„Wenn Sie das Abi so gut machen wie die Theateraufführung, dann kann Ihnen nichts mehr passieren“, lobte Lehrer Christian Völtz die Laienspieler des Jahrgangs 13 der Gesamtschule und fügte hinzu, „im Zweifelsfalle können Sie als Schauspieler oder Kellner Karriere machen.“

Als am Ende alle am Krimi-Dinner beteiligten Personen die Bühne betraten, gab es riesigen Applaus für die Theaterspieler und für das Catering-Team. Foto Scheffler
Als am Ende alle am Krimi-Dinner beteiligten Personen die Bühne betraten, gab es riesigen Applaus für die Theaterspieler und für das Catering-Team. Foto Scheffler

Im proppenvollen Begegnungszentrum hatten die Abiturienten in spe gleich an zwei Abenden nicht nur mit ihrem Krimi-Dinner eine schauspielerische Glanzlastung geboten, sondern auch ein Catering präsentiert, das die Besucher so richtig verwöhnte.

Für Kommissar Rigobert Baum gab es mehrere Verdächtige im Mordfall. Foto Scheffler
Für Kommissar Rigobert Baum gab es mehrere Verdächtige im Mordfall. Foto Scheffler

Ein ganzes Jahr lang hatten die Schüler einer freiwilligen Theater-AG mit ihren beiden Deutschlehrern Anna Esters und Christian Völtz das Theaterstück „Mörderische Auslese“ von Mischa Martini einstudiert. Dabei wurden einzelne Szenen von den Schülern umgeschrieben, mit Verfremdungseffekten versehen, reichlich Lokalkolorit eingeschleust und die „Mord-Geschichte“ mit viel Humor gewürzt. Unterstützung gab es vom Kunst-Kurs des Jahrgangs 11, der mit seiner Leiterin Sabina Wichmann Kunstwerke fürs Bühnenbild schuf. Einen Teil der Requisiten brachten die Schüler von Zuhause mit.

In der Cafeteria des Rathauses wurde von den Gesamtschülern ein Drei-Gang-Menü zubereitet. Foto Scheffler
In der Cafeteria des Rathauses wurde von den Gesamtschülern ein Drei-Gang-Menü zubereitet. Foto Scheffler

Der Kreativität der Schauspieler stand die Verpflegungs-Crew der Gesamtschule nicht im Geringsten nach. Zehn Köche bereiteten in der Kantine des Rathauses ein Drei-Gänge-Menü vor, das in den beiden Theaterpausen in einem atemberaubenden Tempo von zwölf Kellnern serviert wurde.

In diesen Pausen blieb für die Zuschauer Zeit, in gemeinsamen Gesprächen über den Täter zu fachsimpeln, um bis zum Ende der Aufführung die Lösung in eine der Boxen zu werfen, die mit den Namen der potenziellen Mörder versehen waren. Leicht war es nicht, den Mörder herauszufinden, denn es gab gleich mehrere Verdächtige, mit denen sich Kommissar Robert Baum (Jan Vennemann) beschäftigen musste. Wer hatte Hermann Kessel (Sebastian Rosenboom), das Oberhaupt eines ökologisch-dynamischen Weinguts, vergiftet. War es die Ehefrau Emilia (Franziska Breuer), die ihren Mann schon längst loswerden wollte? War es Herman Kellers Schwester Tatjana (Stefanie Berendsen), die er wegen ihrer Faulheit sowieso

In den Theaterpausen trugen flinke Kellnerinnen und Kellner das Essen zu den Plätzen der Zuschauer. Foto Scheffler
In den Theaterpausen trugen flinke Kellnerinnen und Kellner das Essen zu den Plätzen der Zuschauer. Foto Scheffler

nicht leiden mochte und deshalb bei der Wahl zur Weinkönigin als Einziger gegen sie stimmte? Es konnte allerdings auch Hermanns Schwester Dörthe (Anna Buterus) gewesen sein, von der man wusste, dass sie sich als fanatischer Ökofreak über die bisweilen völlig unökologischen Gebaren ihres Bruders mächtig ärgerte. Verdächtig machte sich auch die Sommelière Elke (Julia Wieschus), die von Hermann verschmäht wurde. Und auch Dr. Joachim Gansmüller (am Freitag Fabian Schröer, am Samstag Fabian Bruns) wirkte verdächtig, zumal er als Reblausbekämpfer über genügend Gifte verfügte.

Kurz vor der Bekanntgabe des Täters stoppten die beiden Moderatoren Lara Jackwerth und Max Stern den Kommissar. Die Zuschauer hatten Gelegenheit, ihre Zettel mit den Namen des denkbaren Täters abzugeben. Die Täterin Tatjana hatten nicht allzu viele Zuschauer genannt. Unter den

Ursula Owczarski erriet am Samstagabend den Mörder des Winzers. Foto Scheffler
Ursula Owczarski erriet am Samstagabend den Mörder des Winzers. Foto Scheffler

richtigen Lösungen wurde am Samstagabend Ursula Owczarski als Gewinnerin ermittelt. Als langjährige „Tatort“-Zuschauerin hatte sie richtig kombiniert und wusste gleich mehrere richtige Gründe für „ihre“ Täterin zu benennen. Zur Belohnung gab es ein ulkiges Candle-Light-Dinner. H.Sch.

 

 

 

 

 

 

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Das ist eine tolle Schulveranstaltung. Ich bin ebenfalls Lehrerin in München und könnte mir so ein Krimidinner sehr gut in unserer Hauptschule vorstellen

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