Die Arbeit am Zukunftsplan 2025 läuft in der Ludgerus-Gemeinde auf vollen Touren

Die Katholische Kirchengemeinde St. Ludgerus arbeitet derzeit an einem Zukunftsplan.

Auch in den Sommerferien haben die Pfarreimitglieder die Möglichkeit, sich Gedanken über die zukünftige Gestaltung ihrer Gemeinde zu machen. Die Sammlung der Vorschläge dient als Vorbereitung für eine Gemeinde-Versammlung, die am 23. September ab 16.30 Uhr in der Ludgeruskirche stattfinden soll.

Der Zukunftsplan ist nur eine andere Bezeichnung für das, was der Münsteraner Bischof Felix Genn mit seinem Pastoralplan erreichen möchte, der am 1. März 2013 für das Bistum Münster in Kraft gesetzt wurde.

Zunftsplan für viele Menschen

Es geht darum, möglichst viele Menschen an der Gestaltung von kirchlichem Leben zu beteiligen und nicht nur diejenigen, die durch eine Wahl oder durch eine Ernennung in ein kirchliches Amt oder Ehrenamt gelangten. Es geht dabei nicht um eine zeitliche Begrenzung, sondern um einen permanenten Prozess, bei dem Vorschläge erarbeitet werden, die verbindlich für die zukünftige Arbeit niedergeschrieben und überprüft werden.

„Der Zukunftsplan ist die Chance, die eigenen Vorstellungen und Änderungsvorschläge auf den Tisch zu bringen“, heißt es in einem Schreiben der Ludgerus-Gemeinde, in dem zur aktiven Beteiligung aufgerufen wird. Alle „sollten/könnten miteinander ins Gespräch kommen, um einen Neuanfang für die Zukunft zu schaffen.“

Die Pfarreimitglieder werden ermuntert, keine Angst vor einer Beteiligung zu haben, denn wer sich beteilige, habe nicht gleich einen neuen Posten. Die Arbeit werde von einer Lenkungsgruppe geleitet.

Am 25. April beschloss der Pfarreirat, den bischöflichen Pastoralplan in „Zukunftsplan 2015“ umzubenennen, um deutlich zu machen, „dass wir hier eine Planung beginnen, die St. Ludgerus für die kommenden Jahre auf den richtigen Weg bringt.“

Im Rahmen eines ersten Infoabends wurden am 24. Mai die Vorstände und Vertreter der Kolpingsfamilie, der KAB, der Landfrauen, der kfd, des Kirchenchores, des Kirchenvorstands und der Musikgruppe „da capo“ über den Sinn und den Zweck des Zukunftsplanes informiert. „Im Gespräch wurde deutlich, dass bei allen Verbänden und Gruppen die Bedeutung einer neuen Ausrichtung der Arbeit und des Angebotes klar ist“, wurde anschließend im Protokoll zusammengefasst. Kirche in Schermbeck müsse sich erneuern und an dieser Erneuerung müssten alle beteiligt werden. Das Protokoll endet mit dem Appell: „Wir brauchen alle – ob Alt oder ganz Jung – für die Zukunft von St. Ludgerus.“

Am 29. Mai tagte erstmals ein siebenköpfiger Lenkungsausschuss. Diese Arbeitsgruppe übernahm die Aufgabe, die Organisation und Auswertung aller Meldungen, Anregungen und Informationen rund um den Zukunftsplan und um die Gemeindeversammlung am 23. September zu übernehmen.

Einrichten einer Pinnwand

Das Einrichten einer Pinnwand in der Kirche wurde ebenso beschlossen wie die Präsenz in den sozialen Medien. Bereits zwei Tage später gab es eine Facebook-Seite zum Zukunftsplan. Seit dem 2. Juni ist das Zukunftsplan-Team auch per Mail unter [email protected] erreichbar. Am selben Tag wurde die Instagram-Seite angelegt.

Seit dem 13. Juni kann sich jeder auch offline in die Zukunftsplanung einbringen. Unter der Orgelempore in der Kirche gibt es eine große Pinnwand. Dort besteht die Möglichkeit sich zu Themen der Seelsorge und des Gemeindelebens ebenso schriftlich zu äußern wie zum Ehrenamt und dessen Wertschätzung, zur Arbeit mit Älteren und Alleinstehenden, zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zur Perspektive der Verbände, zur Vernetzung und neuen Angeboten und zu dem, „was Ihnen wichtig ist.“

Das kirchliche Leben im Umfeld der Schermbecker Ludgeruskirche wird derzeit überdacht und soll im Rahmen einer Gemeindeversammlung zum „Zukunftsplan 2025“ verdichtet werden.

Mehr Engagement der Gemeinde

Ein Blick auf die bisherigen Eintragungen beweist, dass es schon etliche Vorschläge gibt. So wird im Interesse von Berufstätigen eine Vorabendmesse an Feiertagen wie Christi Himmelfahrt erbeten. „Mehr Engagement der Gemeinde und des Seelsorgeteams“ wird erwartet, wenn es um die Teilnahme an Aktionen auf Bistumsebene geht. Eine „engere Zusammenarbeit der Seelsorger mit den Schulen“ wird ebenso angeregt wie „mehr mündliche Hinweise zur Hinführung zur Anbetung.“

Einige Arbeitsfelder wurden vorgegeben. Die Pfarreimitglieder wurden gebeten, ihr Interesse an diesen Arbeitsfelder durch das Aufkleben von farbigen Punkten zu signalisieren. Danach besteht ein hohes Interesse am „offenen Umgang mit konfessionsübergreifenden Paaren“, am „offenen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen“ und an der „Aufhebung des Zölibats“.

Es gibt auch schon eine Reihe von Vorschlägen für Veränderungen der Gemeindearbeit. Danach sollen regelmäßig mindestens einige moderne Lieder in den Gottesdiensten gesungen werden. Ein Koordinator für Ehrenamtliche und für Aktionen wird vorgeschlagen. Der Wunsch, die kirchlichen Jugendgruppen mehr in die Gemeindearbeit mit einzubeziehen, wird ebenso geäußert wie die stärkere Beteiligung kleinerer Kinder in Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen. Ein besonderer Wert wird auf den gemeinsamen Austausch der Glaubensinhalte gelegt.

Auch weiterhin können die Pinnwand und die Kontaktmöglichkeiten per Facebook, E-Mail und Instagram genutzt werden. Anregungen nehmen aber auch die Pfarreiratsmitglieder Christine Wolf, Bärbel Baumeister, Josef Tempelmann und Pastor Klaus Honermann entgegen. H.Sch.

 

Vorheriger ArtikelEckhard Basteks Taube flog am schnellsten
Nächster ArtikelGahlener CDU auf Tour
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here