Schlichtungsstelle im Fokus: Runder Tisch Salzbergbau im Kreishaus Wesel
Am Donnerstag, 12. April 2018, trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Runden Tisches Salzbergbau zur Sitzung im Kreishaus in Wesel.

Der Kreistag hatte die Kreisverwaltung beauftragt, eine solche Veranstaltung durchzuführen.

Anwesend waren Salzbergbauunternehmen, Vertreter der Bürgerinitiativen, die betroffenen Kommunen Alpen, Rheinberg, Wesel, Xanten, die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kreistagsfraktionen.

Schnell geriet das rege diskutierte Thema „Schlichtungsstelle“ in den Fokus der Sitzung. Es herrschte Uneinigkeit darüber, ob ein gemeldeter Schaden weiterhin über die Salzbergbauunternehmen der Region oder über eine Schlichtungsstelle beurteilt werden solle. Eine Schlichtungsstelle fungiert im übertragenen Sinne als Schiedsrichter, der zwischen den Unternehmen und den Bergbaugeschädigten neutral vermittelt.

Dem Kreis Wesel war es gelungen, mit Prof. Dr. Heinz Konietzky von der Technischen Universität Freiberg einen international anerkannten Fachmann auf dem Gebiet der Geotechnik für einen Vortrag zu gewinnen. Professor Konietzky klärte über die Auswirkungen des unterirdischen Steinsalzabbaus auf die Oberfläche auf. Er erläuterte in diesem Zusammenhang, dass Umfang und Zeitspanne der Auswirkungen durch vielseitige Möglichkeiten des Monitorings kalkulierbar und beherrschbar seien.

Im Anschluss daran berichteten Vertreter der Salzbergbauunternehmen sowie der Bürgerinitiative der Bergbaugeschädigten über ihre Erfahrungen.

In einer sachlichen Abschlussdiskussion klärten die Anwesenden inhaltliche Fragen und Anmerkungen. Sie waren sich einig, dass es zukünftig wichtig sei, Missverständnisse – insbesondere zwischen Salzbergbauunternehmen und Bergbaugeschädigten – zu klären.

Der Runde Tisch sprach sich einstimmig dafür aus, weitere Sitzungen zu veranlassen. Die Umsetzung hängt von einer Entscheidung des Kreistages ab.

Vorstandsmitglied Helmut Czichy gab einen kleinen Ausblick: „Es wäre hilfreich, wenn für mögliche weitere Sitzungen Referenten der Schlichtungsstelle, des Unterausschusses für Bergbausicherheit sowie der Lineg zur Klärung von Unklarheiten und vor allem für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung stünden.“

Zu Beginn der Sitzung wies Landrat Dr. Ansgar Müller auf das Ziel der Veranstaltung hin: Das in der Vergangenheit oftmals emotional diskutierte Thema solle sachlich erörtert und das Wissen aller Beteiligten über die Zusammenhänge des Steinsalzbergbaus vertieft werden. „Ich freue mich, dass wir dieses Ziel erreicht haben“, betonte Czichy abschließend und bedankte sich bei den sechs Referenten für ihre aufschlussreichen Vorträge.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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