Persönlich wurde es in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag, 04. Dezember 2018, als zwei vom Kreisjugendamt betreute junge Geflüchtete über ihren Weg in und nach Deutschland berichteten.

Drei Wochen waren Majd Al Amin und Moudar Nasri, 20 und 18 Jahre alt, unterwegs von Syrien nach Deutschland.

Am 22. Oktober 2015 flüchteten sie aus ihrer Heimatstadt Damaskus mit dem Boot in die Türkei, von da aus nach Griechenland und dann zu Fuß über die Balkanroute bis nach Dortmund. „Mittlerweile lebe ich schon lange in Dingden“, erzählte Nasri den Ausschussmitgliedern und Gästen in nahezu perfekter deutscher Sprache. „Erst wollte ich kein Deutsch lernen, weil es so schwer war, aber dann schämte ich mich, als ich die Kassiererin im Supermarkt nicht verstanden habe.“

Wir sind sehr dankbar

Als Nasri und Majd in Deutschland angekommen sind, waren beide noch minderjährig und nicht in Begleitung ihrer Eltern. Deshalb betreute das Jugendamt sie von Anfang an und unterstützt sie bis heute in ihrem Alltag. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die wir vom Jugendamt erhalten (haben)“, sind sich die beiden Referenten einig. „Wir wurden wirklich gut aufgenommen und fühlen uns mittlerweile sehr wohl hier in Deutschland, hoffentlich können unsere Familien bald auch herkommen.“ Die beiden haben in Deutschland bereits einen Schulabschluss gemacht. Moudar Nasri strebt nun sein Abitur an, während Al Amin sich aktuell in Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer in Voerde befindet.

Im Anschluss an den informativen Bericht hatten die Ausschussmitglieder und Gäste die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Anwesenden betonten mehrfach die „gelungene Integration“ der beiden jungen Geflüchteten und wünschten ihnen alles Gute für ihren weiteren Weg.

In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der vom Kreisjugendamt betreuten jungen Ausländer/innen um ein Drittel zurückgegangen. Im Jahr 2016 waren 75 minderjährige Geflüchtete in Heimen, Pflegefamilien oder ambulanten Betreuungseinrichtungen untergebracht. Zwei Jahre später, im Oktober 2018, waren es noch 50. Nach wie vor leben die meisten vom Kreisjugendamt betreuten jungen Menschen in Hamminkeln.

Im Anschluss an die Sitzung verabschiedete sich die Ausschussvorsitzende Claudia Schmidt im Namen aller Ausschussmitglieder von der langjährigen Leiterin des Kreisjugendamtes, Christa Röhricht, die zum 01. Januar 2019 in ihren wohlverdienten Ruhestand eintritt: „Sie haben uns viele Jahre mit viel Geduld, Engagement und enormem Fachwissen unterstützt, vielen, herzlichen Dank und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.“

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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