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Donnerstag, Februar 22, 2024
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StartSportGahlen 2023: Vier Tage spannender Reitsport

Gahlen 2023: Vier Tage spannender Reitsport

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Fabienne Graefe auf Lavignon. Foto: Denise Buerstätte

Es kullerten Freudentränen und Lavignon wurde mit Streicheleinheiten überschüttet: Fabienne Graefe heißt die Gewinnerin im Großen Preis der Vereinten Volksbank. Ihr Sieg war dabei ein Highlight von gleich mehreren während der vier Turniertage von Gahlen 2023.

Für die 26-jährige aus Dortmund war Gahlen 2023 der größte Erfolg bisher. Gleichzeitig war es eine Art Dejá-Vu: “Ich hab hier als Ponyreiterin schon mal einen Großen Preis gewonnen, das ist bestimmt schon über zehn Jahre her…” Außer Atem und überwältigt von Gefühlen stand die Reiterin nach ihrer Traumrunde als letzte Starterin im Stechen um den Großen Preis in der Abreitehalle. Sowohl im Umlauf, als auch im Stechen zeigten Graefe und Lavignon zwei sehenswerte Runden. Sie waren hochkonzentriert auf den Punkt und stilistisch rundum gelungen. Nach 37,59 Sekunden stoppte die Uhr und der Sieg stand fest. Bis dahin hatten sich alle anderen an der Vorlage von Johannes Ehning (Stadtlohn) mit Classic Donna in 37,98 Sekunden “die Zähne ausgebissen”.

In der ausverkauften Halle wurden Grafe und Lavignon förmlich mit Applaus überschüttet. Immerhin setzt die gebürtige Emsländerin die Reihe der Amazonensiege nahtlos fort nach Rüsen, Isabelle Gerfer und Charlotte Bettendorf.

Keine Spur enttäuscht war Johannes Ehning, der mit der der gerade zehn Jahre alten Mylord Carthago-Tochter Classic Donna Zweiter wurde. “Ich bin rundum zufrieden mit dem Pferd und generell mit allem, was wir hier beim Turnier in Gahlen geschafft haben – sowohl meine Frau, als auch ich”, resümierte der Westfale.

Im Wortsinne mit Courage wurde Hans-Thorben Rüder (Greven) Dritter. Courage heißt die Westfalen-Stute des Profis. 23 Starter/innen gingen im prestigeträchtigen Großen Preis der Vereinten Volksbank an den Start. Nach den ersten drei Paaren wurde die erlaubte Zeit um eine Sekunde heraufgesetzt – was das Regelwerk erlaubt. Das bescherte dem Publikum sechs fehlerfreie Runden im Umlauf und ein sehr spannendes Stechen.

Hendrik Dowe holt sich den Preis von Baumann & MOHAG

Er wollte es jetzt wirklich mal wissen – Hendrik Dowe. Der Springreiter aus Heiden, hatte sich am Freitag im Championat von Gahlen schon mächtig “ins Zeug” gelegt. Das hohe Risiko mit Tempo produzierte dann einen Abwurf –  schade. Nun trumpfte der 33 Jahre alte Berufsreiter in der mittleren Tour auf. Mit der Westfalenstute Lacajuna gelang der Sieg im Preis der Automobilgruppe Baumann & der MOHAG Automobile. Dowe gewann 2015 mit Con Touch S den Großen Preis von Gahlen.

Hendrik Dowe auf Lacajuna. Foto: Denise Buerstätte

Frederic Tillmann gewinnt Championat von Gahlen 2023

Die Premiere des Championats von Gahlen hat ein Rheinländer gewonnen. Frederic Tillmann aus Grevenbroich, Profi und Derby-Zweiter 2022, sicherte sich mit dem 15 Jahre alten Wallach By Balou den Sieg in der Drei-Sterne-Prüfung, Preis von Heiner Nachbarschulte. “Nach diesem Turnier bekommt mein Sohn By Balou”, versicherte Tillmann stolz. “Er hat ihn schon zweimal beim Turnier geritten und nun soll er ihn ganz haben.” Seit sieben Jahren ist By Balou Bestandteil des Tillmannschen Sportstalls. Der Wallach beeindruckte Gahlens Publikum in der sehr gut gefüllten Reithalle an der Nierleistraße.

Frederic Tillmann auf By Balou. Foto: Denise Buerstätte

By Balou ist ein Nachkomme des Olympiasiegers und dreimaligen Weltcupsiegers Balou du Rouet (2004). Dabei ist er ein durchaus spezielles Pferd, denn der Wallach hat nur ein Auge. Das linke Auge fehlt nach einer Verletzung. So hat ihn Tillmann siebenjährig bereits gekauft, wohl wissend, dass es etwas Geduld benötigt, bis der Wallach mit dem Handicap zurecht kommt. “Das war kurz nachdem alles verheilt war”, erinnert sich der Springreiter. Alles andere als orientierungslos bewegt sich das inzwischen 15-jährige Springpferd im Parcours. Funktionieren kann das, wenn Pferd und Reiter einander genau kennen und sich vertrauen. Mit der 56,95 Sekunden schnellen Runde war das Paar schneller als Felix Haßmann (Lienen), der für das Championat SIG Hawkeye gesattelt hatte. Dahinter reihte sich auf Platz drei Markus Renzel (Oer-Erckenschwick) mit Canmore ein. Platz vier ging ebenfalls an Frederic Tillmann mit dem zehn Jahre alten Veltiner. Ein durchaus ertragreicher Tag also für den 43-jährigen Sportprofi.

