Das Land NRW förderte den Anbau des Schützenhauses Damm

Die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik besuchte den Dammer Schützenverein

Dammer Schützen erhielten 36.600 Euro. Dank dieses Betrages konnte mit dem Bau einer behindertengerechten Toilette im Bereich des Haupteingangs begonnen werden.

Schermbeck „In Damm ist die Welt noch in Ordnung“, versicherte die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik am Montagnachmittag an Ende ihres eineinhalbstündigen Besuches beim Dammer Schützenverein, in dessen Verlauf sie das Schützenhaus besichtigen konnte und im Gespräch mit dem Präsidenten Bernd Abel, dem Schriftführer Bernd Krebbing, dem Hauptmann Klaus Kohlenbrenner und dem ehemaligen Präsidenten Heinz-Wilhelm Schult die Bedeutung des 300 Mitglieder zählenden Vereins für die dörfliche Gemeinschaft kennen lernte. An dem Gespräch beteiligten sich auch die Dammer CDU-Ratsfrau Hildegard Neuenhoff und Charlotte Quik.

Charlotte-Quik-Schützenverein-Damm-CDU
Bernd Abel beteiligte sich am Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Charlotte Quik ebenso wie Klaus Kohlenbrenner, Heinz-Wilhelm Schult, Hildegard Neuenhoff und Bernd Krebbing (v.l.). Den Anbau (im Hintergrund) hat das Land NRW mit einem Betrag in Höhe von 36.600 Euro gefördert. RN-Foto: Helmut Scheffler

Aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“, das Sportvereinen des Landes Nordrhein-Westfalen insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung stellte, erhielten die Dammer Schützen mit ihrer vereinseigenen Schießgruppe 36.600 Euro. Dank dieses Betrages konnte mit dem Bau einer behindertengerechten Toilette im Bereich des Haupteingangs begonnen werden.

Arbeiten schreiten voran

Unter Leitung von Heinz-Wilhelm Schult und Christian Tepper und mit Unterstützung von weiteren 16 Schützen sind die Arbeiten des Anbaus inzwischen so weit vorangeschritten, dass schon bald mit dem Betonieren der Decke begonnen werden kann. Bis zum Schützenfest im Juni soll die Baumaßnahme beendet sein.

Prunkstück ist eine große Thekenanlage

Beim Rundgang durch das am 20. Mai 1977 eingeweihte Schützenhaus lernte Charlotte Quik den großen Versammlungsraum kennen, der auch von Vereinsmitgliedern für private Feiern genutzt werden kann. Prunkstück des Raumes ist eine große Thekenanlage, die der Verein vom TÜV Nord in Essen erhielt, dort abbaute, nach Damm transportierte und dort im letzten Jahr wieder aufbaute.

Schießstand mit sechs Bahnen

Vom Versammlungsraum aus erreicht man den KK-Schießstand, auf dessen sechs Bahnen mehrere Schützen parallel schießen können und in diesem Jahr die Schermbecker Schützen das Traditionspokalschießen für die neun Schützenvereine des ehemaligen Amtes Schermbeck durchführen. Vom KK-Schießstand aus erreicht man jenseits einer Tür den hellen Raum des Luftgewehrstandes. Hier herrscht freitagabends Hochbetrieb, wenn die Mitglieder der Schießgruppe zum Training erscheinen.

Starke Jugendgruppe

Besonders stolz ist der Verein auf die starke Jugendgruppe. Seit dem vergangenen Jahr kommen an jedem Freitag bis zu 14 Kinder und Jugendliche zum Training. Wer mindestens 14 Jahre alt ist, darf mit dem Luftgewehr schießen. Kinder ab sechs Jahren haben die Möglichkeit, auf einer Reddot-Anlage zu trainieren. „Man sieht, dass Corona nicht nur Schattenseiten hatte“, würdigte Charlotte Quik das Engagement des Vorstands und zahlreicher Helfer aus den Reihen der Schützen.

