Etwa 100 Musiker brillierten am Samstag mit Luigi Gattis „Schöpfungsmesse“
Schermbeck Ein glanzvolleres Ende der ganzjährigen Feiern anlässlich des 100-jährigen Kirchbau-Jubiläums von St. Ludgerus hätte man sich kaum vorstellen können. Am Christkönigsfest bescherte der vom Kirchenmusiker Josef Breuer geleitete Kirchenchor „Cäcilia“ mit Luigi Gattis „Schöpfungsmesse“ den etwa 400 Zuhörern in der Ludgeruskirche erneut ein musikalisches Highlight in der 170-jährigen Chorgeschichte.
Gleich beim Einzug der Geistlichen und der Messdiener wurde es richtig feierlich, als die Sänger und Instrumentalisten Marc-Antoine Charpentiers „Te Deum“ erklingen ließen.
Im Mittelpunkt der Messe stand die „Schöpfungsmesse“, die Luigi Gatti, der letzte Kapellmeister in Salzburg und Zeitgenosse Haydns, nach Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ komponiert und mit anderen Texten unterlegt hatte. Der Schlusschor „Singt dem Herrn ale Stimmen“ aus Haydns Oratorium floss als musikalische Grundlage in Luigi Gattis „Kyrie“ ein. Für das „Gloria“ hatte er den Chorgesang „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ ebenso übernommen wie das Terzett „Zu dir, o Herr, blicket alles auf“. Die Arie „Nun scheint in vollem Glanze“, das Rezitativ „in vollem Glanze steiget jetzt“ und der Chorgesang „Stimmt an die Saiten“ inspirierten Gatti für die Komposition seines „Credo“. Beim jubilierenden „Sanctus“ erlebten Haydns Chor „Mit Staunen sieht das Wunderwerk“ und die Arie „Auf starken Fittiche schwinget sich“ eine neue Funktionalität. Fürs „Agnus Dei“, dem letzten Teil von Gattis Mess-Vertonung mit der inbrünstigen Bitte um Gottes Erbarmen für den sündigen Menschen, fanden in Haydns Terzett „In holder Anmut stehn“ und im Chorgesang „Der Herr ist groß in seiner Macht“ Verwendung.

Am Ende des Kirchenjahres und zum festlichen Abschluss des Jubiläumsjahres der Ludgerusgemeinde sangen der Kirchenchor „Cäcilia“ und etwa 30 Gastsänger Luigi Gattis „Schöpfungsmesse“ in der Ludgeruskirche, musikalisch unterstützt von Instrumentalisten der Philharmonie Essen. Foto: Johannes Foitzik
Am Ende des Kirchenjahres und zum festlichen Abschluss des Jubiläumsjahres der Ludgerusgemeinde sangen der Kirchenchor „Cäcilia“ und etwa 30 Gastsänger Luigi Gattis „Schöpfungsmesse“ in der Ludgeruskirche, musikalisch unterstützt von Instrumentalisten der Philharmonie Essen. Foto: Johannes Foitzik

Die lateinischen Texte auf die bereits bekannten Melodien einzuüben, darin bestand die Hauptarbeit Josef Breuers in den wöchentlichen Chorproben. Dass dies dem erfahrenen Kirchenmusiker wieder einmal hervorragend gelungen ist, davon konnten sich die Gottesdienstbesucher am Samstag in St. Ludgerus überzeugen.
Um das anspruchsvolle Werk aufführen zu können, benötigte der Chor Unterstützung von außen. Nach den guten Erfahrungen mit Gastsängern seit 1995 wurden auch diesmal etwa 30 Gastsänger aus Schermbeck, Dorsten und Wesel angeworben. Als Solisten konnte Josef Breuer die Sopranistin Katja Müller ebenso gewinnen wie den Essener Tenor Fabian Strotmann, den Essener Bass Wolfgang Tombeux und die Schermbecker Altistin Margret Dickmanns. Mitglieder der Philharmonie Essen unterstützen als Orchester die Sänger.

Für die Aufführung der Schöpfungsmesse konnte Kirchenmusiker Josef Breuer (r.) brillante Solisten gewinnen. Foto: Johannes Foitzik
Für die Aufführung der Schöpfungsmesse konnte Kirchenmusiker Josef Breuer (r.) brillante Solisten gewinnen. Foto: Johannes Foitzik

Den kaum enden wollenden Applaus der Zuhörer als Dankeschön für etwa 100 Musiker im Altarraum ergänzte Pastor Klaus Honermann um ein Dankeschön für alle Solisten, Sänger und Instrumentalisten unter der Gesamtleitung Josef Breuers. Die Musiker bedankten sich mit einer Zugabe, dem Chor-Orchester-Solostück „Die Himmel erzählen“ aus Haydns „Schöpfung“.
Beim abendlichen Essen im Marienheim merkte man den „Cäcilia“-Sängern und den Gastsängern die Freude und Erleichterung über die gelungene Aufführung an. Eine Ruhepause können sich die Sänger allerdings in den nächsten Wochen nicht gönnen. Ab jetzt konzentriert sich der Chor ganz auf die Aufführung von Anton Diabellis „Pastoralmesse“ am zweiten Weihnachtstag um 10.30 Uhr in der Ludgeruskirche. H.Sch.

Am Ende des Kirchenjahres  sang der um Gastsänger verstärkte Kirchenchor "Cäcilia" Luigi Gattis "Schöpfungsmesse". Foto: Karl-Dieter Warich
Am Ende des Kirchenjahres sang der um Gastsänger verstärkte Kirchenchor „Cäcilia“ Luigi Gattis „Schöpfungsmesse“. Foto: Karl-Dieter Warich

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.