möchte ich mich in aller Form bei der Gemeindeverwaltung Schermbeck und dem zuständigen Fachbereich 4 – Bauverwaltung/Techn. Bauamt – für die kurzfristig in der letzten Woche erfolgte Bepflanzungsaktion der in die Verkehrsfläche eingelassenen Grüninseln unserer Spielstraße ganz herzlich bedanken. Somit hat mein Leserbrief bezogen auf unsere kommunalen Schermbecker Probleme schon einen ersten Erfolg gezeigt, auch wenn nicht jeder Kommentator mit meiner „Gemengelage“ einverstanden ist. Alle anderen übergeordneten Probleme werden wir von Schermbeck aus sicherlich nicht lösen können, aber auf die eine oder andere Problematik innerhalb von Deutschland und seinen Bundesländern möchte ich versuchen, frei von schwarzen, roten, gelben, grünen und tiefroten Einflüssen einfach nur hinzuweisen.
    Wirtschaftsflüchtlinge schaden den wirklich politisch Verfolgten
    Ein Dauerproblem dieser Flüchtlingskrise ist die Tatsache, dass jeden Tag Regeln verletzt und Verträge nicht eingehalten werden. Und dieses Problem schlägt durch bis in jede kleine Stadt und Gemeinde, auch bis nach Schermbeck. Darum meine persönliche Hochachtung den vielen Bürgermeistern, in deren Haut ich momentan nicht stecken möchte. Europas Außengrenzen werden nicht gesichert und innerhalb Europas herrscht blanker Egoismus der Nationen. Österreich – dieses Land sei beispielhaft genannt für viele andere Vertragsverletzer – lässt massenweise bereits registrierte Flüchtlinge nach Deutschland obwohl diese in Österreich sicher und nicht mehr verfolgt wären. Doch dieses Problem besteht auch zwischen den deutschen Bundesländern. Es gibt einen Königsteiner Schlüssel, außer Bayern haben alle anderen Bundesländer angeblich nicht nur überfüllte Aufnahmestellen sondern auch verstopfte Ohren. Insbesondere die rot-grün regierten Länder zeigen sich besonders unsolidarisch. Und genau diese Länderregierungen weigern sich gleichzeitig auch, diese Wirtschaftsflüchtlinge zurück zu schicken, die keine Chance auf ein Bleiberecht haben. Die verkrampfte Ideologie vor allem der grünen Bremser schadet den wirklich Verfolgten. Denn diese müssen überproportional lange auf das ersehnte Ende ihres Verfahrens warten, weil trickreich beratene Flüchtlinge ohne jede Aussicht auf Anerkennung als politisch Verfolgte die Migrationsbehörden und Gerichte mit künstlichen Verzögerungen blockieren. Und die grünen juristischen Berater kassieren hierfür horrende Honorare von Vater Staat.
    Entscheidungen, wie die Politik der offenen Tore und offenen Grenzen, die von unserer Regierung derzeit noch praktiziert wird, zeugen, wenn die Folgen bedacht werden, von wenig Verantwortung für die deutsche Gesellschaft. Den kurzfristigen Nutzen ernten die politischen Entscheidungsträger als medial-politisch korrektem Reputationsgewinn sofort, während die Gesellschaft die dadurch bedingten Kosten in Form von höheren Steuern, Sozialabgaben und sonstigen Beiträgen und Gebühren jahrzehntelang zu tragen hat.
    Die abschließenden Beispielen aus dem realen und wirklichen Leben öffentlich bekannt zu machen, halte ich für wesentlich wichtiger als sich hier und heute mit den Ausführungen einer unverbesserlichen tiefgrünen Meinungsmonopolistin, die sich bereits an anderem Orte unangenehm in Rage geredet hatte (verdi Delegiertenkonferenz), erfolglos zu beschäftigen, da solche selbsternannten Gutmenschen und Weltverbesserer aus Ermangelung von sachlichen Argumenten schnell diese faire Diskussionsebene verlassen und in eine persönliche und diffamierende Ebene abgleiten.
    Glücklicherweise zeigen die aktuellen Beschlüsse der politischen Entscheidungsträger in Brüssel und Berlin, dass es mit „Wir schaffen das!“ so in Deutschland nicht mehr weiter geht. Miteinander reden ist zwar gut und schön, aber diese Beschlüsse müssen auch in die Praxis umgesetzt werden. Eine gesamteuropäische Lösung des Flüchtlingsproblems sehe ich leider durch die vertragswidrigen egoistischen Verhaltensweisen einzelner europäischer Länder in weite Ferne gerückt. Die aktuellen Wahlergebnisse in Polen und der Schweiz zeigen den wahren Trend und dortigen Wählerwunsch. Wohin gehst du EUROPA?
    Hier die Beispiele:
    Aus dem Herner Stadtteil Constantin berichtete mir eine 93-jährige weitläufige Verwandte über ihre neuen Erfahrungen und die gleichartigen Erlebnisse einer anderen älteren Dame aus der Frauenhilfe. Nach dem Verlassen des Linienbusses stellte sie auf den nur rund 300 m bis zur Haustür fest, dass sie von drei jüngeren Männern mit einer etwas stärkeren Pigmentierung verfolgt wurde. Der Abstand verkürzte sich dramatisch. Plötzlich forderten diese drei Männer Geld von ihr. Da es nur noch wenige Schritte bis zur Haustür der Nachbarin waren, ging sie energisch auf diese Tür zu und klingelte. Als ihr geöffnet wurde, zogen sich die drei Männer schnell zurück. Eine Bekannte aus der Frauenhilfe hatte in der letzten Woche eine ähnliche Begegnung auf dem Südfriedhof an der Wiescherstraße in Herne. Auch sie wurde von drei jungen Männern mit stärkerer Pigmentierung angesprochen und aufgefordert, ihnen Geld zu geben. Glücklicherweise kamen in diesem Moment andere Friedhofsbesucher zufällig um die Ecke dieses Weges und der Frau zu Hilfe. Beide Fälle sind glimpflich ausgegangen. Meine Tante, seit vielen Jahren Witwe, aber immer noch wohnhaft im eigenen Haushalt in einem kleinen Zechenhäuschen, hat richtige Angst, das Haus allein zu verlassen. Auf Besuche an den Grabstätten ihrer Lieben will sie aus Angst zumindest in der dunklen Jahreszeit sogar ganz verzichten. Auf meinen Vorschlag, diese beiden Vorgänge der Polizei zu melden, wurde ich mit einer unerwarteten Gegenfrage konfrontiert: „Welche Polizei? Ich habe hier schon eine Ewigkeit keine Polizei mehr in unseren kleinen Straßen gesehen.“ Über diesen Vertrauensverlust in die staatlichen Instanzen kann sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken machen.
    Meinen Kommentar beenden möchte ich mit einem Satz von Rosa Luxemburg:
    „Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden.“
    Bei uns endet die Toleranz schnell an der Grenze des eigenen Denkspektrums!

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