Interview mit dem von Die PARTEI aufgestellten Bürgermeisterkandidaten für Schermbeck Timo Gätzschmann

Der 30-jährige Wirtschaftsjurist ist derzeit zweiter Kandidat, neben Mike Rexforth (CDU), der sich den Herausforderungen in Schermbeck als Bürgermeisterkandidat im September bei der Kommunalwahl stellen wird.

Timo Gätzschmann Die Partei Schermbeck

Die PARTEI Schermbeck meint es ernst. Trotz anfänglicher Meinung vieler Skeptiker, es handele sich hierbei nur um eine „Spaß-Partei“, ist die Haltung der im Oktober gegründeten Neupartei und dessen Bürgermeisterkandidat Timo Gätzschmann klar definiert: Klare Haltung gegen Rechts, Humor und „Hab-voll-Bock auf Schermbeck“.

Sie stehe aber auch ganz klar, wie Gätzschmann unterstreicht, für ein zukunftsfähiges Schermbeck. Eine Gemeinde, in der das bis heute sorgenfreie Leben auch zukünftig für weitere Generationen gesichert und beibehalten werden soll.

Der in der IT-Branche tätige Wirtschaftsjurist war, wie er sagt, selber politisch noch nicht tätig. Dafür aber war sein Großvater Hans Zelle jahrzehntelang im Rathaus als Verwaltungsbeamter und Kämmerer der Gemeinde, sowie als langjähriger Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins tätig. Und auch Vater Günter Gätzschmann ist nicht nur im Rathaus in der Bauverwaltung beschäftigt, sondern auch im Heimat- und Geschichtsverein sehr aktiv.

Die Hingabe für Schermbeck liegt in der Familie

Liegt hier vielleicht der Ursprung seiner jetzigen politischen Haltung? Wurde er schon als Kind von seinem Großvater politisch geprägt, zum Beispiel durch politische Aussagen, getreu dem Motto: Wie der Großvater und der Vater, so der Sohn?

„Mein Opa hat mich weniger durch bestimmte Sätze oder Aussagen geprägt, viel mehr mit der Hingabe, die er für Schermbeck besitzt und immer besaß. Dabei hat eine bestimmte politische Anschauung eigentlich nie eine wirkliche Rolle gespielt. Als Jugendlicher oder junger Erwachsener ist mir das noch nicht so bewusst gewesen“, so Gätzschmann.

Heute jedoch wisse er, wie wichtig es sei, dass es Menschen wie seinen Opa gibt. Menschen, die die Geschichte Schermbecks konservieren und für zukünftige Generationen erhalten. „Sowohl mein Opa als auch meine bereits verstorbene Oma, haben sich Jahrzehnte für hilfsbedürftige Menschen unserer Gesellschaft eingesetzt und ihnen versucht, ein besseres Leben zu ermöglichen. Diese Hingabe für andere Menschen hat mich nachhaltig geprägt und sollte uns allen, nicht nur mir, ein Vorbild sein“.

Timo Gätzschmann ist Bürgermeisterkandidat von Die Partei Schermbeck
v. l. Lebensgefährtin Kathrin Kuhn, Timo Gätzschmann, Hans Zelle sowie Günter und Gabriele Gätzschmann.

Wertevorstellung und Haltung – Prägung durch Erziehung?

Timo Gätzschmann habe, wie er betont, das Glück gehabt in einem Elternhaus auszuwachsen welches ihm ermöglicht habe, seinen eigenen Charakter selbstständig zu formen. Seine klare politische Haltung und Wertevorstellung, sowohl gegen Rechts, als auch für seine Gemeinde, führe Gätzschmann allerdings nicht expliziert auf seine Eltern zurück.

„Meine Eltern haben mir niemals vorgeschrieben, was ich zu denken habe. Wenn meine Eltern zu bestimmten Dingen andere Ansichten hatten als ich, haben wir uns an einen Tisch gesetzt und darüber diskutiert. Meine Mutter, mein Vater, meine Schwester, sowie auch ich, könnten nicht unterschiedlicher sein“. Vermutlich aber sei es genau das gewesen, was sie ihm mitgegeben haben – nämlich den Respekt vor der Meinung und den Ansichten anderer Menschen. „Dadurch, dass meine Mutter bereits zweimal den Kampf gegen den Krebs gewonnen hat, gehören vermutlich auch Dankbarkeit und Besonnenheit zu den Werten, die ich meinen Eltern zumindest indirekt zuschreiben kann. Auch wenn diese Werte vermutlich nicht bewusst vermittelt wurden, sondern durch den Zusammenhalt in schwierigen Zeiten entstanden sind“.

Piraten Partei war schnell ‚vom Tisch‘

Und jetzt ist er Bürgermeister-Kandidat. Da kommt schnell die Frage auf, ob der Wirtschaftsjurist bereits im Vorfeld schon politisch aktiv war und einer bestimmten Partei angehörte?

Parteipolitisch aktiv sei er in der Vergangenheit nicht gewesen. Allerdings habe er sich während seines Studiums eine Zeit lang mit der Piraten Partei auseinandergesetzt, da ihm das Prinzip der „liquid democracy“ sehr gut gefallen habe. „Nach dem ersten Besuch eines Stammtisches war dann aber auch schnell wieder Schluss, da ich gemerkt habe, dass die dort aktiven Menschen eher wenig mit mir gemeinsam haben! Auch mit den etablierten Parteien habe er sich ebenso auseinandergesetzt. „Dort musste ich aber immer wieder feststellen, dass es meist weniger darum geht einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen, als wiedergewählt zu werden“.

