Kein leichter Weg zum Kompromiss zwischen der Umweltaktivistin Hildegard Daldrup aus Gahlen und Bürgermeister Mike Rexforth

Hildegard Daldrup ist nicht nur Trägerin des innogy-Klimaschutzpreises im Jahr 2019 gewesen und sie hat nicht nur ihren eigenen Vorgarten am Gahlener Steinbergweg mit Wildblumen zu einem Insektenparadies umgewandelt, sondern ist unermüdlich unterwegs, um andere Menschen zu ermutigen, ihr Vorbild nachzuahmen.

In den letzten Wochen hat sie mehrfach die Arbeiten des gemeindlichen Bauhofes kritisiert. Gleich zweimal hat sie dem Bauhof daran gehindert, ihre Mäharbeiten an Straßenrändern und auf gemeindlichen Grünflächen durchzuführen.

Daraufhin hatte Bürgermeister Mike Rexforth am Donnerstag in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses angekündigt, im Falle einer erneuten Arbeitsbehinderung des Bauhofes durch Hildegard Daldrup die Polizei einzuschalten.

Am Freitag meldete sich Hildegard Daldrup zu Wort:

„Die ´Saat, gestern öffentlich im Planungs- Umweltausschuss von Herrn Rexforth gestreut, ist schon heute – 20. 06. 2020 – aufgegangen.`Am Mühlenteich Gahlen wurden alle von uns gepflanzten Blumen und Pflanzen herausgerissen und zerstört. Drei junge Männer, die zuvor die Bepflanzung der Böschung am Dorfteich Gahlen mit vorgenommen hatten, wollten heute dort Ordnung schaffen und einige Blumen wieder einpflanzen. Sie wurden von Mitarbeitern der Firma Vornbrock beschimpft. Sie sollen verschwinden, sie würden sie anzeigen und der Polizei melden. Sie hätten in der Zeitung am Freitag gelesen, dass die Polizei einzuschalten sei.

Zudem machten sie noch Fotos von den drei 14 – 19 Jahre alten Jugendlichen. Diese kamen stark verängstigt zurück.
Da fühlen sich schon einige Leute berechtigt, junge Menschen, die Blumen pflanzen wollen, zu verjagen, mit der Polizei zu drohen. Das flößt mir Angst ein. Junge Menschen wollen was tun, wollen was für den Schutz unserer Natur tun. Und werden dann bedroht.
Das hat wohl auch der Bürgermeister mit seinen Äußerungen bewirkt.

Der mir angedrohte Polizeieinsatz des Bürgermeisters macht mir jedoch keine Angst, schüchtert mich nicht ein.
O-Ton Rexforth im Ausschuss: „Bei der nächsten Aktion werden wir nicht abrücken, da wird Frau Daldrup abrücken.“

Wollen Sie mich in Handschellen abführen? Oder Tränengas und oder Polizeiknüppel einsetzen lassen?
Oder wie wollen sie ihre Macht durchsetzen?  Was habe ich denn Schlimmes getan? Ich habe zwei Mal versucht, das Abmähen von Blumenwiesen zu verhindern.  Mehr nicht.

Ich habe mich an die Absprachen mit den Bürgermeistern Herrn Abelt und Herrn Rexforth gehalten. Sie aber nicht.

Die Rathauswiese wurde entgegen der Zusage, einen größeren Teil wachsen zu lassen, am 06. Juni komplett abgemäht. Und was ist am  Mittwoch, 17. Juni , am Rad/Fußgängerweg zw. Pass- und Kirchstr. Gahlen passiert?
Links und rechts vom Weg ist bis zu fünf Metern Breite und mehr alles bis auf einige kleine Blühstreifen abgemäht worden. Versprochen war vom Bürgermeister, nur noch die  halbe Breite wie bisher, ca. ein Meter, zu mähen. Warum werden Versprechen nicht eingehalten? Meterbreit und -lang alles braun ( ist ja auch schön). Grün/bunt ist doch wohl viel schöner. So ist es jetzt.“

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Am 10. Juni protestierte die Gahlenerin Hildfegard Daldrup vor dem Rathaus gegen die Art und Weise, wie der gemeindliche Bauhof mit gemeindlichen Grünflächen umgeht. Mit Bürgermeister Mike Rexforth (l.) vereinbarte sie damals ein gemeinsames Gespräch. Das soll nun am 30. Juni stattfinden. Foto: Helmut Scheffler

Anlässlich der jüngsten Protestaktion von Hildegard Daldrup teilte uns Bürgermeister Mike Rexforth mit:

Am 30.06.2020 findet in meinem Büro ein mit Frau Daldrup abgestimmter Gesprächstermin statt. Teilnehmen wird auch der Leiter des gemeindlichen Bauhofes. Ziel des Termins soll es sein, gemeinsam zu überlegen, wie sowohl der Erhalt von Blüh- und Pflanzstreifen, wie auch die Verkehrssicherheit an gemeindlichen Straßen und Wegen und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger miteinander vereinbar sein könnten.

