Die Volksbank Schermbeck blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Bei der Vertreterversammlung am 16. Juni meldeten die Vorstände Stefan Korte und Norbert Scholtholt so viele neue Kredite wie nie zuvor. Zugleich machte die Bank deutlich, wie sie Nähe vor Ort, digitale Prozesse und genossenschaftliche Werte in den kommenden Jahren verbinden will.
Die Volksbank Schermbeck geht mit Rückenwind aus dem Geschäftsjahr 2025. Bei der Vertreterversammlung am 16. Juni berichteten die Vorstände Stefan Korte und Norbert Scholtholt vor rund 160 Vertretern und Gästen von einem deutlichen Wachstum im Kundengeschäft. Besonders auffällig war die Entwicklung bei neuen Krediten. Mit 103 Millionen Euro erreichte die Bank hier einen neuen Höchstwert.

Kundenvolumen wächst auf 1,612 Milliarden Euro
Auch das gesamte von der Bank betreute Kundenvolumen legte zu. Kredite und Geldanlagen der Kundinnen und Kunden summierten sich auf 1,612 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 5,5 Prozent. Nach Einschätzung der Bank zeigt sich darin, dass viele Privatkunden und Unternehmen der Volksbank Schermbeck auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eng verbunden bleiben. Die Geldanlagen der Kundinnen und Kunden stiegen ebenfalls spürbar.

Dividende von 4,0 Prozent für Mitglieder
Ganz ohne Warnzeichen fiel der Rückblick dennoch nicht aus. Die Vorstände verwiesen auf die Belastungen durch internationale Krisen, eine schwache Konjunktur, Unsicherheiten im Welthandel und eine für Unternehmen schwer planbare Wirtschafts-, Sozial- und Energiepolitik. Auch die steigende Zahl von Insolvenzen bei Betrieben und Privathaushalten wurde angesprochen. Vor diesem Hintergrund will die Volksbank Schermbeck ihre Kapitalbasis weiter stärken. Der Prüfungsverband stellte der Bank erneut ein uneingeschränktes Testat aus. Die Mitglieder erhalten eine Dividende von 4,0 Prozent auf ihre Geschäftsguthaben.

Nähe vor Ort bleibt ein zentrales Thema
Dass die Bank sich nicht allein über Zahlen definieren will, wurde im weiteren Verlauf des Abends deutlich. Annika Dahlhaus, seit 15 Jahren Mitarbeiterin der Volksbank Schermbeck, und Maik Schrief, seit knapp zwei Monaten im Haus, sprachen über Nähe, Erreichbarkeit und die Rolle der Bank im Ort. Dahlhaus hob hervor, dass genossenschaftliche Werte und regionale Verbundenheit für viele Kundinnen und Kunden weiterhin wichtig seien. Zugleich entwickle die Bank neue Beratungsangebote, Kommunikationswege und Formate für junge Menschen. Auch finanzielle Bildung soll künftig stärker aufgegriffen werden.
Maik Schrief schilderte, dass Firmenkunden vor allem Verlässlichkeit erwarteten. Gerade in angespannten Zeiten zähle ein Ansprechpartner, der erreichbar bleibe und Entscheidungen nicht unnötig verzögere. Gleichzeitig müssten Abläufe moderner werden, etwa durch digitale Prozesse, schnellere Kommunikation und passende Finanzierungsmodelle. Die Volksbank Schermbeck wolle sich deshalb verändern, ohne ihren Charakter als Bank vor Ort zu verlieren.
Die Vorstände führten das gute Jahresergebnis auch auf den Einsatz der Mitarbeitenden zurück. Sie betonten “die tolle Mannschaftsleistung”. Stefan Korte sagte dazu: “Wir erleben immer wieder, was wir als Team erreichen können. Der Zusammenhalt untereinander ist uns wichtig und wir fördern ihn an vielen Stellen”.

Strategieprojekt richtet den Blick auf 2030
Mit dem Strategieprojekt „Volksbank Schermbeck 2030“ stellte das Institut außerdem vor, woran es in den kommenden Jahren arbeiten will. Der Leitgedanke lautet „Verwurzelt. Vernetzt. Voraus.“. Im Kern geht es darum, Beratung, Technik und genossenschaftliches Profil enger zusammenzubringen. Digitale Anwendungen sollen dabei nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Sie sollen Abläufe vereinfachen und mehr Zeit für Gespräche mit Kundinnen und Kunden schaffen.
Dazu setzt die Bank unter anderem auf automatisierte Routinen, Roboter-Programme und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. Ein eigenes KI-Team begleitet die Mitarbeitenden bei diesen Themen. Weitere Vorhaben sind die Modernisierung der Filiale in Gahlen, eine goldene Mitgliederkarte, der Ausbau der 360-Grad-Betreuung sowie zusätzliche Angebote in den Bereichen finanzielle Bildung und digitale Dienstleistungen. Auch Weiterbildung, Gesundheitsmanagement, Praktika und Hospitationen sollen helfen, Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeitende zu entwickeln.
Wahlen zum Aufsichtsrat
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat bestätigte die Vertreterversammlung Annegret Ruloff und Kurt Holtkamp. Beide gehörten dem Gremium bereits an und standen turnusgemäß zur Wiederwahl. Im kommenden Jahr wird es eine Veränderung geben. Isabella Palik kandidiert nach 18 Jahren aus beruflichen Gründen nicht erneut. Wer sich für das Mandat interessiert, kann sich an den Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Beyer oder an die Vorstände wenden.
Die Vertreterversammlung zeigte damit eine Bank, die ihr Wachstum betont, aber auch die Risiken der aktuellen Wirtschaftslage im Blick behält. Zugleich will die Volksbank Schermbeck ihre regionale Identität bewahren und technische Entwicklungen stärker nutzen. Annika Dahlhaus fasste den Anspruch in einem Satz zusammen. Die Menschen sollen auch in einigen Jahren noch sagen können, dass die Volksbank Schermbeck „die sind, die man kennt und denen man vertraut.“























