Der Kreis Wesel führt ab dem 15. Mai 2026 ein offizielles Badeverbot im Rhein ein. Damit reagieren der Kreis und die Rheinanliegerkommunen auf die weiterhin hohe Zahl schwerer und tödlicher Unfälle am Fluss. Verstöße gegen das Verbot können mit bis zu 1.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
Ab Freitag, 15. Mai 2026, ist das Baden und selbst das mehr als knöcheltiefe Betreten des Rheins im Kreis Wesel offiziell verboten. Der Kreis Wesel hat dazu gemeinsam mit den Rheinanliegerkommunen eine ordnungsbehördliche Verordnung erlassen. Betroffen sind die Städte Xanten, Wesel, Voerde, Rheinberg und Dinslaken.
Neben dem Baden und Schwimmen untersagt die Verordnung auch das Waten oder Spielen im Wasser. Für die Ordnungskräfte der Kommunen schafft das eine klare rechtliche Grundlage, um Verstöße zu ahnden und im Ernstfall einzugreifen.

Kreis Wesel warnt vor Lebensgefahr im Rhein
Landrat Ingo Brohl macht deutlich, wie gefährlich der Rhein ist: „Der Rhein ist ein lebensgefährliches Gewässer“, unterstreicht Brohl. „Auf Grund der Strömungen, Sogwirkungen der Schiffe und der immensen Kräfte, die wirken, kann selbst das Stehen im flachen Wasser für Kinder und auch Erwachsene zum Verhängnis werden.“
Weiter erklärt der Landrat: „Das formelle Verbot ist das schärfste Schwert, um erneut noch einmal die Lebensgefahr ganz deutlich zu machen. Wir tun alles, um tödliche Unfälle im Rhein im Kreis Wesel zu verhindern. Am Ende wird es aber weiterhin auf Eigenverantwortung ankommen. Deshalb bitten wir eindringlich: Gehen Sie nicht in den Rhein, gehen sie nicht dort baden, es ist verboten, vor allem aber, es kann ihr Leben oder das ihres Kindes kosten.“
Präventionsmaßnahmen im Kreis Wesel laufen seit Jahren
Bereits in den vergangenen Jahren hatten der Kreis Wesel, die Rheinanliegerkommunen und Rettungsorganisationen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.
So wurden auf Initiative des Kreises, der Kommunen und der DLRG Bezirk Kreis Wesel große Warnschilder mit verständlichen Piktogrammen an bekannten Stellen entlang des Rheinufers aufgestellt. Zudem informiert der Kreis regelmäßig über Pressemitteilungen und soziale Netzwerke über die Risiken des Flusses.
Immer wieder kommt es am Rhein zu tödlichen Unfällen. Ursache sei häufig, dass die Gefahren der starken Strömung und der Schifffahrt unterschätzt würden. Selbst geübte Schwimmerinnen und Schwimmer hätten kaum eine Chance gegen die Strömung.
Verhalten im Notfall am Rhein
Kommt es dennoch zu einem Notfall im Wasser, sollten Betroffene versuchen, mit der Strömung ans Ufer zu gelangen. Wer vom Ufer aus einen Notfall beobachtet, sollte keinen eigenen Rettungsversuch unternehmen, sondern sofort den Notruf 112 wählen und die Leitstelle informieren.
Wer sich im Sommer abkühlen möchte, kann das in zahlreichen Freibädern und Badeseen im Kreis Wesel. Eine Liste der Bademöglichkeiten und -gewässer gibt es unter https://www.kreis-wesel.de/tourismus/wassererlebnis.