Bis dahin habe ich Frau Daldrup zugesichert, die Banketten an Straßen- und Wirtschaftswegen nur noch in halber Schnittbreite zu bearbeiten. Die Sicherstellung der Verkehrssicherheit (Einsichtnahme in Straßenkreuzungen und Einmündung, das ordnungsgemäße Abfließen von Regenwasser, etc.) ist nach derzeitigen Erkenntnissen damit noch gewährleistet.

In den Wohngebieten finden weiterhin Unterhaltungsmaßnahmen und Rückschnitte statt. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen erwarten, das bestätigen uns auch zahllose Rückmeldungen, dass diese Flächen in einem ordentlichen Zustand gebracht werden. Davon ausgenommen sind Flächen, die sich in einer privaten Grünflächenpatenschaft befinden und von Bürgerinnen und Bürgern gepflegt werden.

Dies habe ich Frau Daldrup auch mitgeteilt und sie gebeten, ihre Protestaktionen bis zu unserem gemeinsamen Termin zurückzustellen. Daran hat sie sich leider nicht gehalten.

Frau Daldrup nimmt für sich in Anspruch entscheiden zu dürfen, wie welche Flächen im Gemeindegebiet zu unterhalten sind. Anders geartete Wünsche und Sichtweisen der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Pflege von öffentlichen Flächen werden von ihr nicht akzeptiert.

Sie nimmt für sich in Anspruch zu entscheiden, wie die Gemeinde Schermbeck zukünftig auszusehen hat. Dabei blendet sie völlig aus, dass sie über fremdes Eigentum entscheidet und sich damit absolut rechtswidrig verhält. Die Schermbecker Bürgerinnen und Bürger verschaffen sich auch keinen Zutritt zum Eigentum von Frau Daldrup und mähen die von ihr bepflanzten Flächen in ihrem Garten ab.

Sie verhält sich leider absolut uneinsichtig und gefährdet mit ihren Aktionen nicht nur sich selbst, sondern auch die Mitarbeiter des Bauhofes. Dies kann nicht geduldet oder gar akzeptiert werden. Die Hinderung von Mitarbeitern des Bauhofes an der Ausübung ihres Arbeitsauftrages verursacht darüber hinaus auch einen wirtschaftlichen Schaden.

Ich kümmere mich seit Jahren selbst um eine gemeindliche Fläche, habe dort Obstbäume gepflanzt und mit meinen Kindern zusammen eine „Wildblumenwiese“ angelegt. Von daher kann ich die grundsätzlichen Überlegungen von Frau Daldrup nachvollziehen. Die Art und Weise wie Frau Daldrup aber Rechte Dritter missachtet und die Gefahr, die von ihrem Handeln ausgeht, kann aber in keinster Weise akzeptiert werden.

Von daher ist es nur fair von mir, Frau Daldrup über meine nächsten rechtlichen Schritte zu informieren! Ich habe aber Hoffnung, dass Frau Daldrup nunmehr einsichtig ist und unseren gemeinsamen Termin am 30.06. nun abwartet. Sollte dies nicht der Fall sein, scheint sie an einer konstruktiven Lösung nicht mehr interessiert zu sein.“





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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

2 KOMMENTARE

  1. Herrje, die Frau will doch nur ein paar Blumenwiesen erhalten! Was soll dieses alberne Dominanzgehabe des Bürgermeisters? Wie genau gefährdet die alte Dame mit dem Umweltpreis die Mitarbeiter des Bauhofes, die sie beschimpfen und mit Polizei drohen? Die Frau und ihre Helfer pflanzen Blumen himmelherrgott! Kriegen die Leute einen Infarkt, weil sie sich so über die Dame aufregen? Auch wenn wir hier nicht den Klimanotstand ausrufen, sind alle Entscheidungen immer prioritär auf ihre Klima- und Umweltschutzbilanz hin zu prüfen. Da hat Frau Daldrup die wesentlich besseren Argumente und mehr Kompetenz als Herr Rexforth. Er möge sich bitte mal so beim ÖlpelletumweltSKANDAL engagieren. Godverdomme!

  2. P.S.: Bitte erlauben Sie mir, werte Leserschaft, einen Nachtrag: Der Bürgermeister hat doch selbst, wie er schreibt, eine Gemeindefläche mit seinen Kindern bepflanzt und erwartet, dass diese nicht weggesenst wird. Warum ist das bei Frau Daldrup ein krimineller Akt? Der Termin sollte bestenfalls öffentlich sein und Frau Daldrup sollte Ihre Helfer zur Unterstützung mitbringen. Er und der Bauhofleiter scheinen kein Interesse daran zu haben, Frau Daldrups Sichtweise zu teilen, sondern drohen ihr im Termin vermutlich nur weiter mit der juristischen Keule. Man hätte die Umweltpreisträgerin und kompetente Bürgerin auch einfach einladen können, mit der Gemeinde ein neues und ambitioniertes Konzept zu erarbeiten und alle hätten glücklich bleiben können. Hier droht bald der nächste Ratsbürgerentscheid.

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