Kaya Ehning gewinnt Preis der Sparkasse Vest

Ende November kam Baby Nummer zwei zur Welt und “eigentlich” hatte sie geplant, etwas später wieder in den Sattel zu steigen. Aber dann entschied Kaya Ehning sich um. Vor drei Wochen schwang sich Kaya Ehning wieder aufs Pferd, in Gahlen am Donnerstag folgte  der erste Turnierstart und 24 Stunden später gewann die 28-jährige Springreiterin den Preis der Sparkasse Vest Recklinghausen, ein klassisches S*-Springen mit der 14 Jahre alten Holsteiner Stute Amelia.

Dafür “pulverisierte” die in Aach im Hegau aufgewachsene und seit mehreren Jahren in Stadtlohn beheimatete Ehefrau von Johannes Ehning die Zeit von gleich mehreren Mitbewerbern und -bewerberinnen. Mit 48,55 Sekunden war sie fehlerfrei und  einen Wimpernschlag schneller im Ziel als Kristin Lange aus Goch mit ihrem Wallach Celest (48,85).

Immerhin 77 Paare gingen in dieser Prüfung der mittleren Tour an den Start, darunter auch Ehemann Johannes Ehning, dessen Hauptaufgabe dann doch mehr aus der Betreuung der vierjährige Tochter Grace bestand, während die sportliche Mutter allen davon sauste mit Amelia. Den Auftakt am Freitag in zwei Springpferdeprüfungen dominierte Carolin Zell aus Schermbeck die mit Checktina und Duchesse H die Springpferdeprüfungen Kl. A und L gewann.

Kaya Ehning auf Amelia. Foto: Petra Bosse

Hengstschau war ein beliebter Programmpunkt

Der furiose Sieg von Fabienne Graefe im Großen Preis des Private Banking der Vereinte Volksbank war noch keine 12 Stunden alt, da eroberten 21 Hengste von renommierten westfälischen Stationen und sogar aus Niedersachsen die Reithalle in der Nierleistraße. Der Sonntagvormittag gehört beim Hallenturnier in Gahlen immer einem “Extra”, in diesem Fall der Hengstschau und diese Offerte nutzten neun Stationen und Gestüte, um die Väter künftiger Fohlengenerationen unter dem Sattel oder an der Hand vorzustellen.

Organisiert und präsentiert wurde die Schau von der Hengststation Hoffrogge und Jens Hoffrogge holte mehrere Kollegen und Kolleginnen “ins Boot”.  Von C wie Classico`s Champion bis Z wie Zuperman reichte die Riege der Hengste, darunter auch Ponyhengste. Die Stationen Rohmann, Beckmann, Hoffrogge, Holkenbrink, Schult, Schurf, Assenmacher, der Hof Sosath und das Gestüt Ligges hatten ihr “Tafelsilber” auf vier Beinen eingepackt und präsentierten die Hengste interessierten Zuschauern und Zuschauerinnen. Kurzweilig begleitet und kommentiert wurde der “Catwalk” von Volker Raulf aus Mönchengladbach.

Sterzenbach vorn – Rüsen setzt Schlusspunkt

Martin Sterzenbach ist beim RV Lippe-Bruch Gahlen zuhause, gewissermaßen der Lokalmatador und er sicherte dem gastgebenden Verein mit dem Holsteiner Schimmel Cassin einen Sieg. In 36,33 fehlerfreien Sekunden sicherte Sterzenbach sich den Sieg im Finale der mittleren Tour, im S**-Springen – Preis der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe. Hendrik Dowe (Heiden) folgte auf Platz zwei und Angelique Rüsen (Marl) fügte als Dritte mit Mr. Lincoln ihrer stattlichen Reihe an Platzierungen eine weitere hinzu. Die Springreiterin setzte auch den Schlusspunkt in der 16. und letzten schweren Prüfung von Gahlen 2023: Mit der gerade mal siebenjährigen Perigueux-Tochter Pocahontas gewann Rüsen das Finale der Youngster-Tour im Stechen im Preis der Bäckerei Sporkmann, dazu wurde sie mit Diabolo van Bets Z auch noch Vierte.  

Angelique Rüsen siegte in der Youngster-Tour. Foto: Denise Buerstätte

Termin 2024 bereits geplant

Beim RV Lippe-Bruch Gahlen ist man hochzufrieden mit der Resonanz auf das Comeback des Turniers nach zwei Jahren Pandemie-Pause. “Unsere Erwartungen sind eindeutig übertroffen worden”, stellte die Vorsitzende Christiane Rittmann fest, “wir hatten sogar ein phantastisches Turnier”. Rund 8000 Zuschauer und Zuschauerinnen kamen an vier Tagen zu Gahlen 2023 in die Hallen des Vereins. Darauf hatte man gehofft beim Verein. Den Termin für Gahlen 2024 hat der Vorstand bereits ins Auge gefasst: 4. – 7. Januar 2024.

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