Nicht nur die Schlagzeilen um Pferdefleisch, falsch deklarierte Eier und Schimmelpilze in Futtermitteln haben den rheinischen Landwirten die Stimmung „vermiest“. Wie der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Wesel, Wilhelm Neu, Mitte der Woche in Wesel betont, sei den Bauern – wie vielen ihrer Mitbürger – auch das trübe Wetter, das besonders den Januar und Februar zum sonnenscheinärmsten Winter seit Beginn flächendeckender Aufzeichnungen im Jahr 1951 machten, aufs Gemüt geschlagen. „Allerdings ist der Winter 2012/13 nicht ganz so kalt und schneereich wie in den vergangenen drei Jahren gewesen“, hebt Neu. hervor. So hätten zahlreiche rheinischen Landwirte – nach dem Motto „Im Märzen der Bauer, die Rösslein anspannt“ – angesichts des besser werdenden Wetters Anfang der Woche ihre „Dieselrösser“ aus den Ställen geholt, um so langsam mit dem Pflügen, Eggen und Säen, wie im Volkslied beschrieben, loszulegen. Der Kreisvorsitzende warnt vor allzu großer Euphorie: „Zum Wochenende droht schon wieder der nächste Rückschlag. Schnee und Frost sollen zurückkehren. Der Winter will noch nicht aufgeben!“ Dann drohe auch den Landwirten wieder eine unfreiwillige Pause.

Insgesamt seien die landwirtschaftlichen Kulturen recht gut aus dem Winter gekommen, berichtet Neu. Winterraps, Winterweizen und Wintergerste hätten die Kälte gut überstanden. Die Minustemperaturen hätten zumeist nicht in dem für die Kulturpflanzen kritischen Bereich gelegen. Außerdem habe vielerorts eine, wenn auch eher dünne Schneedecke vor der Frosteinwirkung geschützt. „Es wird nun endlich Zeit, mit der Frühjahrsbestellung zu beginnen“, betont der Landwirt. Aber nur wenn das Wetter trocken bleibe, würden die rheinischen Landwirte mit den Saatbeetvorbereitungen und der anschließenden Saat der ersten Sommerfrüchte wie Sommerweizen, Hafer, Ackerbohnen und Erbsen beginnen. Denn gute Bedingungen für eine Aussaat setze ein trockenes, feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett voraus. Weiterhin steht nach den Worten Neu im März die erste Düngergabe mit Mineraldünger, Gülle (Foto am Forsthausweg in Schermbeck) oder Stallmist auf dem Arbeitsplan der Bauern, um die Pflanzen zu Beginn der Vegetationsperiode mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Später im Frühjahr folgten dann die Aussaat von Zuckerrüben und Mais sowie das Pflanzen der Kartoffeln. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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