Gestern haben die Schermbecker Ratsmitglieder über die Fusion der Verbands-Sprakasse Wesel-Hamminkeln-Schermbeck mit der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe abgestimmt. Zur Beratung der Ratsmitglieder kam auch Friedrich-Wilhelm Häfemeier (Foto), der Chef der Weseler Verbands-Sparkasse, nach Schermbeck. 14 Ratsmitglieder stimmten für eine Fusion, 10 dagegen, 2 enthielten sich der Stimme. Auch die Kommunalräte von Dinslaken, Voerde, Hünxe und Wesel haben die Fusion befürwortet. Die Abstimmung in Hamminkeln steht noch aus.

  Trifft das Abstimmungsergebnis die Meinung der breiten Bevölkerung? Das wollen wir einmal online testen – in der Form der einfachsten Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten. Wie stehen Sie zur Fusion der beiden Sparkassen?

Schreiben Sie einfach ins Kommentarfeld „gut“, „weniger gut“ oder „schlecht“. Sie können natürlich auch Ihre Antwort ausführlicher begründen. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

3 KOMMENTARE

  1. Der Fragesteller war als Pressevertreter in der Sitzung. Es wäre für den Bürger hilfreich, wenn er die Gründe, die bei einigen Fraktionen zur Ablehnung geführt haben, im Einzelnen genannt hätte. Für unsere Fraktion „Bürger für Bürger“ war entscheidend:

    1) Wir können durchaus nachvollziehen, warum Herr Häfemeier (Spk Wesel) eine Fusion mit der Spk Din anstrebt. Er ist heute noch Handelnder. Würde die Spk Wesel von einer anderen größeren Bank übernommen, bestimmt diese die Musik. In der Sparkassenrangliste 2014 liegt die Spk Wesel auf Rang 208, die Spk Din auf Rang 229. Nach der Fusion ergibt sich eine Bilanzsumme von ca. 3,2 Mrd. € Das neue Bankhaus würde in den Bereich der Spk Gelsenkirchen (Rang 99, Bilanzsumme 3,28 Mrd. € vorrücken.
    2) Der Bürgermeister verwies nicht erst in der Ratssitzung auf gesetzliche Vorgaben, die eine umfassende Information der Ratsmitglieder verhinderten. Wir wurden dazu gedrängt, eine Entscheidung nach Bauchgefühl zu treffen. Der Gemeinderat ist nicht nur ein Gremium, was Entscheidungen trifft, sondern zu allererst ein Kontroll(Aufsichts)organ. Informationen sind unabdingbar, um gewissenhaft seine Entscheidungen treffen zu können und sie gegenüber dem Bürger zu rechtfertigen.
    3) Anfang Mai 2015 wurde bekannt, dass das Geschäftsjahr 2014 der Spk Din mit einem Verlust von 7-9 Mill. € abschließen wird. Darüber hinaus ist eine Finanzspritze von 35 Mill. erforderlich. Am 16.06.15 meldete die Presse einen voraussichtlichen Verlust von 13,5 Mill. € Ich habe beide Vorstände angeschrieben, mir eine Kopie der Bilanzen, G+V-Rechnungen und Lageberichte von 2014 zu überlassen. Dem ist man bis heute nicht gefolgt. U. a. Begründung: Die offizielle Feststellung des Ergebnisses der Spk Din erfolgt erst am 28.05.15. Wir mussten bereits unsere Entscheidung am 23.06.15 treffen. Warum dieser Zeitdruck?
    4) Wir hätten erwartet, dass uns zumindest eine wertmäßige Übersicht differenziert nach einzelnen Konsolidierungsschritten der nächsten fünf Jahre vorgelegt wird. Fehlanzeige! Wir hätten erwartet, dass uns eine Stellungnahme über die eventuellen Risiken vor allem für die Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Kommunen seitens der Aufsichtsbehörde des Kreises Wesel, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen und des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes vorgelegt werden. Immerhin haben die der Spk Din angeschlossenen Kommunen eine Bürgschaft von 20 Mill. € übernommen. Fehlanzeige! Bei jeder überplanmäßigen Ausgabe wird uns vom Bürgermeister mitgeteilt, dass zunächst die Aufsichtsbehörde gefragt werden muss.
    5) Die von der Mehrheitsfraktion CDU beschlossene Vereinbarung beinhaltet eine Zusammenlegung der Verwaltungsräte und der Mitglieder der Zweckverbände bis zum Jahre 2020. Der Verwaltungsrat besteht nach Fusion dann aus den bisherigen 18 Mitgliedern der Spk Wesel und 15 bisherigen Mitgliedern der Spk Din, also insgesamt aus 33 Mitgliedern. Der gemeinsame Zweckverband wächst auf 70 Mitglieder an (42 Spk Wesel, 28 Spk Din). Der Zweckverband ist kein Entscheidungsgremium und könnte ersatzlos aufgelöst werden. Diese Mammutgremien sind für uns nicht hinnehmbar. Sie verursachen schließlich auch Kosten. So betrugen in 2013 (siehe Bundesanzeiger) die Bezüge der Mitglieder des Verwaltungsrates in Din 54.080 € die des Verwaltungsrates der Spk Wesel 100.399 € Jedes Verwaltungsratsmitglied erhält in Wesel einen Pauschalbetrag von 690 € zuzüglich ein Sitzungsgeld von 266 € pro Sitzung. Für die Mitglieder des Zweckverbandes werden ähnliche Sitzungsgelder gezahlt. Hochgerechnet bis zum Jahre 2020 entstehen sicherlich Aufwendungen in einer Größenordnung von 1,5 Mill. €. Zum Vergleich: Die Bezüge der 15 Verwaltungsratsmitglieder der Stadt-Sparkasse Gelsenkirchen betrugen in 2013 45.900 €. Wir fragen uns: Wo bleibt der Sparwille der Mitglieder der Aufsichtsgremien, wenn dem Sparer zurzeit für seine Festgeldeinlagen bei Sparkassen 0,01 % Zinsen gewährt werden. Das die Mehrheitsfraktion CDU ihre Zustimmung gegeben hat, ist für uns nachvollziehbar. Einige von ihnen würde im Verhinderungsfall ihre gut bezahlten Pöstchen verlieren. Wir fordern: Reduzierung der Sitzungsgelder auf ein normales Maß! Reduzierung der Verwaltungsratsmitglieder mit sofortiger Wirkung. Ersatzlose Auflösung der bzw. des Zweckverbandes. Nicht auszuschließen ist, dass auch die Vorstandsbezüge durch die Fusion steigen werden.

