Hildegard Bienens Werke werden im Kloster Marienthal gezeigt

Marienthal. In der Friedhofskapelle der Pfarrgemeinde Mariä-Himmelfahrt in Marienthal, zu der auch die katholischen Christen der Schermbecker Ortsteile Damm, Dämmerwald und Weselerwald gehören, wird am Sonntag (9. Oktober) um 12 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die sich mit Werken der Künstlerin Hildegard Bienen befasst.

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Veranstalter ist der Kulturkreis Marienthal e.V. Die Einführung in das Werk der Künstlerin, die ihre letzte Ruhestätte im Jahre 1990 neben der Kapelle fand, übernimmt die Brüner Kunsthistorikerin Dr. Cornelia Garwer-Schier. Für die musikalische Untermalung sorgt das Gitarrenduo Silent Moves. Anschließend kann eine Ausstellung im Kreuzgang der Klosterkirche Marienthal besichtigt werden. Dort werden aus der Vielzahl der Werke Hildegard Bienens jene Exponate gezeigt, die sich mit dem Thema „Die Schöpfung“ befassen. Die Ausstellung kann bis zum 6. November samstags und sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigt werden.

Die Kuratorin Christa Weihofen, Initiator Karl-Heinz Elmer, Pater Jakobus und die Kunsthistorikern Dr. Cornelia Garwer-Schier (v.l.) laden zur Ausstellung von Werken der Marienthaler Künstlerin Hildegard Bienen ein. Foto: Helmut Scheffler
Die Kuratorin Christa Weihofen, Initiator Karl-Heinz Elmer, Pater Jakobus und die Kunsthistorikern Dr. Cornelia Garwer-Schier (v.l.) laden zur Ausstellung von Werken der Marienthaler Künstlerin Hildegard Bienen ein. Foto: Helmut Scheffler

Die am 17. September 1925 in Walsum geborene Hildegard Bienen besuchte im Alter von 25 Jahren den Marienthaler Pastor Augustinus Winkelmann, um sein Urteil für zwei ihrer Werke zu erbitten. Winkelmann machte das Kloster und den angrenzenden Friedhof bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zu einem Zentrum der sakralen Kunst am Niederrhein. Er war begeistert von Hildegard Bienens Werken und beauftragte sie sofort mit der Erstellung eines Grabsteins.

Einer der Grabsteine, die von Hildegard Bienen gestaltet wurde. Foto: Helmut Scheffler
Einer der Grabsteine, die von Hildegard Bienen gestaltet wurden. Foto: Helmut Scheffler

Die Begegnung mit Winkelmann motivierte Hildegard Bienen, ihr Leben intensiv der Kunst zu widmen. 1960 stellte sie erstmals einige ihrer Werke aus. 1967 zog sie nach Marienthal um, wo sie sich ein Atelier einrichtete. Bis zum Jahre 1986 nahm sie an mehreren Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen teil. Mehr als 100 Kirchen der Region hat sie künstlerisch mitgestaltet, vor allem durch Glasfenster bereichert, deren Gestaltung sie in einer niederrheinischen Glaswerkstatt erlernt hatte. Zahlreiche Skulpturen entstanden für öffentliche Gebäude, daneben Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken.

In Marienthal war Hildegard Bienen besonders aktiv. Auf dem Friedhof stehen dreizehn Grabmäler, die sie gestaltete. Der Windfang der Kirche zeigt ihre künstlerischen Handdschrift und die Friedhofskapelle vereint mehrere Kunstwerke Hildegard Bienens, unter anderem das Portal, ihr letztes großes Werk vor ihrem Tod am 20. März 1990 in ihrem Haus in Marienthal.

Der dritte „Marien-Thaler“ zeigt die Künstlerin Hildegard Bienen. Foto: Helmut Scheffler
Der dritte „Marien-Thaler“ zeigt die Künstlerin Hildegard Bienen. Foto: Helmut Scheffler

Anlässlich der Ausstellung, die eigentlich im vergangenen Jahr zum 90. Geburtstag und zum 25. Todestag veranstaltet werden sollte, wurde der dritte „Marien-Thaler“ mit einem Bild der Künstlerin herausgegeben, der für zehn Euro erworben werden kann. H.Scheffler

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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