Der Schermbecker Seniorenbeirat stellte gestern zwei Mitfahrbänke vor

Zwei Jahre nach der Beantragung von zwei Mitfahrbänken stellte gestern der gemeindliche Seniorenbeirat diese Bänke vor, die ab sofort von der Bevölkerung genutzt werden können.

Als Mitglieder des Seniorenbeirats dankten gestern Friedhelm Stoltenberg, Heinz Tuttas, Manfred Knappernatus, Ulrike Balster und Gerhard Becks den Sponsoren-Vertretern Dr. Bruno Ketteler von der Ton-Stiftung Nottenkämper, Norbert Besten von der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe, Ute Halbsguth von der Volksbank Schermbeck und Iris Körschgen vom Stiftungsbeirat der Dorstener Kleinespel-Stiftung.

Viel Lob gab es auch für Andreas Eißing vom gemeindlichen Bauamt für die technische Hilfestellung.

Mitglieder des Seniorenbeirats und Sponsoren stellten gestern am Rathaus eine der beiden Schermbecker Mitfahrbänke vor: Ulrike Balster, Ute Halbsguth, Friedhelm Stoltenberg (sitzend v.l.), Norbert Besten, Dr. Bruno Ketteler, Heinz Tuttas, Gerhard Becks und Manfred Knappernatus (stehend v.l.). Foto: Helmut Scheffler

Manfred Knappernatus und der Vorsitzende Friedhelm Stoltenberg schilderten die Planungen und Umsetzung des Projektes. Angesichts des katastrophalen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in Schermbeck habe man sich für das von anderen Orten bereits bekannte Angebot der Mitfahrbänke entschieden.

Als der Antrag des Seniorenbeirats in der Sitzung des Bau- und Denkmalausschusses am 18. April 2018 erstmals behandelt wurde, wurde die Idee zwar grundsätzlich begrüßt, aber die Gemeindeverwaltung verwies auf kritische Punkte. Es sei weder eine Kontrolle der Fahrer noch der Mitfahrer gegeben. „Dies könnte“, so die Verwaltung ein Risiko für die potenziellen Nutzer darstellen.

Insbesondere der Schutz von Kindern und Jugendlichen sei zu berücksichtigen. Eine durch die Gemeinde initiierte Mitfahrgelegenheit suggeriere eine seriöse und sichere Beförderung, die aber nicht gewährleistet werden könne. Deshalb solle auf einem Hinweisschild für die Mitfahrerbank deutlich sichtbar auf die Nutzung auf eigene Gefahr aufmerksam gemacht werden. Die Finanzierung war noch nicht gesichert. Grünes Licht gab es für das Projekt erst in der Sitzung am 10. Juli.

Die ersten beiden Bänke stehen in Schermbeck und in Gahlen. An der Schermbecker Bank zwischen den großen Blumenkübeln am Rathaus-Vorplatz steht das Schild „Mitfahrerbank, Richtung Gahlen“. Die Gahlener Bank mit dem Mitfahrangebot nach Schermbeck steht an der Einmündung der Haus-Gahlen-Straße in die Kirchstraße.

Die Benutzung der Bank ist einfach. Sie ist gedacht für Personen ab 16 Jahren, insbesondere für ältere Bürger und solche, die über kein eigenes Fahrzeug verfügen oder nicht über das Haushaltsbudget, um ein Taxi ordern zu können. Wer auf der Bank sitzt oder vor dieser Bank steht, signalisiert den Autofahrern, dass er gerne kostenlos mitfahren möchte. Umgekehrt kann der Autofahrer erkennen, dass dort jemand sitzt oder steht, der gerne mitfahren möchte. „Das alles geschieht nur auf der Basis des größten gegenseitigen Vertrauens“, stellte Knappernatus gestern fest. Selbstverständlich könnten die Bänke auch weiterhin normal zum Sitzen bei entsprechend dankend ablehnender Geste gegenüber anhaltenden Autofahrern genutzt werden.

Sollten die beiden Bänke sich bewähren, dann wird sich der Seniorenbeirat um weitere Mitfahrbänke bemühen. Als denkbare Verbindungsstrecken wurden genannt: Schermbeck mit Damm, Schermbeck mit Hünxe, Altschermbeck mit Dorsten und Altschermbeck mit Erle und Raesfeld.

Der Seniorenbeirat bittet die Bevölkerung, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Das kann über eine entsprechende Mitteilung an die Gemeindeverwaltung erfolgen. Helmut Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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