Eine musikalische Klangreise um die Welt
Ein Konzert, das mit Psalmen beginnt und mit Pop-Musik endet, kriegt man nicht alle Tage in Schermbeck zu hören. Möglich wurde dieser spannungsreiche Hörgenuss am Sonntagabend in der Georgskirche, wo das Leipziger „Calmus Ensemble“ ein Benefizkonzert zugunsten der DiakonieSTIFTUNG gestaltete.
So voll war das Gotteshaus nur selten. Selbst im „Brichter Schiff“ und auf der Orgelempore waren sämtliche Plätze besetzt, als das Ensemble durch den Mittelgang zum Altarraum ging, um dort mit dem klassischen Part seines Programms zu beginnen. Mit Henry Purcells „I was glad“ und Johann Sebastian Bachs „Lobet den Herrn, alle Heiden” bildeten zwei Werke des 17. und 18. Jahrhunderts den Rahmen, der drei zeitgenössische Werke umschloss.

Das diesjährige Benefizkonzert zugunsten der DiakonieSTIFTUNG wurde am Sonntag in der Georgskirche vom Leipziger Calmus Ensemble musikalisch gestaltet. Foto: Helmut Scheffler
Das diesjährige Benefizkonzert zugunsten der DiakonieSTIFTUNG wurde am Sonntag in der Georgskirche vom Leipziger Calmus Ensemble musikalisch gestaltet. Foto: Helmut Scheffler

Den Zuhörern wurde dabei eine Klangreise durch mehrere Länder geboten. Anja Pöche (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhmer (Bariton) und Manuel Helmeke (Bass) starteten die Reise in England mit Bitten an den barmherzigen Gott, bevor sie mit zwei slawischen Psalmen des estnischen Komponisten Arvo Pärt dessen Heimat Estland besuchten und wenig später mit zwei Gesängen an den französischen Komponisten Francois Poulenc erinnerten. In Deutschland endete die Klangreise mit Joseph Rheinbergs „Benedictus Dominus“ und der Aufforderung Johann Sebastian Bachs an alle Völker, den Herrn zu loben und zu preisen.

Der lange anhaltende Beifall am Ende des ersten Konzertteiles war der unausgesprochene Beweis für die Anerkennung einer gesanglichen Darbietung des Quintetts, das schon zweimal in früheren Jahren in Schermbeck gastierte und die Zuhörer erneut mit seiner sauberen Tonführung als Könner der Vokalmusikszene beeindruckte.

Volker Franken. Foto: Helmut Scheffler
Volker Franken. Foto: Helmut Scheffler

Die Pause nutzte Volker Franken als Vorsitzender der DiakonieSTIFTUNG, um den zahlreichen Förderern der Stiftung zu danken. Aus dem Startkapital in Höhe von 120 000 Euro, mit dem die Stiftung am 9. Mai 2006 startete, sind inzwischen 264 000 Euro geworden. Dank der relativ hohen langfristigen Zinsvereinbarungen von damals konnten in den letzten Jahren jeweils etwa 8000 Euro ausgezahlt werden. Teilbeträge wurden laut Satzung vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit, für die Arbeit mit Senioren und für diakonische Belange verwendet. Im vergangenen Jahr gab es Geld fürs Netzwerk, für die Jugendarbeit im YOU und für die offene Ganztagsschule der Gemeinschaftsgrundschule.
Der zweite Teil der Klangreise durch verschiedene Länder wies deutliche musikalische und inhaltliche Unterschiede zum ersten Teil auf. In seiner Komposition „La bomba“ beschäftigte sich der Spanier Mateo Flecha mit einer Urangst der Menschheit, sich in einem untergehenden Schiff zu befinden. Die musikalische Erzählung war eine Allegorie über das Schiff des Lebens.
Harald Banters Jazz-Balladen nach Gedichten nach Charles Baudelaire stellte das Calmus Ensemble besonders gerne vor, zumal Banter diese Balladen im Jahre 2010 für das Calmus Ensemble komponiert hatte.
Beim abschließenden Ausflug in die USA erwarteten die Besucher Jazz- und Pop-Arrangements. Nach Bill Withers` „Ain´t no sunshine” und Freddy Mercurys philosophischer Banalität „Crazy little thing called love“ empfahl das Quintett den Besuchern mit Bobby McFerrins „Don`t worry, be happy“ ein entspanntes Reagieren auf Alltagssituationen. Mit tosendem Applaus erbettelten sich die Besucher eine Zugabe, die optimistische musikalische Empfehlung „Always look on the bright side of life“. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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