In Schermbeck fanden mehrere Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt

An mehreren Ehrenmalen im Schermbecker Gemeindegebiet beteiligten sich gestern Vormittag Bürger an den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag.

Besonders groß war die Beteiligung im Lippedorf Gahlen. Nach dem Gottesdienst in der Dorfkirche versammelten sich mehr als 100 Gahlener am Ehrenmal. Mitglieder der Feuerwehr, des Schützenvereins, des Männergesangvereins Gahlen-Dorf, des Heimatvereins und des Reitervereins Lippe-Bruch Gahlen standen im weiten Rund, als der stellvertretende Bürgermeister Michael Fastring seine Gedenkrede hielt.

Für die musikalische Untermalung sorgten der Posaunenchor Gahlen und der MGV Gahlen-Dorf. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal gingen die Teilnehmer über die Kirchstraße und den Widemweg zum Dorffriedhof, um an den Soldatengräbern die Gedenkfeier fortzusetzen.

In Altschermbeck gedachte Bürgermeister Mike Rexforth am gestrigen Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt. Foto: Helmut Scheffler

Dunkelste Stunden der Geschichte

An den beiden Ehrenmalen im Ortskern und in Bricht erinnerte Bürgermeister Mike Rexforth daran, dass der Volkstrauertag „den Toten, den Verletzten, den Traumatisierten von Kriegen und Gewaltherrschaft gewidmet“ sei. Der Tag erinnere „an immense Verluste, an dunkelste Stunden unserer Geschichte.“

Das Gedenken der Opfer der Weltkriege und der NS-Gewaltherrschaft ergänzte Rexforth um einen Streifzug zu den vielen Spannungsfeldern und Kriegsgebieten auf der ganzen Welt. „Angesichts so vieler Gräben und Konflikte in aller Welt“, so Rexforth, „müssen wir alle Anstrengungen verstärken, Frieden, Demokratie und Menschenrechte durchzusetzen und zu verteidigen.“ Der Bürgermeister appellierte auch an die Schermbecker Bürger, „sich gegen Hetze und Antisemitismus“ zu verwahren.

Am Brichtzer Ehrenmal legte Bürgermeister Mike Rexforth einen Kranz nieder. Foto: Helmut Scheffler

Hetzkampagnen in den sozialen Medien

Im Ortsteil Damm freute sich der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski über die Teilnahme aller Vereine und über die große Anzahl der teilnehmenden Frauen. Nach der Schilderung seines Besuches der Berliner Ausstellung „Chronik des Terrors“ stellte Bikowski die ihn an Nazi-Methoden erinnernden Hetzkampagnen in den sozialen Medien in den Vordergrund seiner Rede.

Seine Betrachtungen der Gefahren rechtsradikaler Hetzkampagnen beendete Bikowski mit dem Appell: „Wehret den Anfängen! Am Ende der 1930er-Jahre stand ein verheerender Krieg. Wir sind aufgerufen, alles in unserer Macht Stehende zu tun um zu verhindern, dass sich etwas Ähnliches auch nur ansatzweise wiederholt.“

In Schermbeck gedachte Bürgermeister Mike Rexforth am gestrigen Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt. Foto: Helmut Scheffler

An allen Ehrenmalen unterstützten Vereine das Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt. In Altschermbeck sorgten der von Josef Breuer geleitete Kirchenchor „Cäcilia“ mit den Liedern „Wohl denen, die da wandeln“ und „Jesus, meine Freude“ und der Trompeter Bastian Striewe für die musikalische Untermalung der Gedenkstunde, bevor im Beisein der Altschermbecker und Uefte-Overbecker Schützen und des Altschermbecker Löschzuges ein Kranz am Ehrenmal niedergelegt wurde.

Im Beisein der Kilianer und des Schermbecker Löschzuges sang am Schermbecker Ehrenmal der von Jörg Remmers geleitete Männergesangverein „Eintracht“, der anschließend nach Bricht fuhr, um dort im Beisein des Brichter Schützenvereins ebenso für die musikalische Untermalung der Feierstunde zu sorgen wie die Blaskapelle „Einklang“.

Auch im Ortsteil Weselerwald ließen sich Vereine und einzelne Bürger fürs Gedenken am Volkstrauertag gerne in die Pflicht nehmen. Überall wurden im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kränze niedergelegt. Vergleicht man einmal das Jahr 1988 mit dem Jahr 2018, dann kann man feststellen, dass die Zahl der zuschauenden Bürger deutlich abgenommen hat. Besonders deutlich wurde das Schrumpfen der Besucher in Altschermbeck und in Bricht, wo in diesem Jahr nicht einmal zwei Dutzend Zuschauer das Gedenken der Vereine verfolgten. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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