Wieder einmal musste die Feuerwehr auf der Lippe ausrücken, um Menschen aus einer gefährlichen Situation zu retten. Vier junge Erwachsene waren am Vatertag mit einem Kanu auf der Lippe zwischen Dorsten und Schermbeck unterwegs, als ihr Boot kenterte. Die starke Strömung ließ eine Selbstrettung nicht mehr zu.
Kanu in der Strömung gekentert
Nach Angaben der Feuerwehr Dorsten ereignete sich der Unfall am Donnerstagmittag auf der Lippe bei Holsterhausen. Die vier jungen Erwachsenen waren mit einem Kanu unterwegs, als das Boot plötzlich kenterte. Aufgrund der starken Strömung konnten sie sich nicht mehr eigenständig ans Ufer retten.
Ein Strömungsretter brachte die Personen mithilfe eines sogenannten Seabobs aus dem Wasser in Sicherheit. Anschließend wurden sie an Land vom Rettungsdienst versorgt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Im Einsatz standen neben der hauptamtlichen Wache mit der Taucherstaffel auch die Löschzüge Holsterhausen und Hervest I.
Schwierige Bedingungen für die Rettungskräfte
Wie die Feuerwehr mitteilte, war die Einsatzstelle nur schwer erreichbar. Neben den Wetterbedingungen erschwerten auch die Uferbereiche und eingeschränkte Zufahrten die Rettungsmaßnahmen.
Wasserrettungen auf der Lippe gelten für Einsatzkräfte regelmäßig als anspruchsvoll. Besonders starke Strömungen und unübersichtliche Uferbereiche können schnelle Rettungen erschweren.
Die Lippe wirkt ruhig, birgt aber Gefahren
Immer wieder nutzen Besucher die Lippe für Kanutouren, Stand Up Paddling oder Freizeitaktivitäten am Wasser. Einsatzkräfte weisen jedoch regelmäßig darauf hin, dass der Fluss vielerorts unterschätzt werde.
Besonders an Engstellen, in Kurvenbereichen oder nahe von Buhnen und Wehren entstehen starke Strömungen und Unterwasserströmungen, die von außen kaum sichtbar sind. Hinzu kommen tiefe Abschnitte mit teilweise mehr als zwei Metern Wassertiefe.

Info zur Lippe
Die Lippe entspringt in Bad Lippspringe am Rand des Teutoburger Waldes und fließt über rund 220 Kilometer bis zur Mündung in den Rhein bei Wesel. Zwischen Dorsten und Schermbeck ist der Fluss meist etwa 20 bis 40 Meter breit.
Obwohl die Wasserqualität in den vergangenen Jahren deutlich verbessert wurde, ist die Lippe kein offizielles Badegewässer. Behörden und Rettungskräfte raten regelmäßig davon ab, die Strömung zu unterschätzen. Vor allem ungeübte Schwimmer und Wassersportler können schnell in gefährliche Situationen geraten.























