Es ist ein weitgehend vergessenes Kapitel der Lokalgeschichte. Vor 100 Jahren, im Sommer 1925, war Schermbeck Teil des internationalen Flugverkehrs.
Einige Monate wurde in der Uefter Mark ein Notflugplatz betrieben. Anlass für den Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck, an diesen besonderen Moment mit einer Ausstellung zu erinnern. Unter dem Titel „Flughafen im Exil – Als das Ruhrgebiet 1925 vom Freudenberg flog“ zeigt das Heimatmuseum derzeit eine umfassende Schau über die ungewöhnliche Episode.

Großer Andrang bei der Eröffnung
Hintergrund ist die alliierte Besetzung des Ruhrgebiets, die im Frühjahr 1925 den regulären Luftverkehr in der Region lahmlegte. Die Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet AG (LURAG) wich deshalb auf eine Heidefläche bei Schermbeck aus. Rund 200 Morgen ebener und nebelfreier Boden zwischen Erle und dem Freudenberg boten ideale Bedingungen für Starts und Landungen, u. a. für die Ju 13.
Am 10. Mai 1925 wurde der provisorische Flughafen mit großem Andrang eröffnet.
Standort für Linienflüge
Zwischen 20.000 und 30.000 Menschen kamen, erlebten ein buntes Rahmenprogramm und konnten bei Rundflügen erstmals die Faszination des Fliegens selbst erfahren. Insgesamt nutzten über 3.600 Fluggäste den Standort für Linienflüge, weitere 1.500 entschieden sich für Rundflüge über die Region. Doch bereits im August desselben Jahres war der Flugbetrieb wieder Geschichte.
Ins Rollen gebracht wurde die Ausstellung durch eine Recherche von Finn Jungenkrüger, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins.

Zahlreiche Exponate in der Ausstellung
Anfang des Jahres stieß er auf die nahezu vergessene Geschichte und sichtete hunderte historische Zeitungsberichte. Auf großformatigen Schautafeln und mit zahlreichen Exponaten erzählt die Ausstellung nun die Geschichte des Flughafens und seiner kurzen Blütezeit.
Zu sehen ist die Ausstellung jeden Sonntagvormittag von 10 bis 13 Uhr im Heimatmuseum an der Steintorstraße 17.