    Klaus Roth, Fraktionsvorsitzender „Bürger für Bürger“

  2. BANKENRETTUNG auf Kosten der Schermbecker Bürger?
    In der Sitzung des Gemeinderates Schermbeck am 23.06.2015 haben die Ratsmitglieder mehrheitlich die Fusion der beiden benachbarten Sparkassen gebilligt. Als Vertreter der FDP im Rat der Gemeinde Schermbeck habe ich mich dagegen ausgesprochen.

    Hintergrund ist, daß die Fusion wohl nur unter dem Druck einer erheblichen und bedrohlichen wirtschaftlichen Schieflage der Sparkasse „Dinslaken-Voerde-Hünxe“ zustande gekommen ist. Den Ratsmitgliedern der beteiligten Kommunen wurden diesbezüglich aber – mit Blick auf Geheimhaltungspflichten – nur sehr wenige Informationen zur Verfügung gestellt. Dies galt und gilt insbesondere für die Risikoeinschätzung, also für die Frage „Was passiert, wenn…“. Werden die beteiligten Kommunen im Falle eines weiteren Finanzbedarfs der fusionierten Sparkassen in Anspruch genommen; bekanntermaßen sind die kommunalen Haushalte, auch und insbesondere der Haushalt von Schermbeck leer. Der Zusammenschluß ist aus Sicht des Unterzeichners nicht als „Fusion aus betriebswirtschaftlichen Gründen“, sondern eher als „Übernahme einer stark angeschlagenen Sparkasse“ (= Bankenrettung) anzusehen. Hierfür will ich keine Verantwortung übernehmen.

    Wie Herr Scheffler als Beobachter der Ratssitzung in seinem Online-Bericht zutreffend zusammenfaßte, habe ich in erster Linie Verantwortung für die Schermbecker Bürgerinnen und Bürger und nicht für eine – aus welchen Gründen auch immer – wirtschaftlich angeschlagene Sparkasse „Dinslaken-Voerde-Hünxe“ übernommen.

  3. Da ich bekanntermaßen nicht mehr in der Schermbecker Politik aktiv bin, kann ich die Gründe und die Fakten zu diesem Sachverhalt sicher nicht beurteilen und will es daher auch gar nicht erst versuchen.
    Wozu ich aber Stellung nehmen kann und es hiermit auch mache, ist die Tatsache, dass Herr Roth mal wieder die CDU im Bezug auf „Pöstchengeschacher“ aufs Korn nimmt. Fakt ist, dass es laut Sparkassengesetz einen Verwaltungsrat gibt. Dieser trägt eine immense Verantwortung und diese sollte auch angemessen entlohnt werden. Ähnlich verhält es sich mit der Zweckverbandsversammlung. Diese ist sozusagen die Gesellschafterversammlung der Sparkasse und hat stets umfassend die Vertreter der Gemeinde Schermbeck informiert. Wenn er nun den Mandatsträgern Pöstchengeschacher vorwirft, vergisst er dieses Detail und vor allem die Tatsache, dass er selber 5 Jahre lang Mitglied der Zweckverbandsversammlung gewesen ist und bei der damaligen Verteilung der CDU-Sitze gaaanz weit vorne gestanden hat. Er hat nämlich die Personalvorschläge federführend ausgearbeitet. Damals hielt sich Herrn Roths Kritik an diesem „Pöstchengeschacher“ daher in sehr sehr sehr engen Grenzen. Da Herr Roth ein bekannter Freund von Kontrolle ist, stellt sich die Frage, warum er dieses Kontrollgremium überflüssig findet, dem er selber angehört hat. Aber man kann sicherlich immer trefflich darüber diskutieren, was sinnvoll ist und was nicht und ob es nicht andere Wege gibt. Solange es diese aber nicht, sollte man die bisherigen beschreiten, anstatt mit Fingern auf andere zu zeigen. Dann zeigen nämlich immer drei auf einen selber zurück.
    Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich anfügen, dass ich selber auch diesem Gremium 5 Jahre als Vorsitzender angehört habe. Ich habe es immer als informativ und produktiv empfunden und da ich mit meinem privat erarbeitetem Gehalt immer bestens ausgekommen bin, habe ich das dort vereinnahmte Geld nachweislich stets gespendet.

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