Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen

Schermbeck. Auch der anhaltende Nieselregen konnte den Dammer Jecken am Tulpensonntag nicht den Spaß am zehnten Karnevalszug verderben.

Ein Großteil der Dorfbewohner ließ es sich nicht nehmen, zum Hof von Jens und Christiane Ostermann-Schelleckes im Dammer Plattbruck zu kommen und dort den Karnevalsprinzen Dieter Rödleithner zu umjubeln. Rödleithner stand als Jungfrau dem Karnevalsprinzen Bernd Krebbing bereits beim ersten Zug im Jahre 2010 zur Seite.

Zum neuen Dammer Dreigestirn gehören Prinz Dieter Rödleithner (Mitte), Bauer Holger Heinisch (r.) und Jungfrau Guido Ranz. Foto: Helmut Scheffler

Vor dem Start des Zuges um 11.11 Uhr überreichte Prinz Didi II., begleitet von der lieblichen Jungfrau Guido Ranz und vom fleißigen Bauern Holger Heinisch, dem Ehepaar Ostermann-Schelleckes Orden mit den Konterfeis des diesjährigen Dreigestirns als Dankeschön für die Bereitschaft, seit dem zweiten Zug im Jahre 2011 das Hofgelände als Sammelplatz zur Verfügung zu stellen.

Christiane und Jens Ostermann-Schelleckes erhielten Orden als Dankeschön für ihre Bereitschaft, seit dem zweiten Zug im Jahre 2011 ihr Hofgelände als Sammelplatz zur Verfügung zu stellen. Foto: Helmut Scheffler

Auf der von Feldern gesäumten Straße „Zur Alten Lippe“ führte der Gartroper Jens Pannebäcker mit seinem 150 PS starken „Case IH“-Traktor die Narrenschar an.

Nicht nur beim Bau der Wagen bewiesen die Dammer Jecken sehr viel Einfallsreichtum, sondern auch als Fußgruppen. „Fast der ganze Ort macht mit wie bei jeder Feier“, freute sich Armin Schult vom 18-köpfigen Organisationsteam über die enge dörfliche Gemeinschaft. Nicht mal einen Sponsor benötigten die Jecken, weil sie die Kosten für ihre Karrenbauten ebenso übernahmen wie die Versicherung und das süße Wurfmaterial, das unterwegs vor allem die Kinder am Wegrand erfreute.

  Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen
Zwischen den einzelnen Wagen beteiligten sich Fußgruppen und Einzelpersonen am zehnten Dammer Karnevalszug.

„10 Jahre vergingen wie im Flug“, hieß das diesjährige Motto in Erinnerung daran, dass im Jahre 2010 Anna Jaeger und Tim Althoff aus einer Bierlaune heraus mit einem einzigen Wagen durch die Bauerschaft zogen.

Entsprechend traten die Mitglieder des Orgateams die Fahrt durch den Ort als Piloten und Stewardessen an.

Mit ihrer „Arche Noah“ nahmen Fußballerinnen zweier Brüner Mannschaften am Zug teil. „Wir halten uns damit über Wasser“ begründete Jule Tinnefeld vieldeutig die „Arche Noah“.

Den „Zahnfeen-Express“ hatten sich acht Mädels mit Dammer Ursprung ausgedacht. Foto: Helmut Scheffler

Den „Zahnfeen-Express“ hatten sich acht Mädels mit Dammer Ursprung ausgedacht. Statt Karies fördernder Kamellen verteilten sie Kaugummis an die Kinder.

„20 junge Leute aus Damm, Obrighoven und Drevenack brachten beim Bau ihres Wagens „Pfusch am Bau“ bei Torben Kleinoeder in Bricht all die Erfahrungen mit ein, die sie mit Handwerkern schon erlebt hatten.

  Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen
Der Dammer Karnevalszug führte teilweise über Wege inmitten von Feldern.

Ein Damen-Quartett aus Dinslaken, das im letzten Jahr erstmals mit der kleinen Raupe Nimmersatt am Zug teilnahm, trat diesmal als „Sternhagelvoll Singer“ an. „Wer hat Angst vor dem Wolf?“, fragten einige Dammer Familien, die ihren „Wolf“ Klaus Wehling auch ohne einen Elektrozaun begleiteten. Die US-amerikanische Familienkomödie „101 Dalmatiner“ nahmen acht junge Dammerinnen als Anregung für ihre Fußgruppe.

Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen

Als „Erler Helden“ beteiligten sich Mitglieder des MSC Damm und erinnerten an ihre jährliche Fahrt zum Reiterhof „Erler Heide“. Die „Gartroper Feierer“ lassen sich jedes Jahr etwas Neues einfallen. Im letzten Jahr setzten sie als „Plagen aus der 1 b“den ersten Schultag in Szene. Diesmal waren sie als Schrotthändler unterwegs.

Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen
Als verkleidete Sahneschnitten beteiligten sich die Landfrauen Damm-Bricht am zehnten Dammer Karnevalszug.

Als Angler gehörten die Mitglieder des Kegelclubs „Unwuchtige Kugel“ zum Gefolge des Prinzen Didi II., dessen Hobby das Angeln ist. Die Fernsehserie „Haus des Geldes“ animierte die Gruppe „Werkstatt“ zum Bau ihres Wagens. Zum Blickfang wurden die Landfrauen Damm-Bricht, die sich als Sahneschnitten verkleidet hatten, um daran zu erinnern, dass sie als brillante Tortenbäckerinnen bei vielen Festen in ihren Cafeterias Kalorienbomben vermarkten.

Der amtierende Dammer Schützenkönig Frank Schulte führte am ersten Boxenstopp ein Polonäse an. Foto: Helmut Scheffler

Die Wachtenbrinker erweisen sich seit Jahren als einfallsreiche Zugteilnehmer. Diesmal traten sie als „Ferrero-Rocker“ auf, zu denen auch der amtierende Dammer Schützenkönig Frank Schulte gehörte, mit dem die Rocker bei Getränkestopps begeistert zu einer Polonäse starteten.

„Wir wollen Liebe und Frieden bringen“, begründete Andreas Hülsmann das von den Weselerwalder Jungschützen für den eigenen Wagen gewählte Motto „Hippie“.

Das amtierende Dammer Schützen-Kaiserpaar Herbert Schwiening und Gitti Görs durfte den Wagen des Turmvereins beim Umzug benutzen. Foto: Helmut Scheffler

Mit einem „Kaiserwagen“ beteiligte sich der Turmverein am Umzug. Der Verein, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, legt ebenso wie der Schützenverein und die Landfrauen großen Wert auf die Zusammenarbeit der dörflichen Vereine.

„Wir wollen Liebe und Frieden bringen“, begründete Andreas Hülsmann das von den Weselerwalder Jungschützen für den eigenen Wagen gewählte Motto „Hippie“.

Der Wagen entpuppte sich als ein Produkt dieser Zielsetzung, denn der Wagen des Turmvereins wurde von einem Traktor der „Dammer Kolbenfresser“ gezogen und diente dem Schützenverein zur Beförderung seines Kaiserpaares Herbert Schwiening und Gitti Görs.

  Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen

Nach einem Boxenstopp am Hause von Karl und Ulrike Göderz in der Siedlung Dammerfeld zog die Narren-Karawane weiter durch die offene Landschaft und über die Beckenbreiter Stege in Richtung Damm-City, wo der Zug von einer großen Zuschauergruppe erwartet wurde. Noch zweimal wurde unterwegs ein Boxenstopp eingelegt, bevor der Zug in Richtung „Fuchsbau“ weiterzog, wo ein dörfliches Vergnügen der allerfeinsten Art seinen geselligen Ausklang fand. H.Scheffler

  Am zehnten Dammer Karnevalszug beteiligten sich heute zahlreiche Gruppen

Die bisherigen Dammer Prinzen/Bauern/Jungfrauen waren Bernd Krebbing/Dietmar Beckmann/Dieter Rödleithner (2010), Tim Althoff/Armin Schult/Daniel Clarendahl (2011), Jens Ostermann-Schelleckes/Alfred Dames/Thorsten Marquaß (2012), Willi Hessing/Jörn Berger/André Burre (2013), Dietmar Sadlo/Marc Terstegen/Klaus Rohe (2014), Klaus Kohlenbrenner/Hartwig Terstegen/BerndAbel (2015), Marco Schult/Dieter Nolte/Dirk Hüfing (2016), Sven Groß-Fengels/Christoph Pannebäcker/Florian Schleicher (2017), Stefan Hemmert/Jörg Terstegen/Axel Terstegen (2018), Diether Rödleithner/Holger Heinisch/Guido Ranz (2019).


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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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