Bürgerinitiative: Sofortprogramm jetzt für digitale Lernmittel nutzen

Bereits Anfang Mai hatte die Bürgerinitiative „Zwei Grundschulen für Schermbeck“ dazu aufgefordert, Schüler angesichts der Coronakrise einheitlich mit mobilen Endgeräten auszustatten und digitalen Fernunterricht zu ermöglichen.

Per Brief fragt die Verwaltung nun bei den Initiatoren unter anderem nach, was die Initiative denn unter der Digitalisierung der Grundschulen verstehe, und stellt mehr als 15 weitere Detailfragen. Die Bürgerinitiative erklärt dazu vorab:

„Das Thema Digitalisierung war Thema der Machbarkeitsstudie. Hier wurden die Kosten bereits geschätzt. Insofern überrascht die Nachfrage bei der Bürgerinitiative, sie dient wohl vornehmlich der zeitlichen Verzögerung. Denn eigentlich könnten beide aktuellen Bürgerbegehren parallel in einer Briefwahl stattfinden, um Kosten für den Steuerzahler zu sparen.

Was die Forderung der Initiative anbelangt, digitalen Fernunterricht zu ermöglichen:

Eigentlich müsste die Gemeinde als Schulträger zusammen mit der Schulleitung längst ein Konzept umsetzen, wie sich Unterricht ergänzend zu dem derzeit seltenen Präsenzunterricht mit digitalen Mitteln gestalten lässt. Das Thema Digitalisierung ist auch wahrlich nicht neu in der Grundschuldiskussion, die Verwaltung selbst hat hierzu in der Vergangenheit bereits Kostenschätzungen eingeholt – zuletzt eben mit der Machbarkeitsstudie.

Programm zur Anschaffung mobiler Endgeräte

Doch das Gute ist: Der Gemeinde entstehen aktuell nur geringste oder sogar gar keine Kosten, wenn sie nun zügig in die Digitalisierung des Unterrichts investiert. Der Grund: Bund und Länder stellen mit einem Sofortprogramm Mittel für die Anschaffung mobiler Endgeräte für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Das Sofortprogramm für besseres digitales Lernen umfasst 550 Millionen Euro und ergänzt den ohnehin bestehenden Digitalpakt, mit dem sich bereits andere Schulen in der Umgebung digitalisiert haben. Neben der Anschaffung mobiler Endgeräte für Schülerinnen und Schüler wird außerdem die Ausstattung der Schulen gefördert, die für professionelle Online-Lehrangebote erforderlich ist.

Warum das Sofortprogramm also jetzt nicht zügig auch für die Schermbecker Grundschulen nutzen?

Warum jetzt sinnlose Scharmützel darüber führen, was eigentlich mit digitalem Unterricht gemeint ist? Die Zeit rennt davon, es ist jetzt seitens der Schulträgers höchste Eisenbahn, endlich zu handeln: Da der Unterricht auf absehbare Zeit voraussichtlich aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause aus bestehe, sollten laut Bundesbildungsministerin Anja Karliczek möglichst alle Schülerinnen und Schüler über digitale Endgeräte verfügen. Deshalb investiere der Bund zusätzliche 500 Millionen Euro, die Länder 50 Millionen Euro.   

Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule

Vorgesehen ist bei dem Sofortprogramm, dass die mobilen Endgeräte von den Schulen und Schulträgern in Eigenregie an Schülerinnen und Schüler ausgeliehen werden. Die Geräte bleiben Eigentum der Schulen, die sie dadurch auch in einem späteren Regelbetrieb weiter nutzen können. Das Sofortprogramm wird als Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule festgehalten.

Vorteil des Sofortprogramms: In der Zeit der schrittweisen Schulöffnung, in der sich Präsenzunterricht und Heimarbeit abwechseln, arbeiten die Schulen weiter digital. Aus Sicht der Bürgerinitiative ist dabei dafür sorgen, dass alle Schülerinnen und Schüler möglichst die gleichen Rahmenbedingungen haben. Denn zur Bildungsgerechtigkeit gehört auch die gleiche digitale Ausstattung der Schülerinnen und Schüler. Deshalb ist es ein konsequenter Schritt, dass Bund und Land Schülerinnen und Schülern jetzt digitale und mobile Endgeräte zur Verfügung stellen können.

Außerdem sollen die Schulen auch bei der Erstellung von Online-Lerninhalten unterstützt werden. Denn viele Lehrkräfte nutzen digitale Inhalte, die sie auch selbst erstellen. Dafür ist vorgesehen, dass den Schulen eine Förderung der Ausstattung für Online-Lerninhalte gewährt werden kann. Diese Ausstattung umfasst Hard- und Software – wie etwa Aufnahmetechnik und zur Bearbeitung nötige Softwarepakete, aber auch Schulungen der Lehrer.

Programm jetzt in Schermbeck nutzen

Aus Sicht der Bürgerinitiative ist es jetzt kontraproduktiv, das Sofortprogramm nicht zu nutzen und die digitale Beschulung nicht voranzutreiben. Auch Schermbecker Schülerinnen und Schüler sollten aus Sicht der Initiative jetzt möglichst umgehend von dem Sofortprogramm profitieren und Eltern eine Entlastung beim sogenannten Homeschooling erfahren.“

Mehr Informationen zum Sofortprogramm: https://www.bmbf.de/de/was-sie-zum-sofortprogramm-fuer-digitale-lernmittel-wissen-sollten-11602.php

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