Stellungnahme zum TOP 9 (Einrichtung einer Notgruppe) der KSSA Sitzung am 6.3.2019 in Schermbeck

Die Bereitschaft der Caritas, eine Notgruppe für 21 Kinder im soziokulturellen Zentrum einzurichten, ist sicher zu begrüßen.

Die Notwendigkeit, den Bau einer weiteren Kindertageseinrichtung und deren Übernahme durch die Caritas im gleichen Atemzug dem Kreisjugendhilfeausschuss zu empfehlen, sehen wir dagegen nicht.

Das Kreisjugendamt begründet seine Einschätzung des Bedarfs für eine siebte Kindertageseinrichtung in Schermbeck mit den vorgelegten Wohnbebauungsplänen bis 2022.

Eine solche vorausschauende Vorsorge durch Bürgermeister und Verwaltung hätten wir uns auch bei der Frage des sozialen Wohnungsbaus gewünscht. Hier werden bis 2022 nachweislich 20-40 Wohnungen aus der Mietpreisbindung herausfallen. Trotzdem wurde unserem Antrag auf Stärkung des sozialen Wohnungsbaus eine klare Absage erteilt.

Ob bis 2022 wirklich zusätzlich 60-80 Kinder im Alter von 1-6 Jahren einen Kitaplatz brauchen, wird von der tatsächlichen und nicht von der geplanten Wohnbauentwicklung abhängen. Die Entwicklung der Wohnbaugebiete geht zurzeit nur schleppend voran. Von daher stellt sich auch die Frage, ob sofort eine Einrichtung für drei oder vier Gruppen gebaut werden muss oder bessser ein erweiterungsfähiges Modell für zunächst zwei Gruppen.

Da die Ausschussvorlage weder über Lage noch über Größe der neu geplanten Kita Aussagen macht, sollte eine Empfehlung dafür auch noch nicht ausgesprochen werden.

Gar nicht zur Diskussion gestellt wird in der Ausschussvorlage die Möglichkeit, dass die Gemeinde selber eine Kindertageseinrichtung baut. Da Träger mittlerweile in der Regel 100% Kostenerstattung erwarten, würde das in der Finanzierung keinen Unterschied machen. Fördergelder stehen auch dafür zur Verfügung und ein nicht konfessionell gebundener Kindergarten würde der unterschiedlichen Ausrichtung der Bürgerschaft Rechnung tragen.

Die finanziellen Aufwendungen sollte man dabei nicht als Hindernis anführen, denn wer die Wirtschaft und den Tourismus mit erheblichen Summen fördert, sollte auch bereit sein, in Familien und Bildung für Kinder zu investieren.

Vorheriger ArtikelQuallengeburt live im Kanal erlebt – Frauensache – Film
Nächster ArtikelChef des Seniorenbeirats wird heute 80 Jahre alt
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Bitte den vollständigen Vor- und Nachnamen eintragen