Schützenfest 2022

Das Schützenfest, welches die Dammer immer am Wochenende nach Pfingsten feiern, ist nicht die einzige Veranstaltung, die der Schützenverein für die Dorfgemeinschaft organisiert. Hinzu kommen das separate Kinderschützenfest, das dreimal jährlich stattfindende Listenschießen, das Erntedankfest, das mit einem Preisschießen verbunden ist, das Winterschützenfest und das alle fünf Jahre stattfindende Kaiserschießen. Im Rahmen von Pflanzaktionen und am Tag der Umwelt pflegt der Schützenverein die Zusammenarbeit mit den Landfrauen und mit dem Turmverein.

Zunehmender Bürokratismus

Die Schützen nutzten den Besuch der Landtagsabgeordneten, um ihr von dem zunehmenden Bürokratismus zu berichten. „Was in Sachen Recht, besonders im Waffenrecht in den letzten Jahren auf uns zugekommen ist, ist schon wahnsinnig“, stellte Abel fest. Die sieben Säbelträger des Schützenvereins wurden verpflichtet, einen Sachverständigennachweis zu erbringen. 630 Euro musste der Verein für diese Aktion bezahlen. „Da müsste sich die Politik mal was einfallen lassen“, gab Abel Charlotte Quik mit auf den Weg ins Landesparlament. „Ich höre das nicht zum ersten Mal“, antwortete Quik und verwies auf viele Gespräche in der Fraktion. „Ich kann keine Veränderung versprechen“, fügte sie hinzu.

Frauen im Vereinsleben

Am Vorabend des internationalen Frauentages interessierte sich Charlotte Quik für die Einbindung von Frauen in das Vereinsleben. Die Vorstandsmitglieder Abel und Krebbing berichteten über die Mitgliedschaft der Frauen in der Schießgruppe, über die Teilnahme der Frauen am Listenschießen und an geselligen Feiern. Bei den Kindern ist es seit etlichen Jahren möglich, dass Mädchen am Königsschießen teilnehmen und sich nach dem Sieg einen König auswählen dürfen. Bei den erwachsenen Schützen will diese Art der Gleichberechtigung nicht so recht gelingen. „Wir sind halt ein Schützenverein“, gab der Präsident Abel zu bedenken. Da sehe man keinen Grund, sich auf die Straße zu begeben, um Frauen anzuwerben.

Programm „Neustart miteinander“

Die Dammer Schützen haben erneut einen Antrag gestellt, um Geld aus einem Förderprogramm zu bekommen. Vor zwei Wochen beantragten sie einen Zuschuss aus dem Programm „Neustart miteinander“. Dieses Programm möchte in Corona-Zeiten einen Beitrag zur Stärkung des Zusammenhaltes innerhalb der dörflichen Gemeinschaft zu stärken. Für eine Veranstaltung können Vereine bis zu 5.000 Euro bekommen.

Charlotte Quik verwies auf eine weitere Förderungs-Möglichkeit. Das Programm „Neustart“ soll mit der Brauchtumsförderung zusammengeführt werden. Im Februar hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages außerdem ein neues Förderprogramm „Zukunft Heimat“ aufgelegt, sodass insgesamt 50 Millionen Euro bereitliegen.

Bernd Abels Einladung zur 325-Jahr-Feier des Schützenvereins im kommenden Jahr nahm Charlotte Quik am Schluss des Treffens gerne an. H.Sch.

Info:

Das letzte Schützenfest, in dessen Verlauf ein neues Königspaar ermittelt wurde, fand im Jahre 2019 statt. In diesem Jahr wird in der Zeit vom 11. bis 13. Juni nach zweijähriger Pause wieder ein Schützenfest gefeiert. Dann steht ein Majestätenwechsel an. Seit 2019 regieren in Damm König Ingo Wengel und Königin Anke Rohe, die von den Hofpaaren Gerd Pleines/Ulla Schulte und Silke Terhart/Dietmar Sadlo unterstützt werden.

Vorheriger ArtikelHaare schneiden für den Frieden
Nächster ArtikelDrei Welpen aus dem Schermbecker Rudel genetisch identifiziert
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.