Start30 FragenBürgermeisterwahl in Schermbeck 2025 – 30 Fragen, 4 Kandidaten: Teil 7

Bürgermeisterwahl in Schermbeck 2025 – 30 Fragen, 4 Kandidaten: Teil 7

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Wie möchten Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern oder verbessern? Vier Kandidaten treten zur Bürgermeisterwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Dieter Michallek (SPD), Stefan Dürrbaum (BfB) und Manuel Schmidt (Die PARTEI).

In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

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Vier Kandaten treten bei der Bürgermeisterwahl 2025 in Schermbeck an.

Frage Nr7. Wie möchten Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern oder verbessern

Mike Rexforth

Die Ansiedlung eines Nahversorgers im Lebensmittelbereich, idealerweise eines Vollsortimenters an der katholischen Kirche, wäre für die Versorgung der Bevölkerung sicherlich von großer Bedeutung. An diesem Ziel halte ich weiter fest und gebe die Hoffnung nicht auf.

Aktuell haben wir das Privileg, eine mehr als komfortable Versorgungssituation bei unseren Allgemeinmedizinern zu haben. Dies gilt es zu erhalten. Die Umsiedlung der Praxis Dr. Lessmann ist ein erster wichtiger Schritt, einem jungen Arzt eine gute Zukunftsperspektive ermöglicht zu haben. Sicherlich wäre es wünschenswert, weitere Fachärzte nach Schermbeck zu holen. Das liegt jedoch nicht in unserer alleinigen Macht. Jetzt gilt es, zusammen mit der Stadt Dorsten und unseren politischen Kontakten den Erhalt der Kardiologie im Krankenhaus Dorsten zu sichern – unsere derzeit größte Herausforderung.

Was die Mobilität angeht, haben wir kontinuierlich am barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen gearbeitet. Wir konnten eine neue X-Bus-Linie installieren, die stündlich Wesel und Dorsten verbindet. Aktuell arbeiten wir politisch an der Einführung einer weiteren Linie, die eine bessere Anbindung an das Bahnnetz in Dinslaken und Borken ermöglicht und Gahlen mit einer deutlich verbesserten Taktung bedient.


Dieter Michallek

Gemeinsam für gleichwertige Lebensverhältnisse.
Diese Herausforderungen erfordern eine konzertierte Anstrengung aller politischen Ebenen. Durch intelligente Vernetzung, innovative Technologien und den Mut zu experimentellen Ansätzen schaffen wir die Grundlagen für einen lebendigen und zukunftsfähigen ländlichen Raum, der jungen Menschen Perspektiven bietet und älteren Generationen ein würdevolles Leben in vertrauter Umgebung ermöglicht. In den ländlichen Gebieten sind die Optionen für Nahversorgung limitiert.

Mobilität als Grundrecht – Teilhabe für alle Generationen sicherstellen.
Die demografische Entwicklung in unseren Gemeinden stellt uns vor die dringende Aufgabe, die Mobilität insbesondere unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gewährleisten. Es ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, dass niemand aufgrund seines Alters oder seines Wohnortes von der Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben ausgeschlossen wird.

In den peripheren Bereichen unserer Gemeinden leben Menschen, die jahrzehntelang zum Aufbau und zur Entwicklung unserer Region beigetragen haben. Es ist unsere Verpflichtung, ihnen auch im Alter die Möglichkeit zu erhalten, aktiv am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben im Ortszentrum teilzunehmen.

Daher werden wir innovative und bedarfsgerechte Mobilitätslösungen entwickeln und umsetzen. Ein zentraler Baustein ist die Etablierung eines bürgerschaftlich organisierten Busdienstes, der flexibel auf die Bedürfnisse unserer älteren Bürgerinnen und Bürger eingeht. Dieses Konzept verbindet ehrenamtliches Engagement mit professioneller Organisation und schafft gleichzeitig neue Formen des nachbarschaftlichen Miteinanders.


Manuel Schmidt

Ehrlich gesagt: Das sind alles Bereiche, auf die man als Bürgermeister leider keinen direkten Zugriff hat – höchstens einen Vermittlungshebel und viel, viel Gesprächsbedarf. Ob ein neuer Laden aufmacht, ein Bus öfter fährt oder ein Arzt bleibt, entscheidet am Ende kein Ratsbeschluss, sondern wirtschaftliche Kalkulation und der Mut von Unternehmern.


Stefan Dürrbaum

Diese drei Bereiche sind entscheidend für die Lebensqualität in Schermbeck. Ich möchte sie eng miteinander verzahnen und dabei besonders die Bedürfnisse der Außenbereiche in den Fokus nehmen.

Nahversorgung: Statt auf große Märkte setze ich auf dezentrale und flexible Lösungen. Dazu gehören genossenschaftlich organisierte Dorfläden, mobile Verkaufsstellen und die Unterstützung lokaler Lieferdienste.

Mobilität: Ich werde den ÖPNV optimieren und stark auf flexible Angebote wie On-Demand-Verkehre und Rufbusse setzen, die den Personenverkehr für Menschen ohne Auto sicherstellen. Zusätzlich möchte ich Bürgerbusse und ehrenamtliche Fahrdienste stärken sowie das Radwegenetz ausbauen.

Medizinische Versorgung: Schermbeck muss aktiv als attraktiver Standort für Ärzte beworben werden, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Praxisräumen. Telemedizinische Angebote und eine enge Zusammenarbeit mit umliegenden Krankenhäusern sollen den Zugang zu medizinischer Versorgung für alle erleichtern.

Bei der Umsetzung all dieser Maßnahmen ist mir die Bürgerbeteiligung sehr wichtig, um Lösungen zu finden, die wirklich vor Ort funktionieren. Das sieht man am Beispiel des berühmt-berüchtigten zweiten Vollsortimenters am oberen Ende der Mittelstraße ganz wunderbar: Viel wurde geredet, heiß diskutiert und der eine oder andere Traum durch den Ratssaal getragen – am Ende blieb davon vor allem eins übrig: heiße Luft. Was ich tun kann: dranbleiben, Türen offenhalten, kreativ sein, Alternativen denken – und ab und zu auch mal ehrlich sagen: „Das liegt leider nicht allein an uns. Aber wir bleiben dran!“


Zur besseren Übersicht sind die Antworten thematisch sortiert. 8. Frage morgen lautet: Wie wollen Sie Klimaschutz, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit in Schermbeck fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus?

Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.

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