Laut den Gemeindewerken Raesfeld können sich Bürgerinnen und Bürger aus Raesfeld und Schermbeck ab dem 29. Juni finanziell am geplanten Windpark „Erler Lohr“ beteiligen.
Die Schwarmfinanzierung soll um 9 Uhr starten und richtet sich zudem an Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Borken und Coesfeld. Mit dem Angebot möchten die Gemeindewerke nach eigenen Angaben die regionale Wertschöpfung stärken und die Menschen vor Ort direkt an der Energiewende beteiligen.
Beteiligung ab 500 Euro möglich
Wie die Gemeindewerke mitteilen, erfolgt die Bürgerbeteiligung in Form von Nachrangdarlehen. Das Emissionsvolumen belaufe sich auf insgesamt 1,017 Millionen Euro.
Anleger sollen eine feste Verzinsung von 4,7 Prozent erhalten. Die Laufzeit betrage sieben Jahre und ende am 30. Juni 2033.
Der Mindestanlagebetrag liege bei 500 Euro. Maximal könnten 25.000 Euro investiert werden.
Drei Windenergieanlagen geplant
Nach Angaben der Bürgerwind Erler Lohr GmbH & Co. KG sei die Errichtung von drei Windenergieanlagen des Typs Enercon E-175 EP5 vorgesehen. Jede Anlage verfüge über eine Leistung von sechs Megawatt.
Zusammen erreiche der Windpark eine Nennleistung von 18 Megawatt. Die Anlagen sollen auf Flächen im Bereich Erle entstehen.
Die ersten Bauarbeiten sollen laut Mitteilung bereits im Sommer dieses Jahres beginnen. Die Inbetriebnahme des Windparks sei für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Energiewende vor Ort unterstützen
Mit der Schwarmfinanzierung möchten die Gemeindewerke Raesfeld nach eigenen Angaben die regionale Wertschöpfung stärken und Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung erneuerbarer Energien beteiligen.
Teilnehmen können Einwohner der Gemeinden Raesfeld und Schermbeck. Darüber hinaus richtet sich das Angebot an Strom- und Gaskundinnen und -kunden der Stadtwerke Borken und Coesfeld.
Informationen im Internet
Weitere Informationen zur Schwarmfinanzierung „Erler Lohr“ und zu den Teilnahmebedingungen sollen nach Angaben der Gemeindewerke rechtzeitig vor dem Start auf der Internetseite der Emergy veröffentlicht werden.
Die Gemeindewerke weisen darauf hin, dass der Erwerb einer Vermögensanlage mit erheblichen Risiken verbunden sei und bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen könne.
Hintergrund
Mit der nun angekündigten Schwarmfinanzierung erhalten Bürgerinnen und Bürger aus Raesfeld und Schermbeck die Möglichkeit, sich finanziell am Windpark „Erler Lohr“ zu beteiligen. Das Thema war bereits Ende 2023 Gegenstand einer Diskussion im Raesfelder Gemeinderat. Damals war eine entsprechende Beteiligungsmöglichkeit zunächst abgelehnt worden.
Die rechtliche Ausgangslage hat sich anschließend geändert. Aufgrund einer späteren Rechtsprechung wurde die damalige Entscheidung rund ein Jahr später aufgehoben worden. Damit wurde der Weg für die jetzt geplante Bürgerbeteiligung frei.
Was ist eine Schwarmfinanzierung?
Bei einer Schwarmfinanzierung, auch Crowdfunding oder Crowdinvesting genannt, stellen viele Menschen gemeinsam Geld für ein Projekt zur Verfügung. Statt dass eine Bank allein die Finanzierung übernimmt, beteiligen sich zahlreiche Anleger mit kleineren oder größeren Beträgen.
Im Fall des Windparks „Erler Lohr“ verleihen die Teilnehmer ihr Geld in Form eines sogenannten Nachrangdarlehens an das Projekt. Dafür erhalten sie nach Angaben der Gemeindewerke Raesfeld eine feste Verzinsung von 4,7 Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von sieben Jahren.
Wer beispielsweise 1.000 Euro investiert, leiht diesen Betrag dem Projektträger für die vereinbarte Laufzeit. Im Gegenzug erhält der Anleger Zinsen. Nach Ablauf der Laufzeit soll das eingesetzte Kapital zurückgezahlt werden.
Warum wird das gemacht?
Mit einer Schwarmfinanzierung sollen Bürgerinnen und Bürger direkt an Projekten in ihrer Region beteiligt werden können. Die Idee dahinter: Wer vor Ort lebt, kann nicht nur die Auswirkungen eines Projekts erleben, sondern auch finanziell davon profitieren.
https://heimatreport.de/windkraftprojekt-erler-lohr-neue-windraeder-trotz-gemeindewiderstand























