Der Wolf, das Lamm, Murks: Landesregierung lässt klare Linien beim Umgang mit Wolf Gloria von Wesel mit der Kennung GW954f missen!

Der Landtagsabgeordnete der SPD René Schneider ist jemand, der in jüngster Vergangenheit (wir berichteten) Stellung zum Thema Wolf im Wolfsgebiet Schermbeck nahm.

Nun hat er in einer kleinen Anfrage die Landesregierung NRW eingeschaltet, um offene Fragen rund um den Wolf zu klären. Schneider vermisse besonders eine klare Linien beim Umgang mit der Wölfin Gloria GW954f. Er kritisiert die Regierung im Umgang mit den Wölfen in Schermbeck und mit Blick auf andere Landesregierungen.

Wölfin-Gloria-von-Wesel-wolfsgebiet-Schermbeck

„Wie auffällig oder auch dreist muss die Wölfin GW954f noch werden, bis sich das Ministerium zur Entnahme entscheidet?“, so René Schneider (SPD).

Fakt sei, so Schneider, dass seit 2016 in NRW ein Wolfsmanagementplan, der sich auf das Auftauchen einzelner Wölfe fokussiert, existiert. Schermbeck wurde 2018 als erstes Gebiet in NRW offiziell als Wolfsgebiet ausgewiesen.

„Mittlerweile gibt es drei Wolfsgebiete in NRW, jedoch weiterhin nur einen
Herdenschutzberater für das gesamte Bundesland, dessen Stelle zudem bis zum 31.12.2020 befristet ist“, bemängelt René Schneider.

Mit Blick auf das Schermbecker Wolfsgebiet habe die Wölfin GW954f bereits für erhebliche Schäden bei den dortigen Tierhaltern gesorgt. Zwar werden Herdenschutzmaßnahmen von der Landesregierung finanziert, jedoch reichen diese Hilfen nicht aus, so Schneider. „Inwieweit müsste der aktuelle Wolfsmanagementplan mit der Fokussierung auf einzelne
Wölfe überarbeitet werden, um den Rudelbildungen der Wölfe gerecht zu werden?“, lautet die Frage an den Landtag NRW.

Auch die Frage, welche Alternativen es gibt, um eine Entnahme zu verhindern und dabei gleichzeitig künftige gravierende Schäden an der örtlichen Tierpopulation weitest möglich zu stoppen, möchte René Schneider wissen.

Unterschied zwischen normalen und auffälligen Wolf?

Dass im Fall Wolf in Schermbeck sich wenig tut in Schermbeck zeige sich laut Schneider daran, dass zwar das Ministerium in Absprache mit dem LANUV auf die hohe Schadenfrequenz reagiert habe, indem es ein „intensiviertes“ Wolfsmonitoring eingeführt habe, aber jedoch nicht weiter gehandelt habe. Hier stellt Schneider die Frage: „Worin liegt der Unterschied zwischen einem normalen und einem intensivierten
Wolfsmonitoring?“

Als Beispiel führt Schneider das Land Niedersachsen auf. Dort habe sich die derzeitige Landesregierung bereits in mehreren Fällen dafür entschieden, dass auffällige Wölfe entnommen werden können.

Dreistes Verhalten von Wölfen

Unter auffälligen Wölfen werden Tiere verstanden, „die dreistes Verhalten aufweisen, das zur Gefährdung eines Menschen führen kann. Auch notorisches Verhalten (z.B. wenn ein Wolf sich selbst durch Präventionsmaßnahmen nicht vergrämen lässt), das zu Akzeptanzverlust führen kann und damit der gesamten Wolfspopulation schadet, wird darunter verstanden,für Schneider erklärend hinzu.

Für Schneider reichen die vom Land geförderten Herdenschutzmahnen nicht aus. Besonders, da ein auffälliges Verhalten immer bedeutet, dass unerwünschtes Verhalten wiederholt und teilweise auch mit steigender Intensität gezeigt werde.

Aber reichen die die derzeitigen Förderungen aus, oder „sind weitere Herdenschutzberater bei der Landwirtschaftskammer geplant, um denzukünftig steigenden Beratungsbedarf der Tierhalter zu decken?“, möchte Schneider wissen.

Folgt man dem Urteil des OVG Lüneburg in einem dort
ähnlich gelagerten Fall wie in Schermbeck, wäre eine legale Entnahme der Wölfin GW954f in Schermbeck bereits heute rechtlich möglich.


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