StartUmweltHerdenschutz-Richtlinie NRW: Kritik aus der Schafhalter-Szene

Herdenschutz-Richtlinie NRW: Kritik aus der Schafhalter-Szene

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Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e. V. übt deutliche Kritik an der neuen NRW-Herdenschutz-Richtlinie.

Diese fördere zwar den Schutz von Schafen, Ziegen und Gehegewild, lasse jedoch Pferde und Rinder außen vor. Zudem seien die Fördermittel aus Sicht des Vereins nur kurzfristige Hilfen und ohne gesetzliche Grundlage. Vorsitzender Wendelin Schmücker fordert ein umfassendes Wolfsmanagement.

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Ausweitung der Förderung stößt auf Skepsis

Nordrhein-Westfalen hat die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf das gesamte Landesgebiet ausgeweitet. Auf den ersten Blick wirke dies wie ein Fortschritt, bei genauerem Hinsehen sei es jedoch nur eine „halbherzige Lösung, die am eigentlichen Problem vorbeigehe“, so der Vorsitzende Wendelin Schmücker.

Die neue „Richtlinie Wolf“ sieht Förderungen für Schafe, Ziegen und Gehegewild vor, nicht jedoch für Pferde, Rinder und andere Weidetiere. „Das ist Realitätsverweigerung. Aus Wolfsrissen in anderen Bundesländern wissen wir längst, dass auch Pferde und Rinder Opfer der Wölfe werden. Diese Tierhalter brauchen ebenfalls Unterstützung – alles andere ist untragbar“, erklärte der Vorsitzender.

Laufende Kosten nicht berücksichtigt

Nach Angaben des Vereins helfe die Förderung nur kurzfristig. Die größten Kosten im Herdenschutz entstünden nicht durch die Anschaffung von Zäunen oder Herdenschutzhunden, sondern durch laufende Unterhaltung, Pflege und Versorgung. „Genau diese Unterhaltskosten werden gar nicht gefördert – und selbst die jetzigen Förderungen sind nur sogenannte Billigkeitsleistungen, also freiwillige Zahlungen des Landes ohne Rechtsanspruch. Hier muss endlich ein gesetzlicher Anspruch auf Unterstützung geschaffen werden“, so Schmücker.

Forderung nach konsequentem Wolfsmanagement

Für wirksamen Herdenschutz sei nach Ansicht des Vorsitzenden ein konsequentes Wolfsmanagement notwendig. „Wenn ein Wolf Risse verursacht, gehört er entnommen – notfalls auch mit dem Gewehr. Alles andere ist Augenwischerei auf Kosten der Weidetierhalter.“

Hintergrund zum Verein

Der 2010 gegründete Förderverein der Deutschen Schafhaltung e. V. setzt sich für die Wertschätzung und den Erhalt der traditionellen Schafhaltung in Deutschland ein. Dazu gehören unter anderem der Schutz von Deichen sowie die Offenhaltung von Kulturlandschaften. Der Verein versteht sich als Ansprechpartner für Aufklärung, Dialog und konkrete Lösungen im Sinne der Weidetierhaltung.

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