Klare Entscheidung für Die PARTEI

Doch es stellt sich die Frage, wenn es diese nicht geben würde und die Bundestagswahlen anstehen, welche Partei würde Timo Gätzschmann aktuell wählen?

„Da ich kein Fan von hypothetischen Fragen bin, kann ich aber eines mit Sicherheit sagen: Ich würde weder irgendeine rechte Partei, wie die AfD, noch die CDU, SPD, FDP oder Die Linke wählen. Ich habe allerdings auch in einigen Punkten erhebliche Vorbehalte gegenüber den Grünen. Zum Glück muss ich mir diese Frage allerdings auch nicht stellen, da ich meine Wahl ja bereits getroffen habe.

13 Fragen an den Bürgermeisterkandidaten von Die PARTEI Schermbeck

Die partei Schermbeck Gätzschmann

Und da Die PARTEI trotz Ernsthaftigkeit auch für Humor und Satire steht, gibt es noch 13 Fragen an den Bürgermeister-Kandidaten, die allerdings weniger politisch sind.

1.Welche deiner Eigenarten gefällt dir am besten?

Ich bin kein Fan von Eigenlob, daher fällt es mir schwer, diese Frage zu beantworten. Was mir allerdings oftmals hilft im Leben, ist die Tatsache, dass ich mich nicht so einfach aus der Fassung bringen lasse und auch in kritischen Situationen einen klaren Kopf bewahre.

2. Was ist dein Lieblingszitat?

Sokrates sagte einmal: Wer denkt, etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.

3. Welche Redensart, welcher Satz lassen bei dir die Haare zu Berge stehen?

Es fällt mir schwer mich auf eine Redensart oder einen Satz zu beschränken. Außerdem habe ich keine Haare 😉. Was ich aber generell nicht leider kann, ist eine unsachliche Argumentationsweise, die man unter dem Wort „Whataboutism“ kennt. Diese Argumentationsweise ist gerade unter Populisten weitverbreitet und zeichnet sich dadurch aus, dass man versucht, eine sachliche Diskussion zu unterbinden, in dem man seinen Kontrahenten persönlich deformiert und auf vermeintliche Fehler hinweist, die mit der eigentlichen Diskussion nichts zu tun haben..

4. Worüber kannst du laut lachen?

Über mich selbst.

5. Was könntest du niemals tun?

Anderen Menschen Schaden zufügen, nur um mich selbst zu bereichern.

6. Welches war die beste Entscheidung in deiner beruflichen Laufbahn/ in deinem Leben?

Ich versuche grundsätzlich zu vermeiden, darüber nachzudenken, ob eine Entscheidung jetzt gut oder schlecht für mich war. Es lähmt mich, darüber nachzudenken, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich andere Entscheidungen getroffen hätte. Man kann sie ohnehin nicht mehr ändern oder rückgängig machen. Ich versuche Entscheidungen immer bewusst zu treffen und im Vorfeld abzuwägen, welche Folgen eine Entscheidung für mich hat. 
Natürlich auch unter Berücksichtigung der Folgen bisheriger Entscheidungen. Jede Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe hat dazu geführt, dass ich heute diese Fragen hier beantworte. Dazu gehören genauso vermeintlich richtige, wie auch vermeintlich falsche Entscheidungen. Eine beste Entscheidung gibt es für mich nicht, dass Große und Ganze ist für mich entscheidend.

7. Welchen Traum, welche Vision möchtest du gerne einmal verwirklichen?

Ich versuche mir meine Ziele immer so zusetzen, dass Sie für mich kurzfristig erreichbar sind. Mein Traum ist es, alle Ziele, die ich mir in meinem Leben setze, auch weitestgehend zu erreichen. Einen großen Traum in materieller Hinsicht habe ich nicht. Wenn es etwas für mich gibt, was man Vision nennen könnte, dann am ehesten mich dafür einzusetzen das ich für meine Mitmenschen keine Qual, sondern eine Bereicherung bin.

8. Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat?

Du hast die Haare schön … nein natürlich nicht 😉 Mir fällt aad hoct tasächlich kein Kompliment ein, was ich als das schönste Kompliment klassifizieren könnte … ich freue mich über jedes Kompliment gleichermaßen.

9. Drei Bücher die es wert sind hier erwähnt zu werden!

Ich bin eher nicht so die Leseratte, aber, wenn ich hier etwas empfehlen muss, dann sind es die folgenden Bücher:

  1. Stephen Hawking: eine kurze Geschichte der Zeit
  2. Martin Sonneborn: Herr Sonneborn geht nach Brüssel
  3. David Safier: Mieses Karma

10. In welche Rolle würdest du gerne einmal schlüpfen?

Ich wäre gerne mal einen Tag lang der Hund meiner Eltern, keine Sorgen … wenn man Hunger hat einfach Essen einfordern … den ganzen Tag schlafen und sich bei Bedarf einfach auf den Boden werfen und kraulen lassen.

11. Was schätzt du an anderen Menschen besonders?

Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Selbstlosigkeit

12. Was bist du auf keinen Fall?

Ein Mensch, der den Kopf in den Sand steckt.

13. Du hast drei unwiderrufliche Wünsche offen. Welche wären das?

  1. Eine Welt, in der nicht jeder immer nur an sich denkt.
  2. Ein langes und gesundes Leben, gemeinsam mit meinen Liebsten.
  3. Einen fairen und konstruktiven Wahlkampf, der Schermbeck nach vorne bringt.

Petra Bosse

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