Schermbecker Verwaltung reagierte schnell auf das „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ vom Land NRW und Bund

Letztendlich kam es auf die Verpackung oder besser gesagt, auf die gute Geschichte von acht Seiten rund um das Schermbecker Hallenbad an, welche zum Erfolg führte. Und nicht zu vergessen: Mut und volles Risiko.

Was nützt die schönste Pralinenschachtel, wenn diese leer ist. Gesagt getan. Um den Zuschlag von 1,5 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm zur Erweiterung des Hallenbades für ein neues Lehrschwimmbecken zu kommen, musste eine Geschichte her, die Eindruckt machte. Und genau diese war, neben einer guten Vorplanung ausschlaggebend dafür gewesen, dass das Hallenbad nun ein neues Schwimmbecken bekommt. „Quasi kostenlos – umsonst“, so Bürgermeister Mike Rexforth.

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Das Team Stabstelle Fördermanager: Bürgermeister Mike Rexforth und Architektin Kristen Klein-Bösing, Alexander Thomann Thomas Wittwer vom Wassersportverein und Berthold Schmäing.

Er kann es fast selber noch gar nicht so richtig fassen, dass das Heimatministerium NRW Schermbeck mit in den Fördertopf gepackt hat, der insgesamt 47 Millionen Euro für rund 80 Projekte in NRW bereithält.

Erst im Juli ist der Projektaufruf für den „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund auf den Weg gebracht worden.

Charlotte Quik unterstützte Schermbecker Projekt

Bereits am Freitag verkündigte die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik die auch für sie tolle Nachricht, dass es für die Hallenbad-Erweiterung Geld vom Land und Bund gibt. Sie gehörte mit zu den ersten Unterstützern des Projektes, erzählt Rexforth. Aus einer Vision von Rexforth wurde Wirklichkeit. „Man kann nur so erfolgreich sein, wenn man einen guten Plan und eine Vision hat“, so Rexforth.

Und Mut für ein gewisses Risiko brauchten die Antragsteller ebenfalls, denn um überhaupt für ihr Projekt „Erweiterung des Hallenbades“ einen Förderantrag stellen zu können, benötigte die Verwaltung im Vorfeld einen genehmigten Bauantrag vom Kreis Wesel. Damit und einer Summe von rund 30.000 Euro ging die Verwaltung volles Risiko ein. Am Montag bedankte sich Mike Rexforth bei dem Kreis Wesel für die unkomplizierte Unterstützung.

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Die neuen Pläne mit Anbau und neuem Schwimmbecken. Foto: Bosse

Die Zusammenarbeit mit der Stabsstelle „Förderung Management“ mit Alexander Thomann, Berthold Schmäing, Thomas Wittwer vom Wassersportverein und dem Planungsbüro Brilo und der Architektin Kirsten Klein-Bösing habe sehr gut funktioniert. Und es sei der Mut zum Risiko da gewesen, so Rexforth im Nachgang.

„Durch das neue Lehrschwimmbecken schaffen wir eine perfekte Erweiterung unseres mittlerweile mehr als voll ausgelasteten Hallenbads. Alle unsere Wünsche für eine Vollförderung sind in Erfüllung gegangen. Das ist ein guter Tag für Schermbeck!“

Um für ihre Pläne überhaupt Beachtung zu finden, wurde parallel eine achtseitige Geschichte rund um das Hallenbad seit der Entstehung zusammengefasst.

Achtseitige Geschichte die Eindruck machte

Alleine die Antwort darauf, warum Schermbeck für das Hallenbad eine Förderung für ein neues Lehrschwimmbecken benötigt, wurde so ausschweifend dargestellt, dass sich der Verlauf wie eine Erfolgsgeschichte liest.

Und in der Tat. Es muss Eindruck gemacht haben, dass der Verein rund 3000 Mitglieder hat. Dass hier jedem Kind in Schermbeck das Schwimmen beigebracht werden soll, versteht sich von selbst.

Ebenso, dass für jeden älteren Menschen in der Gemeinde, besonders mit Blick auf dem demografischen Wandel, Wasser und der Schwimmsport ein unverzichtbares Element für einen gesunden Lebensabend sei. Nicht zu vergessen seien auch die VHS-Kurse aus Wesel, Borken und Dorsten, wodurch das Schermbecker Hallenbad ständig ausgebucht sei.

Bereich für Menschen mit Handicap und Feuerwehr

Nicht zu vergessen sind die vielen Menschen mit Handicap, die unbedingt einen geschützten Bereich benötigen. Die Feuerwehrfrauen und Männer durften auch nicht in der Aufzählung fehlen, denn das Schwimmbad sei auch dafür da, um das Ehrenamt an 365 Tagen zu stützen. „Wir mussten uns mit unseren Geschichten von der breiten Masse absetzen“, resümiert Rexforth.

Finanzielles Risiko von 30.000 Euro

Das haben sie erfolgreich gemacht und auch hierbei aus Erfahrungen in jüngster Vergangenheit gelernt. Immerhin habe die Verwaltung bereits schon dreimal Mal dicke Projekte mit Fördergelder umsetzen können. „Wir haben wirklich sehr viel Herzblut reingelegt und auch den Mut gehabt, mit Vollgas alles zu geben, bis hin zum eigenen, finanziellen Risiko. Wir sind einfach zu gut, haben Ideen und Leidenschaft, die keiner so einfach Ablehnen kann“, fügt Rexforth hinzu und lacht.

Was nun die Gemeinde Schermbeck für eine 100-prozentige Förderung bekommt ein 12-Meter langes und 8-Meter breites Becken mit einer Tiefe von 1,30 Meter in einem neuen Anbau von 350 Quadratmeter. Das alles wird so umstrukturiert, dass der Schwimmmeister zukünftig alle Becken einsehen kann und die Planung des Neubaus sei auf die Planung des alten Bebauungsplanes abgestimmt.

„Durch das neue Lehrschwimmbecken schaffen wir eine perfekte Erweiterung unseres mittlerweile mehr als voll ausgelasteten Hallenbades“, freut sich Mike Rexforth gemeinsam mit seinem Team der Stabsstelle „Förderung Management“.

Die Übertragung des Hallenbades auf den Wassersportverein wurde im September 2011 symbolisch mit der Schlüsselübergabe vollzogen.

Foto Archiv: André Elschenbroich

Rückblick:

Als der Wassersportverein Schermbeck (WSV) am 24. April 2010 gegründet wurde, um das Hallenbad in privater Trägerschaft zu führen, da bewertete man eine mögliche Mitgliederzahl von 1500 schon als sehr hoch. Von dieser Marke ausgehend, wurde damals die doppelte Menge Eintrittskarten bestellt.

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Beide ortsansässigen Kreditinstitute unterstützen den Verein mit jeweils 10 000 Euro. Foto Archiv: André Elschenbroich

Die offizielle Übertragung des Hallenbades auf den Wassersportverein symbolisch mit der Schlüsselübergabe durch den ehemaligen Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter am 1. September 2011. Der Ehemalige Bürgermeister Ernst-Christopher Grüter erinnerte seinerzeit, dass er vor 33 Jahren dabei war, als sein Vater, damals Bürgermeister, das Hallenbad eröffnete.

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