Hurra, der Wolf ist da. Leserbrief von Gisbert Fuest

Nun ist er da, der Wolf und er wird die Bürger im Wolfsgebiet in zwei Lager spalten, Befürworter und Gegner.
Die tatsächlich Betroffenen sind die Weidetierhalter. Die ersten Schafrisse sind nachgewiesen, mit dem Aufbau eines Rudels werden sich diese mehren und auch Rinder und Pferde treffen.

Der Schutz der Weidetiere wird kaum von Landwirten leistbar sein. Zeigen doch die Erfahrungen aus anderen Bundesländern, dass auch ein 1,25 Meter hoher, stromführender Zaun keinen sicheren Schutz bietet.

Eine etwaige Alternative wäre ein Herdenschutzhund. Doch dies ist in einer Region, die mit Rad- und Wanderwegen durchzogen ist, kaum umzusetzen. Erst Recht nicht,wenn es sich um mehrere kleine Herden auf verschiedenen Weiden handelt. Zudem sind auch hier mehrere Fälle bekannt, an denen sich der Wolf nicht von den Herdenschutzhunden aufhalten ließ.

„Wesel muss den Wolf nicht fürchten,“ betonte der Nabu; bei genauerer Betrachtung gibt es berechtigte Zweifel. Eine Rinderherde, die in Panik gerät, ist weder durch Zäune aufzuhalten noch durch die Straßenverkehrsordnung. Welche Folgen ein Zusammenstoß mit eimem ca. 700 kg schweren Rind haben kann, müsste auch dem Nabu bekannt sein. Wobei auch hier der Landwirt in der Haftung steht. Wie soll auch nachgewiesen werden, wer die Panik auslöste?

Der gesellschaftliche Wunsch Weidetierhaltung zu betreiben, gleichzeitig den Wolf bedingungslos zu schützen, wird nicht umsetzbar sein. Die logische Konsequenz wird für viele Betriebe die Einstellung der Weidehaltung und für einige Hobbyhaltungen, die Aufgabe selbiger sein.

Ebenfalls sollten Haustierbesitzer zur Kenntnis nehmen, dass auch Hund, Katze oder Kaninchen auf dem Speiseplan eines Wolfes stehen und auch hier derartige Fälle in Deutschland bekannt sind.

Als grob fahrlässig darf man die Aussagen am Infoabend in Gahlen bezeichnen. Es wurde suggeriert, der Wolf stelle keinerlei Gefahr für den Menschen dar.
Eine norwegische Studie namens „NINA“ spricht eine andere Sprache. Zwar wären die Übergriffe sehr selten, allerdings nicht in Gänze auszuschließen.

Der Versuch, die berechtigten Sorgen von Eltern mit dem „Märchenargument“ ins Lächerliche zu ziehen, ist verantwortungslos, stellt die Studie „NINA“ doch eindeutig fest, daß räuberische Übergriffe zu 90% an Kindern erfolgen.

In der Debatte zum Thema Wolf sollten somit alle Fakten genannt werden, auch wenn dies bedeutet das Einige ihr Bild vom scheuen und ungefährlichen Wolf überdenken müssen.

Gisbert Fuest, Brünen

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