Leserbrief des Gahlener BürgerForums zum Damtierriss Rutert vom 08.12.2020 – LANUV verweigert die Rissaufnahme

Schermbeck-Gahlen, 18. Dezember 2020

Mit der unter Nennung hanebüchener und zeugenschaftlich widerlegbarer Gründe abgebrochenen Rissaufnahme, haben die Wolfsberater sich eindeutig und in inakzeptabler Weise pflichtwidrig verhalten.

Dass es sich bei der Entschädigung von Haltern vom Wolf gerissener Weidetiere seitens des Landes NRW um ein Zugeständnis ohne Rechtspflicht – eine so genannte Billigkeitsleistung – handelt, vermag daran nichts zu ändern.
Denn die Möglichkeit einer solchen Entschädigung hängt schließlich erst von einer ordentlichen Beweisaufnahme ab, die hier unterblieben ist – und um die die beauftragten Wolfsberater die Geschädigten so gebracht haben.
Die für diesen Abbruch vorgeschobene „Bedrohungslage“ als Begründung für ihr Abrücken ins Feld zu führen, ohne auch nur Proben genommen oder Fotos gemacht zu haben, lässt sich leicht widerlegen.
Weder wären die Wolfsberater bei ihrem Erscheinen mit mehr als fünf Personen aus mehr als zwei verschiedenen Haushalten konfrontiert gewesen, noch hätte die unter den Corona-Schutzbestimmungen zulässige Zahl Anwesender untereinander oder den Wolfsberatern gegenüber den zulässigen Mindestpersonenabstand unmaskiert unterschritten.

Auch die Behauptung, rechtswidrig bei Ihrer Aufnahme – die ja gar nicht erst stattgefunden hat – fotografiert worden zu sein, entbehrt jeden Beweises wie jeder Grundlage. Zusätzlich dazu gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass das LANUV keine Möglichkeit auslässt, um unliebsame Risse nicht zu dokumentieren.

Hier wird tatsachenwidrig ein falsches Bild vermittelt, um eine mögliche Entnahme unmöglich zu machen.
Wie – gerade in Zeiten von Corona – behördlich Beauftragte durch ihr Verhalten das Vertrauen der Bevölkerung in hoheitliches Handeln derart erschüttern können, kann man nur fassungslos zur Kenntnis nehmen. Eine offizielle Beschwerde an das LANUV dazu wird noch folgen.

Gahlener BürgerForum, Arbeitsgruppe Wolf

https://schermbeck-online.de/stellungnahme-lanuv-kein-sicheres-monitoring-durch-dritte/

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Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.